KFZ-Hauptuntersuchung
Was sich bei der TÜV-Prüfung 2012 ändert

Wenn das Auto die Hauptuntersuchung ohne Mängel meistert, ist jeder erleichtert. Ab April 2012 wird es bei der Fahrzeugprüfung aber einige Neuerungen geben, - und sie könnte etwas länger dauern.
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Düsseldorf/MünchenEine Novelle der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO), die im nächsten Februar den Bundesrat passieren soll, und dann geltendes Recht wird, bringt einige Änderungen bei der Hauptuntersuchung für Kraftfahrzeuge mit sich.

Wie der TÜV Süd jetzt informiert, soll Fahrzeughalter ab dem 1. April 2012 voraussichtlich bei der HU eine detaillierte Mängelliste bekommen. Wenn beispielsweise ein Rücklicht oder der rechte Frontscheinwerfer defekt ist, soll im Prüfbericht direkt darauf hingewiesen werden und nicht mehr - wie bisher - allgemein auf eine fehlerhafte Fahrzeugbeleuchtung. Diese neue Mängelliste könne dann als Reparaturauftrags-Vorlage für eine KFZ-Werkstatt dienen, so der TÜV Süd.

Die StVZO-Novelle sieht außerdem vor, dass die Plakette beim Überziehen des Untersuchungstermins nicht mehr rückdatiert werden darf. Wird der HU-Termin zum Beispiel vergessen und um vier Wochen überschritten, so soll diese Zeitspanne nicht mehr automatisch von den 24 Monaten bis zur nächsten Prüfung abgezogen werden. Eine echte Verbesserung für Fahrzeughalter: Die nächste HU wäre dann grundsätzlich zwei Jahre nach erfolgter Prüfung fällig.

Buße für Bummler bleibt

Der TÜV warnt aber bereit davor, künftig durch vorsätzliches Überziehen der Prüffrist den nächsten HU-Termin hinauszuzögern. Denn wer mit abgelaufener Plakette fährt, riskiert bei einem Unfall Probleme mit seiner KFZ-Versicherung. Bei einer Überziehung des TÜV-Termins droht außerdem ein Bußgeld. Bei Fristüberschreitungen von zwei bis vier Monaten sind das 15 Euro, danach 25 Euro. Wer sogar mehr als acht Monate zu spät dran ist, und erwischt wird, zahlt 40 Euro und erhält zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

Im Gegenzug zur Abschaffung der Rückdatierung ist bei zweimonatiger Verspätung nach Informationen des ADAC allerdings auch bei der neuen Regelung eine Strafgebühr vorgesehen, die in einem Aufschlag von 20 Prozent besteht. So soll auch künftig verhindert werden, dass Fahrer mit Prüf-Bummelei Zeit schinden.

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Die Elektronik-HU kommt

Kommentare zu " KFZ-Hauptuntersuchung: Was sich bei der TÜV-Prüfung 2012 ändert"

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  • HU ist keinesfalls eine Abzocke. Wir leben in einem Land in dem die Sicherheit groß geschrieben wird. Das soll auch so bleiben. Wenn man die anderen Länder anschaut, stellt man fest, dass wenn da überhapt was geprüft wird, dann bei weitem nicht in dem Umfang wie es hier gemacht wird. Manchmalt "bezahlt" man die nicht erfolgte Prüfung und bekommt die Plakette oder einen sauberen Prüfbericht. Da bei weitem nicht jeder die erforderliche Sicherheit prüfen kann, auch die die am WE schnell mal Bremsklötze einbauen und einen Ölwechsel durchführen können, sollte man das ganze einem Prüfingenieur überlassen. Wer will schon einen Frontalzusammenstoß mit einem anderen Auto erleiden, nur weil er nnicht tum TÜV ist und überswhen hat , dass die Reifen aufgrung des Alters hart sind und dass in der Kurve bei eine Vollbremsung der Bremsschlauch zu platzten droht, weil da die Materialermüdung so voran geschritten ist.

  • Die HU hat ohne Frage ihren Sinn. Wer weiterhin irgendwo in D auf der Autobahn so schnell fahren will, wie es das Auto vermag, sollte da auch aus Eigeninteresse nichts dagegen haben. Es wäre jedoch sinnvoll, Fahrzeuge mit hoher Jahreslaufleistung, also beispielsweise Mietwagen und Firmenwagen jährlich zur HU, um dem erhöhten Verschleiß Rechnung zu tragen.

    Wirkliche Abzocke ist jedoch die Strafgebühr für die Überschreitung der Frist um mehr als zwei Monate. Sie ist nicht mit einem Mehraufwand bei der HU zu rechtfertigen, da dieser aus fachlicher Sicht nicht auftritt. Weiterhin ist das Aussprechen und Eintreiben von Bußgeldern und Strafgebühren Sache der Behörden, eine hoheitliche Aufgabe, die nicht an Vereine oder Firmen übertragen werden darf. Warum kümmert sich nicht der ADAC oder jeder andere Automobilclub um seine Mitglieder und sorgt durch eine entsprechende Klage für die Abschaffung der Regelung.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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