Kalifornien verlangt Schadensersatz
Autobauer wegen Treibhausgasen verklagt

Die Klimaerwärmung war in den USA bisher kein großes Thema. Der Bundesstaat Kalifornien denkt nun um und hat sich eine völlig neue Strategie einfallen lassen. Eine Strategie, die für die Autoindustrie ganz schön teuer werden könnte.

HB SAN FRANCISCO. Nun hat es auch die Autoindustrie getroffen. Kalifornien verklagt Chrysler und fünf weitere führende Autobauer wegen Treibhausgasen aus ihren Fahrzeugen auf Schadenersatz. Für die betroffenen Unternehmen ist das kein Spaß, denn Schadensersatzklagen können in den USA ganz schön teuer werden.

Die Folgen der Emissionen hätten den US-Bundesstaat Mill. von Dollar gekostet, sagte der kalifornische Justizminister Bill Lockyer am Mittwoch. Die Klage wende sich auch gegen General Motors, Toyota, Ford und die US-Ableger von Honda und Nissan. Es sei das erste Verfahren dieser Art.

In der Klage beim US-Bezirksgericht in Nordkalifornien heißt es, die Auto-Abgase hätten bedeutend zur Erderwärmung beigetragen. So verursachten sie den Klägern zufolge Schäden an den Ressourcen, der Infrastruktur und den Umweltbedingungen des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates. Nach kalifornischem und US-Bundesrecht hätten die Konzerne eine Gefährdung der Öffentlichkeit zu verantworten. Schließlich hätten sie Mill. Fahrzeuge hergestellt, die zusammen massive Mengen Kohlenstoffdioxid ausstießen.

Die Klage ist Teil einer Strategie, auf die Erderwärmung infolge der Treibhausgase aufmerksam zu machen, sagte Justizminister Bill Lockyer. „Damit ist beabsichtigt, diese Autohersteller für das Geld, das die Steuerzahler zur Beseitigung der Schäden aufbringen, aufkommen zu lassen.“

„Fahrzeugabgase sind die am schnellsten wachsende Ursache für Kohlenstoff-Emissionen, die zur globalen Erwärmung beitragen, jedoch haben sich die Regierung und die Autohersteller bisher geweigert, etwas dagegen zu tun“, teilte der kalifornische Justizminister Bill Lockyer mit. Die Klage wurde beim US-Bezirksgericht in Oakland eingereicht.

Als erster US-Staat hat Kalifornien im vergangenen Monat beschlossen, den Ausstoß der so genannten Klimagase gesetzlich zu beschränken. Ziel ist demnach die Senkung des Ausstoßes an Kohlendioxid und anderen klimaschädlichen Gasen um 25 Prozent bis 2020. Mit diesem Schritt verabschiedet sich Kalifornien von der Politik von US-Präsident George W. Bush, der gesetzliche Beschränkungen ablehnt.

Gouverneur Arnold Schwarzenegger einigte sich mit den Abgeordneten darauf, die Reduzierung gesetzlich festzulegen und den Ausstoß der Schadstoffe bis 2020 um 25 Prozent auf das Niveau von 1990 zu senken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%