Interview
Europäische Fusionen lassen Iveco kalt

Der zu Fiat gehörende italienische Nutzfahrzeughersteller Iveco will eigenen Angaben zufolge nicht mit einem europäischen Wettbewerber zusammengehen. Wachstumschancen sieht der Konzern eher in Märkten wie Indien und der Türkei.

HB HANNOVER. "Offen gesagt: Soweit ich weiß, kein Interesse", sagte Iveco-Vorstandschef Paolo Monferino am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters auf der Messe IAA Nutzfahrzeuge in Hannover zu möglichen Fusionen.

"Größer zu sein bedeutet nicht notwendigerweise, besser zu sein. Das ist so, wenn man Dinge richtig macht, aber die Komplexität und die Probleme sind deutlich größer. Kleiner zu sein bedeutet nicht zwangsläufig eine schlechte Firma zu sein", sagte Monferino. Iveco ist der kleinste Hersteller von schweren Lkw in Europa.

Monferino sagte, er wäre überrascht, falls Fiat eines Tages Iveco verkaufen sollte. Die Bedeutung der Nutzfahrzeugsparte für den Konzern zeige sich etwa daran, dass der Konzern die teure Entwicklung von Dieselmotoren nur im Verbund der Lkw-Sparte mit den Segmenten Auto, Traktoren und Baumaschinen leisten könne.

Bis 2010 will Iveco seinen Absatz verdoppeln. Die Italiener hatten 2005 rund 9,5 Milliarden Euro umgesetzt. Wachstum verspricht sich der Iveco-Chef von drei Gemeinschaftsunternehmen in China und von anderen Wachstumsmärkten. Sein Unternehmen sei in Gesprächen mit dem indischen Fahrzeughersteller Tata über Arbeitsgebiete von gemeinsamem Interesse. Zunächst wollen die beiden Unternehmen zusammen allradgetriebene Fahrzeuge und mittelgroße Lkw für den südamerikanischen Markt entwickeln. Außerdem wolle Iveco von Tatas Präsenz in Südafrika profitieren.

In der Türkei ist das italienische Unternehmen Monferino zufolge in Gesprächen mit der Koc-Gruppe über eine Ausweitung seiner Minderheitsbeteiligung am Nutzfahrzeugbauer Otoyol auf 50 Prozent. Ziel sei die Übernahme der Verantwortung. "Falls dies der Fall sein sollte, und ich denke, die Verhandlungen werden recht bald beendet sein, wollen wir in diese Firma unsere Technik und unsere Produkte einbringen", sagte Monferino.

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