Kia Ray EV
Koreas erstes Serien-Elektroauto

Vielen Traditions-Autobauern machte der Hyundai-Konzern 2011 Angst mit satten Zuwächsen in den Zulassungsstatistiken. Nun gibt es auch ein erstes Serien-Elektromodell der Tochter Kia. Aber nur in Korea. Noch.
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DüsseldorfDie Elektro-Version des City Car Kia Ray wird ab sofort in Serie produziert, steht aber im nächsten Jahr zunächst nur für koreanischen Behörden zur Verfügung. Beide Versionen des Kia Ray, ob mit Benzin- oder Elektromotor, sind nur in Korea erhältlich. Der Citystromer rollt vom gleichen Band, auf dem auch die Benzinvariante gefertigt wird.

Angetrieben wird der Kia Ray EV von einem 50 kW/68 PS starken Elektromotor. Dieses Triebwerk soll den kastenförmigen City-Wagen in 15,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h ermöglichen und über eine Batterie-Reichweite von knapp 140 Kilometern verfügen. An einer normalen Steckdose benötigt er sechs Stunden, um wieder aufgeladen zu sein; an einer Schnellladeanlage nur 25 Minuten.

Ausgerüstet ist der frontangetriebene Kia Ray mit einem Automatikgetriebe. In der Fahrstufe "D" kann der Fahrer zwischen den Modi "E" und "B" wählen. "E" steht dabei für Eco-Modus, in dem jeweils das optimale Drehmoment zur Verfügung steht und somit der Stromverbrauch niedrig bleibt. Im Modus "B" wird die maximale Bremskraft des Motors genutzt, wenn der Fahrer mit dem Fuß vom Gaspedal geht. Dies ist für starke Gefälle und bergiges Gelände konzipiert.

Im Cockpit wird der Fahrer unter anderem über den Ladezustand der Batterie und die Restreichweite informiert. Mit einem serienmäßigen Navigationssystem, speziell für Elektroautos, ist der Kia Ray EV ebenfalls ausgerüstet. Es informiert automatisch über die nächste Lade- oder Schnellladestation. Elektronische Assistenzsysteme wie Stabilitätskontrolle und Berganfahrhilfe gehören ebenso zur Serienausstattung wie sechs Airbags.

Mit einem neuartigen System zur Bremsenergierückgewinnung hat der Kia Ray EV auch ein weiteres technisches Highlight zu bieten. Ein aktiver hydraulischer Bremskraftverstärker nutzt den Elektromotor, um den Hydraulikdruck für das Bremssystem zu erzeugen. Überschüssige Energie wird zum Aufladen der Batterie genutzt und die Bremskraft soll gleichzeitig dank dieses Systems in allen Fahrsituationen gleich sein.

In Korea hat man die Gefahr erkannt, dass Elektrofahrzeuge bei langsamem Tempo eine Gefahr für Fußgänger sind. Deshalb ist der Ray EV mit einem virtuellen Motorsound-System ausgestattet, das bei Geschwindigkeiten unterhalb von 20 km/h oder beim Rückwärtsfahren einen künstlichen Motorsound erzeugt. In Japan und den USA wird eine solche virtuelle Beschallung schon diskutiert und man will ihn zum Schutz von Fußgängern auch gesetzlich einführen.

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