"Kaufmännisch richtig"
Diesel so teuer wie noch nie

Die Dieselpreise in Deutschland haben einen neuen Höchststand erreicht.

HB HAMBURG. Nach einer Preisrunde am Mittwoch mussten die Autofahrer im Bundesdurchschnitt bei Markentankstellen 1,17 bis 1,18 Euro für einen Liter Superbenzin und 1,02 Euro für Diesel bezahlen, teilten Sprecher der Mineralölindustrie am Mittwoch in Hamburg und Bochum mit.

Ursache für das Preishoch sei die angespannte Lage auf den Öl- Weltmärkten, auf denen einen Tag zuvor Rekordpreise von über 50 Dollar erreicht wurden. „Besonders der Dieselpreis ist am europäischen Großmarkt in Rotterdam stark gestiegen“, sagte Aral- Sprecher Detlef Brandenburg. Hier mache sich bereits die bevorstehende Heizperiode bemerkbar, da die Preise für Heizöl und Diesel sich im Gleichschritt bewegen. Die Heizöl-Tanks der Verbraucher seien nur wenig gefüllt, so dass jetzt Ölvorräte für den Winter gekauft würden. Die steigende Nachfrage mache sich auch an den Zapfsäulen bemerkbar.

Ein Liter Diesel kostete am Mittwoch bei Aral durchschnittlich 101,9 Cent, der Preis wurde um fünf Cent erhöht. Ob die anderen Konzerne dem Beispiel von Aral folgen, war am Mittwoch zunächst unklar. Eine Esso-Sprecherin erklärte aber: „Die Entscheidung ist kaufmännisch richtig.“

Die Ölpreise hatten gestern weltweit neue Höchststände erreicht und in den USA erstmals die Marke von 50 Dollar für ein Barrel Rohöl durchbrochen. Am New Yorker Warenterminmarkt Nymex schoss der Ölpreis am frühen Dienstagmorgen auf 50,47 Dollar je Barrel (159 Liter) in die Höhe. Der Preis lag dann später mit 50,05 Dollar um 41 Cent oder 0,83 Prozent höher als am Rekordschluss des Vortages. Die für Europa maßgebliche Öl-Sorte Brent erreichte in London einen Spitzenstand von 46,58 Dollar. Saudi-Arabien kündigte an, seine Förderung drastisch um 1,5 Millionen auf elf Millionen Barrel pro Tag auszuweiten.

Die EU-Kommission und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) äußerten sich besorgt über den ungebremsten Anstieg der Energiepreise. Der Kanzler forderte Initiativen des G8- Weltwirtschaftsgipfels, um mehr Transparenz in der Gestaltung des Ölpreises zu erreichen. „Der Ölpreis ist ganz wesentlich durch sehr viel Spekulation bestimmt“, sagte Schröder in Oslo.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) bezeichnete die Preissteigerungen auf dem Ölmarkt als große Gefahr für die Weltwirtschaft.

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