Intermot 2006
BMW stellt Einzylinder-Baureihe und neues ABS vor

dpa/gms KöLN. Mit drei neuen Einzylinder-Motorradmodellen will BMW mehrere Nischen gleichzeitig besetzen. Die Hard-Enduro G650 Xchallenge, die Streetmoto G650 Xmoto und der Scrambler G650 Xcountry besitzen zwar eine einheitliche technische Basis.

Sie seien im Charakter aber ganz unterschiedliche Fahrzeuge, teilte der Hersteller zum Start der Motorradmesse Intermot (bis 15. Oktober) in Köln mit.

Als Antrieb ist laut BMW jeweils der überarbeitete Einzylinder aus den bisherigen F650-Modellen vorgesehen. Das Aggregat mit dem kleinsten Hubraum in der BMW-Motorenpalette sei im Hinblick auf Leistung und Gewicht verbessert worden und leistet nun in der G650 X- Baureihe 39 kW/53 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 60 Newtonmeter.

Mit der neuen Baureihe will BMW mehrere Zielgruppen ansprechen. Besonders jungen Motorradfahrer soll sie Einstiegsmöglichkeiten ins Motorradfahren bieten. Die Hard-Enduro richtet sich an Fahrer, die das Offroad-Potenzial ihrer Maschine tatsächlich nutzen wollen. Bei der Streetmoto steht der Fahrspaß auf Straßen im Vordergrund, während der Scrambler auch für leichte Geländepassagen geeignet ist.

Alle drei Maschinen besitzen einen Brücken-Rohrrahmen aus Stahl mit Aluguss-Seitenteilen und angeschraubtem Heckrahmen aus Aluminium. Wegen des Leichtbaukonzepts liegt das Gewicht zwischen 156 und 160 Kilogramm. Je nach Modell gibt es eine unterschiedliche Auslegung der Gabel und hinteren Federelemente sowie der Bremsen. Auch die Räder sind in Größe und Bereifung auf den jeweiligen Einsatzzweck zugeschnitten. Ein Zwei-Kanal-ABS ist laut BMW auf Wunsch erhältlich.

Die Markteinführung der Motorräder ist zum Saisonstart im Frühjahr 2007 vorgesehen. Preise stehen nach Angaben einer BMW-Sprecherin noch nicht fest. „Sie werden aber eher am unteren Ende der BMW-Skala liegen“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens auf der Intermot.

BMW bringt außerdem eine neue Generation seines Motorrad-ABS sowie erstmals eine Antriebs-Schlupfregelung für Zweiräder auf den Markt. Das neue ABS-System wurde losgelöst vom Vorgängersystem entwickelt.

Durch die neue Konzeption konnte es laut BMW vereinfacht und gleichzeitig weiterentwickelt werden. So seien hohe Verzögerungswerte und damit kurze Bremswege nun auch ohne elektrische Bremskraftverstärkung realisierbar. An der bisherigen Kombination von ABS und Bremskraftverstärker hatte es Kritik gegeben, da Störungen einzelner Komponenten in bestimmten seltenen Situationen zum Ausfall des ABS-Systems führen konnten.

Das neue ABS ist laut BMW als Ventilsystem konstruiert - einem aus dem Automobilbereich stammenden Regelungskonzept. Der Bremsdruck für die Vorderradbremse wird hydraulisch und allein über die Betätigungskräfte am Handhebel aufgebracht, was ein direkteres Bremsgefühl bewirken soll. Eine Umgewöhnung beim Umstieg von Motorrädern ohne ABS sei nicht mehr erforderlich, heißt es bei BMW.

Die Teil-Integralfunktion, also die automatische Aktivierung der Hinterradbremse beim Betätigen der Vorderradbremse, wurde beibehalten. Die Betätigung des Fußbremshebels aktiviert nur die Hinterradbremse. Durch diese Auslegung soll unter allen Bedingungen eine ideale Bremskraftverteilung auf beide Räder erreicht werden. Der Bremsdruck für den Hinterradkreis wird unabhängig vom vorderen Radkreis durch eine elektronisch gesteuerte Hydraulikpumpe erzeugt.

Die neue ABS-Generation bildet BMW zufolge die Plattform für zusätzliche Regelungssysteme. Eines davon ist die Antriebs- Schlupfregelung ASC, die der Hersteller von 2007 an zunächst bei den tourenorientierten Modellen der K- und Boxer-Serie erstmals bei Motorrädern als Sonderausstattung anbieten will. ASC soll beim starken Beschleunigen ein unkontrolliertes Durchdrehen des Antriebsrades verhindern, weil dieser Vorgang einen Verlust an Seitenführung und somit ein Ausbrechen des Hinterrades bewirkt. Zudem soll das System das Abheben des Vorderrades verhindern. Erreicht wird das durch eine automatische Verringerung der Motorleistung.

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