KFZ-Versicherung
Kampf um die Flotten

Die deutschen Autoversicherer buhlen im Kraftfahrtgeschäft nach Branchenangaben teils mit Dumpingpreisen um gewerbliche und industrielle Kunden. Um neue Versicherte zu gewinnen, setzt die Branche zunehmend auf neue Serviceangebote.

KÖLN. Die Victoria Versicherung beklagte bereits, dass im Markt Flottenverträge zu Preisen gezeichnet würden, bei denen die Schadensaufwendungen nicht gedeckt würden – ein Grund für die Düsseldorfer, sich in diesem Geschäft zurückzuhalten. Versichern Unternehmen mehr als 30 Kraftfahrzeuge in einem Rahmenvertrag, spricht man allgemein vom Flottengeschäft.

Nach der Beobachtung großer Industriemakler sind trotz des Ausstiegs einiger Versicherer in den letzten Jahren – beispielsweise der AMB Generali – die Angebotskapazitäten für dieses tendenziell eher schadenträchtige Geschäft vorhanden. Um das Geschäft mit großen Kraftfahrtflotten trotz Preisverfalls rentabel zu gestalten, setzen einige Versicherer auf der Kostenseite an: über die traditionellen Maßnahmen des Risikomanagements hinaus geht es zunehmend um Schadenmanagement über Werkstattnetze. Damit konkurrieren die Versicherer wiederum mit Flottendienstleistern, den Automobilherstellern und Leasingunternehmen, aber auch mit den Industriemaklern, die ebenfalls vor einiger Zeit solche Netze aufgebaut haben, um Einfluss auf die Preise der Werkstätten nehmen zu können.

Für den Kunden seien zusätzliche Services zur reinen Versicherung wichtig, meint Klaus-Peter Herfeld, im Vorstand der HDI Industrie-Versicherung für das Flottengeschäft verantwortlich. Solche Dienste könnten beispielsweise Informationstechnik-Systeme sein, die jedem Kraftfahrzeug seine Kosten zurechneten und diese beim Unternehmenskunden auf die richtige Kostenstelle buchen könnten. Mit solchen Zusatzleistungen will der Versicherer die Kunden stärker an sich binden und preisbedingte Wechsel verhindern. Das Flottengeschäft des HDI ist nach Angaben des Unternehmens nicht eben ein Renditeknüller: Je versichertem Flottenfahrzeug werde nur ein zweistelliger Euro-Betrag verdient, sagt Herfeld.

Die Zurich-Gruppe Deutschland lehnt Preiskämpfe ab: „Wir machen kein Geschäft zu Dumpingprämien jenseits der kaufmännischen Vernunft. Es hätte weder für uns noch für den Kunden einen Vorteil, würden wir KFZ-Flotten untertarifiert zeichnen, die dann schon im Folgejahr zum Sanierungsfall würden“, sagt Vorstand Jörg Wälder.

„Es ist ein sehr stark preisgetriebener, weicher Markt mit aggressivem Wettbewerbsverhalten“, bestätigt Allianz-Pressesprecher Christian Weishuber. Die Allianz will ihre eigene Wettbewerbsposition ausbauen und im Herbst ein neues Flottenmodell auf den Markt bringen. Dumpingpreise schließt der Branchenführer aus. Flotten mit hohem Schadenaufkommen müssten permanent saniert werden; das heißt, entweder akzeptiert der Kunde höhere Preise und Selbstbehalte, oder der Vertrag wird nicht verlängert.

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