Kein Potenzial für Hybrid-Antriebe gesehen
GM sieht russischen Automarkt auf der Überholspur

Russland wird nach Einschätzung von General Motors in absehbarer Zeit Deutschland den Rang des größten Automarkts in Europa ablaufen.

HB FRANKFURT. „Wir glauben, dass der russische Automarkt schon im kommenden Jahr nach Deutschland der zweitgrößte Markt in Europa sein wird und in sehr naher Zukunft der größte in Europa ist“, sagte der Finanzchef der zum Großteil aus Opel bestehenden Europasparte von GM, Luca Maestri, am Montag auf dem Reuters Auto Summit, einem Branchentreffen von hochrangigen Automanagern. Schon 2008 werde Russland, derzeit viertgrößter Markt in Europa, Großbritannien und Frankreich überholen.

Für 2007 rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit einem Rückgang auf rund 3,2 (Vorjahr: 3,47) Mill. neu zugelassene Pkw. In Russland werden es nach den Worten von Maestri rund 2,5 Mill. Fahrzeuge sein.

GM ist in Russland bereits mit Werken in St. Petersburg und Kaliningrad vertreten und will weiter investieren. „Wir wollen dort produzieren, wo wir wachsen. Wir prüfen alle Optionen, um unsere Kapazitäten in Russland auszubauen.“ Vor allem die derzeit europaweit am stärksten wachsende GM-Marke Chevrolet kommt bei den Russen an. Aber auch die Verkaufszahlen von den dort produzierten Opel, Cadillac und Hummer weisen nach oben. „In diesem Jahr werden wir in Russland 250 000 Fahrzeuge verkaufen“, fasste Maestri zusammen.

Die Aussichten für den deutschen PKW-Markt sind seiner Einschätzung nach trübe. „Die private Nachfrage ist im Keller. Das hängt mit der Unsicherheit der deutschen Verbraucher mit Blick auf Besteuerung und Emissionsvorgaben zusammen.“ Für 2008 hoffe er aber auf zumindest auf eine Verbesserung. Der europäische Markt werde insgesamt eher stagnieren, mit Wachstum in Zentral- und vor allem Osteuropa. „In Westeuropa kann man aber keine signifikant großen Wachstumsraten erwarten“, machte er deutlich.

Hybrid-Antriebe haben nach Einschätzung von Maestri in Europa kein großes Potenzial. „Es gibt bessere Wege, um die Treibstoffeffizienz zu erhöhen“, sagte der Finanzchef. Ein Dieselmotor habe bessere Emissionswerte als ein Hybrid. Hybrid-Antriebe hätten derzeit nur einen Anteil von 0,17 Prozent am Fahrzeugbestand in Europa. GM setze stattdessen auf die Entwicklung rein elektrischer Fahrzeugantriebe, sagte Maestri. Diese - allerdings noch nicht marktreifen - Antriebe seien dem Hybrid-Antrieb überlegen.

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