Indischer Mischkonzern
Tata Motors profitiert von Jaguar

Nicht nur in Schwellenländern legen Jaguar und Land Rover kräftig zu. Davon profitiert der indische Mutterkonzern, Tata Motors. Sein Gewinn hat sich im vierten Quartal verdoppelt. Auch dank des neuesten Range Rover.
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FrankfurtDer indische Autohersteller Tata Motors hat dank seiner beiden britischen Nobeltöchter Jaguar und Land Rover seinen Gewinn im vierten Quartal mehr als verdoppelt. In den letzten drei Monaten des bis zum 31. März laufenden Geschäftsjahres fuhr die Autosparte des indischen Mischkonzerns Tata mit einem Nettoergebnis von 62,3 Milliarden Rupien (knapp 900 Millionen Euro) einen neuen Bestwert in der Firmengeschichte ein, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Im Vorjahresquartal lag der Tata-Gewinn nur bei 26,4 Milliarden Rupien.

Das Rekord-Quartalsergebnis übertraf auch die Erwartungen der Experten. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit 38,2 Milliarden Rupien gerechnet. Mit der Übernahme der britischen Luxusmarken Jaguar und Land Rover hatte das Unternehmen 2008 Industriegeschichte geschrieben. Zunächst mussten die Inder jedoch hohe Verluste der beiden Marken wegstecken. Inzwischen hat sich der Kauf der beiden Luxusmarken aber zum Gewinntreiber entwickelt.

"Das Ergebnis wurde vor allem von der starken Entwicklung der Jaguar-Land-Rover-Marken geprägt", sagte Deven Choksey von der in Mumbai ansässigen Investmentgesellschaft K.R. Choksey Shares & Securities der Nachrichtenagentur Bloomberg. Selbst bereinigt um einen Steuerertrag für Jaguar habe dies die Marge mächtig klettern lassen.

Der Chef von Jaguar-Land-Rover, der deutsche Manager Ralf Speth, berichtete von einer Rekordnachfrage in Schwellenländern wie China und Russland, die helfe, die Marktschwäche in Europa zu kompensieren.

Die beiden britischen Nobelmarken profitieren derzeit - ebenso wie die deutschen Premiumhersteller - davon, dass der Markt für Luxusautos weiter deutlich wächst.

Zudem sorgen neue Modelle für zusätzlichen Schub. Vor allem der neue, kleine Range-Rover-Geländewagen Evoque treibt die Umsätze bei der Tochter Jaguar Land Rover (JLR). Die Wartezeit für einen neuen Evoque beträgt laut Herstellerangaben derzeit drei Monate.

Im kommenden Jahr soll ein neuer kleiner Roadster die Modellpalette vervollständigen. Die Tata-Tochter ist dabei, ihre Produktionskapazitäten deutlich auszubauen, nachdem der Absatz binnen Jahresfrist um 51 Prozent zugelegt hatte. Mit Jaguar und Land Rover wollen die Inder zu einem ernstzunehmenden Rivalen von BMW werden - und weltweit Fuß fassen. Erst jüngst hatte Tata Motors den Sprung nach China angekündigt.

Die aktuelle Land Rover/Jaguar-Erfolgsstory wird laut einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Jato Dynamics aber auch vom Jaguar XF getragen. Ein Plus von 47 Prozent verzeichnet die britisch-indische Schwestermarke mit der im Vergleich zu früheren Jahrzehnten völlig veränderten Business-Limousine. Das starke zweistellige Absatzplus dürfte auch damit zu erklären sein, dass (im Gegensatz zum V8 des hier gezeigten R-Modells) nun nach dem Facelift für Europa ein kleinerer 2,2-Liter-Diesel-Motor zur Verfügung steht.

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