Im Gegensatz zum Smart
Mercedes: B-Klasse wird nicht in USA exportiert

Der Autohersteller Mercedes-Benz will in den USA auch künftig keine Kleinwagenmodelle verkaufen, obwohl die Nachfrage nach solchen Fahrzeugen dort anzieht.

HB PARIS. Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier sagte der Nachrichtenagentur Reuters auf dem Autosalon in Paris, das Einstiegsmodell in den USA bleibe die C-Klasse mit einem Sechs-Zylinder-Motor. „Auf dem US-Markt steht Mercedes-Benz für Luxus-Autos“, begründete er seine ablehnende Haltung gegenüber einer Markteinführung der B-Klasse, die Mercedes seit dem dem vergangenen Jahr in Europa zur Abrundung seiner Modellpalette bei Kompaktwagen verkauft. Die B-Klasse erfülle nicht die Voraussetzungen, die auf dem US-Markt an einen Mercedes gestellt würden.

Gegen eine Markteinführung der B-Klasse in den USA spreche auch der Wechselkurs des Euro zum Dollar. „Man muss auch sehr sorgfältig überlegen, ob sich die Investitionen für eine Markteinführung der B-Klasse jetzt noch lohnen“, sagte Maier. Schließlich wäre das aktuelle Modell nach dem Abschluss der Vorbereitungen zum Marktstart bereits gut zwei Jahre alt.

Mercedes-Benz hatte sich gegen den Export der B-Klasse in die USA entschieden, da der Dollar-Wechselkurs im vergangenen Jahr keine auskömmlichen Margen zuließ. Auch die schon länger vertriebene kleinere A-Klasse wird nicht in den USA angeboten. Der Kleinwagen Smart soll hingegen ab 2008 in den Metropolen der Ost- und Westküste vertrieben werden.

Maier schloss aus, dass Mercedes-Fahrzeuge unter der Marke Chrysler in den USA verkauft werden. Chrysler leidet in den USA unter der branchenweit schwachen Nachfrage - vor allen nach schweren Geländewagen und Pickup-Trucks. Die Mercedes-Schwesterfirma hat nur wenige Modelle, die der steigenden Nachfrage nach verbrauchsärmeren Autos Rechnung tragen können. Chrysler verhandelt deshalb unter anderem mit dem chinesischen Hersteller Chery über eine Kooperation in der Kompaktklasse. Ende des Jahres sollen mehrere neue Modelle mit kleineren und verbrauchsärmeren Motoren auf den Markt kommen.

Vor allem die kräftig gestiegenen Treibstoffpreise haben in den USA die Nachfrage nach kleineren Autos steigen lassen, wovon vorrangig die japanischen Hersteller profitieren.

In den USA will Mercedes die ungeliebten Diesel-Motoren wieder populär machen. Derzeit liefert Mercedes dort drei bis vier Prozent seiner jährlich rund 250.000 verkauften Diesel-Fahrzeuge aus. Bis 2015 könne der Diesel-Anteil mit dem Trend des Gesamtmarktes auf 15 Prozent oder mehr steigen.

Entscheidend dafür sei die weitere Entwicklung der Treibstoffpreise, deren Verteuerung auch in Europa den verbrauchsärmeren Diesel befördert hatte.

Mit verbrauchs- und schadstoffarmen Hybrid-Motoren hat es Mercedes dagegen nicht eilig. „Der Diesel wird noch lange Zeit eine Alternative zum Hybrid-Motor bleiben“, sagte Maier.

Er rechnet sich bei dem bislang in den USA nur in der E-Klasse verkauften Diesel Startvorteile aus. „Wir sind Pioniere in der Diesel-Technik“, sagte Maier. Mit Diesel-Fahrzeugen der Oberklasse-Wettbewerbern Audi und BMW sei in den USA erst in ein oder zwei Jahren zu rechnen. „Je schneller die Wettbewerber nachziehen, desto besser“, sagte Maier. „Es hilft uns, wenn Audi und BMW den Diesel mit uns populär machen“. Ab 2008 sollen auch die Geländewagen der M- und GL-Klasse sowie die R-Klasse mit Diesel-Motoren auf dem weltweit größten Automarkt verkauft werden.

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