Indizien genügen
Versicherung muss „gestellten“ Unfall beweisen

HB KOBLENZ. Eine Versicherung trägt grundsätzlich die volle Beweispflicht, wenn sie einen Unfall als fingiert bewertet. Das berichtet die Zeitschrift „OLG-Report“ unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz.

Nach Auffassung der Richter ist dieser Nachweis allerdings bereits erbracht, wenn eine „ungewöhnliche Häufung von Indizien“ für eine Manipulation sprechen (Az.: 12 U 1 174/04). Das Gericht wies mit seinem Urteil die Zahlungsklage eines Sportwagenhalters gegen eine Kfz-Haftpflichtversicherung ab. Der Kläger hatte geltend gemacht, sein Unfallgegner habe mit einem gemieteten Lastwagen einen Auffahrunfall verursacht, bei dem sein Wagen erheblich beschädigt worden sei. Die Polizei sei nicht verständigt worden, weil der Lastwagenfahrer seine Schuld sofort zugegeben habe. Die Versicherung meinte dagegen, es handele sich um einen gestellten Unfall.

Das OLG schloss sich dieser Auffassung an. Als eindeutige Indizien werteten die Richter, dass der Sportwagen bereits Vorschäden aufgewiesen habe, die Polizei nicht verständigt worden sei, die Tachoscheibe des Lastwagens fehle und es sich um ein gemietetes Fahrzeug gehandelt habe. Außerdem hätten die Beteiligten einen Wagentyp gewählt, bei dem das Verletzungsrisiko für den Unfallverursacher gering gewesen sei. Eine Häufung solcher Indizien genüge für den Nachweis eines fingierten Unfalls.

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