Japanische Hersteller
Defekte Airbags sorgen für Massen-Rückruf

Wegen Problemen mit den verbauten Airbag-Systemen rufen Toyota, Honda, Nissan und Mazda weltweit knapp drei Millionen Autos zurück. Die betroffenen Modelle der Japaner liefen zwischen 2000 und 2004 vom Band.
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TokioWegen technischer Probleme mit dem Airbag rufen die japanischen Hersteller Toyota, Honda, Nissan und Mazda insgesamt 3,4 Millionen Autos in die Werkstätten zurück. Allein beim Marktführer Toyota sind nach Firmenangaben weltweit 1,73 Millionen Autos betroffen, davon 62.000 in Deutschland. Auslöser der Aktion ist das Treibgas, das ein japanischer Zulieferer verwendete. Bei einem Unfall blase sich das Luftkissen für den Beifahrer möglicherweise nicht richtig auf, teilten die Firmen mit. Zudem könnte ein Feuer ausbrechen. Bei Toyota sind Fahrzeuge betroffen, die zwischen November 2000 und März 2004 gebaut wurden. Honda kündigte an, weltweit 1,14 Millionen Autos in die Werkstätten zu rufen. Bei Nissan sind 480.000 und bei Mazda 45.500 Wagen betroffen.

Toyota und seine Kunden wurden in den vergangenen Jahren mehrfach von Rückrufaktionen geplagt. So wurden im Oktober sieben Millionen Autos in die Werkstätten gerufen. Die großen Zahlen kommen zustande, weil Autokonzerne aus Kostengründen bei bestimmten Teilen zunehmend auf einige wenige Zulieferer setzen. Die jetzt beanstandeten Airbags wurden von der in Tokio ansässigen Firma Takata hergestellt, die auch Konzerne wie Daimler oder Ford zu ihren Kunden zählt. Ein Takata-Sprecher sagte, die fehlerhaften Airbags seien auch an ausländische Hersteller geliefert worden, nannte aber keine Namen. Volkswagen ist nach eigenen Angaben nicht betroffen. Die Takata-Aktie gab an der Tokioter Börse um neun Prozent nach.

Den Herstellern zufolge liegt das Problem in einem defekten Gasgenerator der Beifahrer-Airbags. Möglicherweise müsste bei den fehlerhaften Produkten eine Düse an dem Luftsack erneuert werden, hieß es bei Toyota.

In deutsche Fabrikate sind die möglicherweise fehlerhaften Airbags wohl nicht eingebaut worden. Bei Daimler, Porsche, Opel und der VW-Kernmarke Volkswagen seien die Produkte nicht verwendet worden, teilten die Hersteller auf Nachfrage mit.

BMW und Audi prüften ihre Unterlagen zunächst noch. „Takata ist für uns ein eher kleinerer Airbag-Lieferant und wir haben nicht sehr viele Airbags dieses Unternehmens in unseren Fahrzeugen verbaut“, sagte ein BMW-Sprecher.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg ist es der größte Rückruf seit fast 20 Jahren, in den Takata verwickelt ist. Damals hatten fast 9 Millionen Autos wegen defekter Sicherheitsgurte überprüft werden müssen.

Takata ist nach eigenen Angaben der zweitgrößte Hersteller von Sicherheitssystemen für Autos. Der Konzern aus Tokio machte im Geschäftsjahr 2011/2012 rund 3 Milliarden Euro Umsatz. Der Europasitz liegt im fränkischen Aschaffenburg, dem Sitz des früheren deutschen Airbag- und Lenkradherstellers Petri AG. Takata hatte Petri 2000 übernommen. 1980 hatte das Aschaffenburger Unternehmen zusammen mit Mercedes-Benz den Airbag zur Serienreife gebracht und in größeren Mengen produziert.

Toyota zufolge sind wegen der fehlerhaften Airbags keine Verletzungen oder Todesfälle gemeldet worden. Kunden können sich das fehlerhafte Teil kostenlos austauschen lassen. Die Reparatur dauert zwischen einer und zweieinhalb Stunden. Die Kosten der Rückrufaktion gab der Konzern nicht bekannt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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