IAA
Zulieferer im Rennen um „intelligentes Auto“

Das "intelligente Auto", das alleine Unfälle vermeiden kann, rückt immer näher. Auf der IAA in Frankfurt zeigen führende Autozulieferer integrierte Systeme, die für mehr Sicherheit und Komfort sorgen sollen. Unterdessen sieht die Zuliefererbranche durch den Kosten- und Zeitdruck der Autohersteller die Qualität der Neuwagen bedroht.

HB FRANKFURT. Vor allem für die Entwicklung neuer Komponenten lasse die Autoindustrie den Zulieferern immer weniger Zeit, kritisierte die Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW) am Mittwoch unter Berufung auf eine Firmenumfrage.

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Die Zulieferer präsentieren auf der IAA integrierte Sicherheitslösungen, die einzelne Fahrerhilfen verknüpfen. Das System V360 von Valeo verbindet Abstandskontrolle und Einparkhilfe, einen Spurassistenten, Objekt-Erkennung im toten Winkel, ein Infrarot- Nachtsichtsystem und schaltet automatisch zwischen Fern- und Abblendlicht um. "Um das Auto legt sich ein Kokon", umschrieb es Valeo-Entwicklungsmanager Martin Haub.

Eine weitere Entwicklung sind Frontscheinwerfer, die komplett mit Leuchtdioden (LED) arbeiten. Sie erzeugen keine Hitze, sind kompakter als herkömmliche Leuchten und müssten normalerweise in der gesamten Lebenszeit des Fahrzeugs nicht ausgetauscht werden.

Der US-Konkurrent TRW, der unter anderem Sicherheitssysteme für die S-Klasse lieferte, zeigt ebenfalls ein integriertes Konzept, dass unter anderem Unfälle durch automatisches Bremsen verhindern soll. Dazu gehört auch ein Gurtstraffer, der auf das Signal eines Radars greift. Die Funktionen von Bremsen, Airbag oder Gurten werden von der Elektronik an die Umstände angepasst.

Weitere neue Entwicklungen gibt es auch bei sparsameren Antrieben. Insgesamt könne der Spritverbrauch durch technologische Verbesserungen um rund 40 Prozent gesenkt werden, sagte Valeo-Chef Thierry Morin. Den größten Effekt brächten dabei Hybrid-Systeme und eine elektronische Ventil-Steuerung statt der traditionellen Nockenwelle.

"Der Verbrennungsmotor hat mit verbesserter Effizienz noch lange Jahre vor sich", sagte Morin. Valeo zeigt auf der IAA das System StARS, das den Motor beispielsweise beim halt an der Ampel automatisch ein- und ausschaltet. Damit könne im Stadtverkehr der Spritverbrauch um 10 bis 15 Prozent gesenkt werden. Die Kosten lägen bei einem Fünftel eines kompletten Hybrid-Antriebs, der bis zu 25 Prozent des Kraftstoffs sparen kann. Mit einer Verbreitung des Motors ohne Nockenwelle rechnet Morin nicht vor 2008, da dafür die Architektur umgebaut werden müsse.

Der Umstand, dass Zulieferer inzwischen 80 Prozent der Wertschöpfung eines Automobils erbringen, verdeutliche ihre große Verantwortung für die Qualität, betonte der Leiter der Bamberger Forschungsstelle, Wolfgang Meinig, zu den Ergebnissen der Branchenumfrage. Viele der befragten Zulieferer beklagten die immer härteren Preisrunden.

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