In Genf hofft man auf "automobilen Frühling"
Genfer Auto-Salon feiert 100. Geburtstag

Zum traditionellen Start beim Genfer Auto-Salon keimen die Hoffnungen auf eine baldige Trendwende in der gebeutelten Branche nur spärlich. „Wir gehen davon aus, dass bis Mai der deutsche Automarkt sehr schwierig bleiben wird und sich in der zweiten Jahreshälfte langsam nach oben bewegt“, sagt der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer.

HB MÜNCHEN/GENF. Trotz einer Vielzahl neuer Modelle und eines wachsenden Anteils alter Autos auf Deutschlands Straßen ließen sich die Kunden noch immer nicht zum Kauf von Neuwagen bewegen. Da helfen auch hohe Rabatte, verkaufsfördernde Aktionen und taktische Zulassungen nur bedingt, die nach wie vor den Automarkt prägten.

Denkbar schwach waren die deutschen Hersteller ins Autojahr gestartet. Die Zahl der Neuzulassungen verringerte sich im Januar um fast vier Prozent gegenüber dem schon schlechten Vorjahresmonat auf 200  419 Autos. Für das Gesamtjahr erwartet Dudenhöffer nur ein leichtes Wachstum von einem Prozent auf 3,3 Millionen Zulassungen in Deutschland. Erst 2006 werde der Markt etwas mehr an Fahrt gewinnen mit einem Plus von drei Prozent. „Wichtig wäre, dass jetzt zügig über die Diesel-Partikelförderung von 350 Euro entschieden wird, um den Markt mit anzuschieben“, sagt Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Nur etwas optimistischer ist Branchen-Analyst Albrecht Denninghoff von der HypoVereinsbank. Für Deutschland prognostiziert er in diesem Jahr 1,5 Prozent mehr Neuzulassungen. Auftrieb gäben eine Reihe neuer Volumen-Modelle wie der Ford Focus oder der neue VW Passat. Allerdings bleibe man deutlich hinter früheren Wachstumsraten bei Modellwechseln zurück, da die anhaltende Konsumzurückhaltung den Markt bremse.

Die einzelnen Hersteller kommen nach wie vor unterschiedlich gut zurecht mit den schwieriger gewordenen Marktbedingungen. Während der Motor bei Premium-Herstellern wie BMW brummt, stehen Anbieter mit großen Stückzahlen wie VW, Ford und Opel unter Druck. „Der Preiswettbewerb ist hoch und jeder, der schlechte Kostenstrukturen hat, ist hier mit einem großen Nachteil im Rennen“, sagt Dudenhöffer.

Mit einer Vielzahl von Premieren und Neuheiten wollen die Hersteller beim Auto-Salon die Verunsicherung der Verbraucher aufbrechen und Lust am Automobil wecken. So hat BMW pünktlich zur Genfer Messe den neuen 7er herausgeputzt, nachdem kaum ein anderer BMW bisher ähnlich kontroverse Design-Diskussionen ausgelöst hatte. Erstmals bekommt ein breiteres Publikum zudem die neue 3er-Reihe zu sehen. Bei dem für dieses Jahr angepeilten nächsten Absatzrekord setzt der weiß-blaue Autohersteller auch auf den 3er als traditionell absatzstärkstes Modell. Und die im vergangenen September eingeführte 1er-Reihe bekommt mit dem Kompaktsportler 130i in Genf Zuwachs.

Mercedes-Benz setzt seine Hoffnungen unterdessen auf die neue B- Klasse als größere Alternative zur A-Klasse. Orientiert an Kompakt- Vans wie dem VW Touran soll sie unter anderem mit höhenverstellbarem Ladeboden auch große Platzbedürfnisse erfüllen. In eine ähnliche Richtung zielt auch Opel mit seiner Neuauflage des Zafira, die beim Auto-Salon erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt wird.

Neben PS-starken Hubraum-Größen dürfte sich als Trend auf der Schau das Thema Klein- und Kleinstwagen erweisen. Hier sieht Denninghoff einen Nachholbedarf für die deutschen Hersteller. „Früher war beispielsweise der Smart fortwo eines der wenigen innovativen Konzepte, jetzt ist er einer unter vielen.“ Auch Dudenhöffer erwartet künftig mehr Aktivitäten. „Das Segment der Fahrzeuge unter 10 000 Euro wird wieder merklich wachsen.“ Eine passende Studie dazu hat beispielsweise Renault mit dem Dreisitzer Z17 im Gepäck, der besonders auf den Stadtverkehr zugeschnitten ist. Vorab hatte die franko-asiatische Kooperation zwischen Peugeot, Citroen und Toyota für Aufsehen gesorgt, die in Genf ihre gemeinsam entwickelten Kleinwagen Citroen C1, Peugeot 107 und Toyota Aygo vorstellen.

Seite 1:

Genfer Auto-Salon feiert 100. Geburtstag

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%