In Europa will Chrysler seinen Marktanteil mittelfristig auf 1,4 Prozent verdoppeln
Dodge setzt auf Charakter und günstige Preise

Die Gebrüder Dodge galten als eigenwillige Querköpfe. Die amerikanischen Auto-Industriellen aus dem frühen 20 Jahrhundert waren „anders als das Establishment in Detroit“, beschreibt John Lauter vom Chrysler-Museum die Brüder.

HB DETROIT. Ähnlich möchte der US-Autobauer Chrysler ab 2006 seine Erfolgsmarke Dodge in Europa und Deutschland gegenüber der etablierten Konkurrenz positionieren: Auffällig, kantig und etwas extrovertiert. Passend zu dem optimistisch-amerikanische Dodge-Slogan „Grab life by Horn“ (Pack das Leben bei den Hörnern).

Als erstes Modell kommt der neue Dodge Caliber in Europa zu den Händlern - ein geräumiges Fahrzeug in der Golf-Klasse, das als Studie im März auf dem Genfer Autosalon vorgestellt worden war. Bis 2007 werden der mittelgroße Geländewagen Nitro und ein Mittelklasse-Auto die Produktpalette vervollständigen, sagt Chrysler-Marketingchef Joe Eberhardt der dpa in Detroit. Nicht zu vergessen der 500-PS- Sportwagen Dodge Viper - in den USA bereits ein automobiler Mythos.

Ein wichtiges Wettbewerbskriterium dürfte der Preis werden. Er soll für den Calibra unter dem VW Golf und unter dem Opel Astra liegen. Je nach Land und Hauptwettbewerber soll der Preis 10-15 Prozent günstiger sein, verspricht Eberhardt. Diese Entscheidung sei unabhängig vom Dollarkurs, denn sie sei bereits getroffen worden, als der Dollar gegenüber dem Euro noch viel stärker war.

Der Plan, Dodge in Europa zu etablieren, hatte auch innerhalb des Daimler-Chrysler-Konzerns für Diskussionen gesorgt. Aber die Sanierungserfolge bei Chrysler mit 1,4 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2004 und dem Chrysler 300 als US-Verkaufshit haben die Stimmung deutlich beruhigt. Eberhardt berichtet, dass man bei Chrysler überlegt habe, Dodge-Modelle wie schon früher in Europa mit dem Label Chrysler zu verkaufen. „Wir haben das sehr ernsthaft diskutiert, aber verworfen. Der Caliber ist sehr Dodge, wuchtig und bullig - den in Chrysler umzumünzen geht nicht, und ist auch zu teuer“, sagt er. Die bislang rund 130 Chrysler-Händler werden den Dodge-Vertrieb übernehmen.

Dodge ist in den USA mit einem Absatz von 1,1 Millionen Fahrzeugen im Vorjahr die wichtigste Marke der Chrysler Group. Eberhardt weiß, dass sie in Europa dagegen eine Nischen-Marke bleiben wird. „Es ist bewusst eine sehr amerikanische Marke, für die wir uns nicht entschuldigen wollen.“ Es gebe laut Marktforschungen in Europa aber genug Menschen, die sich mit dem etwas extrovertierteren Dodge-Stil identifizieren könnten.

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