Kastenwagen-Rekord auf dem Salzsee?

Schnellster R4 der Welt soll Tempo 280 schaffen

Der R4 soll’s bringen: Vier französische Enthusiasten wollen auf dem Salzsee von Bonneville mit einer umgebauten Kastenwagenversion einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen.
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Mit Unterstützung von Renault Classic schrauben vier Franzosen zurzeit am möglicherweise schnellsten Kastenwagen aller Zeiten. Quelle: ampnet

Mit Unterstützung von Renault Classic schrauben vier Franzosen zurzeit am möglicherweise schnellsten Kastenwagen aller Zeiten.

(Foto: ampnet)

DüsseldorfFür einen eigenwilligen Rekordversuch verpflanzten vier Freunde den 290-PS-Motor eines Renault 5 Turbo aus der französischen Tourenwagenmeisterschaft von 1983 in den Bug des im gleichen Jahr gebauten Kastenwagens. Ziel der tapferen Gallier ist es , auf der topfebenen und schnurgeraden Rekordpiste im US-Bundesstat Utah 280 km/h Spitze zu erreichen. Damit wäre die Konstruktion der schnellste Renault 4 der Welt.

Auch für weitere Komponenten bedienten sie sich im historischen Renault Regal: Das Getriebe stammt in seinen Grundzügen vom Renault 21 Turbo und Renault 25 GTX. Die Bremsen des Rekordfahrzeugs sind Leihgaben des Renault 25 (vorne) und Clio 2 (hinten).
Zusätzlich verstärkte das Mechanikerquartett das Renault 4 Fahrwerk mit speziellen Rad- und Achsschenkelträgern und baute eine Spezialfederung ein. Für optimale Sicherheit sorgen neben einem Überrollkäfig und einem Feuerlöscher ein spezielles Gurtgeschirr sowie ein Schalensitz nach US-amerikanischer Norm. Hinzu kommt ein Bremsfallschirm, der im Dach untergebracht ist.

Hätten Sie das als R4 erkannt? Wer auf dem Salzsee bei Bonneville Rekorde aufstellen möchte, muss schon was am Fahrwerk tun. Quelle: ampnet

Hätten Sie das als R4 erkannt? Wer auf dem Salzsee bei Bonneville Rekorde aufstellen möchte, muss schon was am Fahrwerk tun.

(Foto: ampnet)

Die „Triplettes de Bonneville“, wie sich die vier Speed-Enthusiasten in Anlehnung an die drei Musketiere plus deren Gefährten D’Artagnan nennen, erhalten bei ihrem Projekt tatkräftige Unterstützung von Renault Classic. So übernahm die Klassik-Abteilung des französischen Automobilherstellers unter anderem die Anpassung und den Einbau des Getriebes, der Lenk-, Federungs- und Bremssysteme sowie die Vorbereitung und Lackierung der Karosserie. Auch die Spezialisten von Renault Sport halfen bei der Ausführung des Kabelstrangs.
Die „Triplettes de Bonneville“ gehen seit 2008 bei der „Saline4Fun“ mit unkonventionellen Fahrzeugen an den Start. Unter anderem nahmen sie mit einem alten Mofa an dem High-Speed-Festival auf dem Salzsee teil. Für ihre diesjährige Reise ließen sie sich vom 50. Geburtstag des legendären Renault 4 inspirieren.

Kompaktwagen-Revoluzzer mit Revolverschaltung
50 Jahre Renault R4
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Am 21. September 1961 feiert der Renault R4 die offizielle Weltpremiere bei der Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Er tritt die Nachfolge des erfolgreichen 4CV an. Der Viertürer mit der großen Heckklappe ist der erste Renault mit Frontantrieb.

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Bereits 1956 begannen die Planungen an dem Auto, das heute ein Klassiker ist. Renault-Generaldirektor Pierre Dreyfus diskutiert erstmals mit seinen Vorstandskollegen das Projekt eines kleineren, vielseitigen Wagens, der eine "große Hecktür haben soll und dazu einen Laderaum, dessen freier Zugang nicht durch Karosserie- und Mechanikteile behindert wird. Ich stelle mir ein Auto mit gutem Federungskomfort und guter Handlichkeit vor."

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Die Idee kam Dreyfus, als er in der Zeitung einen Bericht über die demografische Entwicklung in Frankreich liest. Das neue Auto soll von der jungen Familie bis zum Rentner-Ehepaar eine möglichst breite gesellschaftliche Schicht ansprechen.

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Bevor der R4 in Serie gehen konnte, musste er aber zuerst durch das umfangreichste und härteste Testprogramm, das bist dahin stattgefunden hatte. Rund 2,9 Millionen Testkilometer legen die Versuchsfahrer zurück. Die Touren führen den R4 in die kältesten Zonen Schwedens, auf die kurvenreichen Buckelpisten Sardiniens, quer durch Wüstengebiete in Afrika und über menschenleere Gegenden in den USA. Die Testfahrer bauen eine so innige Beziehung zu ihrem Gefährt auf, dass sie es irgendwann "Marie-Chantal" nennen.

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Ende 1958, nach vielen Vorstudien, fällt die Entscheidung zum Bau des R4, der noch die Entwicklungsnummer „350“ trägt: Er soll damals nicht mehr als 350.000 französische Francs kosten. Offiziell erhält das neue Modell später die Projektnummer „112“. Am 3. August 1961 beginnt die Serienproduktion auf der Seine-Insel Séguin in Paris-Billancourt. Der R4 kostet bei der Markteinführung in Deutschland 3.830 Mark.

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Er kommt zunächst in vier Versionen auf den Markt: als R4, R4 L mit drei Seitenscheiben, als R4 L Super Confort sowie als minimal ausgestatteter Renault 3 mit 0.6-Liter-Motor, der jedoch nicht auf dem deutschen Markt angeboten werden wird.

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Die übrigen Modelle besitzen einen 747 ccm großen, wassergekühlten Vierzylindermotor, der 23 PS leistet. Das Dreiganggetriebe hat bereits die typische Revolverschaltung, die auch in Citroens 2CV, der Ente, Verwendung fand. Im R4 ließen sich die Gänge auch damals schon wechseln, ohne die Hand weit vom Lenkrad nehmen zu müssen.

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3 Kommentare zu "Kastenwagen-Rekord auf dem Salzsee?: Schnellster R4 der Welt soll Tempo 280 schaffen"

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  • Definitiv!!! Den Gedanken hatte ich sofort, als ich den Namen gelesen hab'. Ein aeusserst "interessanter" Film, absolut sehenswert!

  • Die "Triplettes de Bonneville“ scheinen mir eher eine Anspielung auf den köstlichen Zeichentrickfilm "Les Triplettes de Belleville“ zu sein:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Das_große_Rennen_von_Belleville

    Ein Hauptspaß, nicht nur für Freunde und Kritiker des Radsports!

  • R4 war zu seinerzeit die schlimmste Rostlaube aller Zeiten !

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