Justiz
Land haftet nicht für Unfall auf „Flüsterasphalt“

HB KARLSRUHE. Das Land Baden-Württemberg haftet nicht für einen Unfall, der auf der Autobahn acht bei Karlsbad auf so genanntem Flüsterasphalt geschah. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe entschieden.

Die Richter bestätigten ein Urteil des Landgerichts Karlsruhe. Danach habe das Gutachten eines Sachverständigen nicht belegt, dass die Unfallstelle mit einem unzureichend griffigen Straßenbelag versehen gewesen sei. (AZ: zehn U 150/04 - Urteil vom 23. Juni 2006). Eine weitere Berufung in Sachen Flüsterasphalt ist anhängig. Deswegen könne trotz der Bestätigung der abgewiesenen Klage im vorliegenden Fall derzeit noch nicht gesagt werden, dass das Land generell nicht für Unfälle auf Flüsterasphalt hafte.

Im vorliegenden Rechtsstreit hatte eine Frau das Land im Wege der Amtshaftung auf Schadenersatz verklagt, weil ihr Mann im Sommer 2001 auf der A8 bei einer Vollbremsung auf Flüsterasphalt verunglückt war. Nach ihren Angaben war der Wagen bei der Bremsung auf nassem Belag ins Schleudern geraten und gegen mehrere Verkehrsschilder geprallt. Der Ehemann blieb unverletzt.

Nach Ansicht der Klägerin war dem Land die Gefährlichkeit des umstrittenen Fahrbahnbelags auf Grund mehrerer darauf zurückzuführender Verkehrsunfälle bekannt. Daher müsse das Land die Hälfte ihres Schadens von rund 6 200 Euro ersetzen. Der Flüsterasphalt ist inzwischen nicht nur auf der A8 bei Karlsbad, sondern auf mehreren unfallträchtigen Abschnitten ausgetauscht worden. Er wird seit 1991 verwendet und sorgt dafür, dass Lärm stärker absorbiert wird. Regenwasser soll besser von der Oberfläche abfließen.

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