Innovation
Autos sehen auch im Dunkeln

BWM und Daimler-Chrysler bieten erste Nachtsichtgeräte gegen Aufpreis für die Oberklasse.

DÜSSELDORF. Die Automobilhersteller kümmern sich verstärkt um den Schutz der Fußgänger. Mercedes und BMW bieten als erste Hersteller in Deutschland für ihre Nobelkarossen ein Nachtsichtgerät an und verbessern so die Sicht des Autofahrers bei Dunkelheit. Ob die teure Technik – sie kostet bei beiden Herstellern rund 2000 Euro – von den Kunden angenommen wird, muss sich erst noch zeigen und wird vor allem davon abhängen, wie sich die Sehhilfen im Alltag bewähren.

Bereits 1999 präsentiert General Motors (GM) als erster Hersteller der Welt ein Nachtsichtsystem in einem normalen PKW. Im Cadillac Deville macht die „Night Vision“ genannte Technik Fußgänger oder Tiere auf der Straße auf Grund ihrer Wärmestrahlung sichtbar – selbst wenn sie für das Auge des Fahrers noch nicht zu erkennen sind. Bei den Kunden kam die Sicherheitstechnik jedoch nicht an. 2003 waren nur 600 Käufer bereit, den Aufpreis von rund 2 250 Dollar für das System zu zahlen. 2004 nahm GM das Assistenzsystem vom Markt.

BMW und Daimler-Chrysler lassen sich von den GM-Erfahrungen nicht beirren und bieten in diesem Jahr erstmals Nachtsichtsysteme für ihre Toplimousinen an. Die Autobauer versprechen sich von den Nachtsichtsystemen einen erheblichen Sicherheitsgewinn. Denn rund 40 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle passieren laut Statischem Bundesamt bei Dunkelheit – obwohl Nachtfahrten nur 15 Prozent Anteil an der Gesamtfahrleistung haben.

Besonders gefährdet sind Fußgänger und Radfahrer, die nachts leicht übersehen werden. Selbst die starken Bi-Xenon-Scheinwerfer leuchten mit Abblendlicht eine Straße bestenfalls bis 70 Metern aus. Die Reichweite der Nachtsichtsysteme ist mindestes doppelt so weit und erlaubt dem Fahrer längere Reaktionszeiten im Dunkeln.

Auch wenn die Assistenzsysteme von BMW und Daimler-Chrysler unter dem gleichen Oberbegriff Nachtsichtsysteme rangieren, arbeiten die Geräte mit unterschiedlicher Technik – mit Vor- und Nachteilen. Der Hersteller aus München setzt ähnlich wie einst GM auf die Erkennung mit Fern-Infrarot-Technik. Eine Wärmebildkamera erfasst einen Bereich von bis zu 300 Metern vor dem Fahrzeug. Das Bild auf dem Monitor im Fahrzeug stellt Objekte um so heller dar, je wärmer diese sind. Dadurch sind Fußgänger am Straßenrand oder Tiere bei einem Wildwechsel, besonders früh und gut zu erkennen. Selbst bei dichtem Nebel soll das System funktionieren. Nachteil: Das Geisterbild auf dem Bordmonitor ist gewöhnungsbedürftig. BMW hat das Nachtsichtsystem gemeinsam mit dem schwedischen Autozulieferer Autoliv entwickelt.

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