Kino-Doku über Ayrton Senna
Unbedingter Siegeswille, bis in den Tod

Für Niki Lauda war er der beste Fahrer aller Zeiten: Der 1994 tödlich verunglückte Formel 1-Pilot Ayrton Senna. Jetzt kommt eine neue Dokumentation über den Brasilianer in die Kinos. Sie rührt nicht nur Rennsport-Fans.
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Düsseldorf/BerlinFast zehn Jahre lang prägte der Brasilianer Ayrton Senna die Königsklasse des Rennsports, bei seiner Beerdigung sollen über drei Millionen Menschen die Straßen gesäumt haben. Und bis heute sagen viele Formel-1-Fahrer, er sei für sie das größte Vorbild, und der "kompletteste" und schnellste Motorsportler. Der brasilianische Nationalheld sei "a driver´s driver", hieß es im britischen Auto-TV-Magazin "Top Gear". Bereits 1984, dem Jahr seines Formel-1-Debüts, ärgerte Senna in einem völlig unterlegenen Auto so renommierte Stars wie Alain Prost.

Eine 2010 bereits beim renommierten Sundance Filmfestival mit einem Publikumspreis ausgezeichnete Dokumentation kommt nun (ab dem 12. Mai) in die deutschen Kinos. In "Senna" beleuchtet der britische Regisseur Asif Kapadias Leben und Tod der Legende, er zeigt aber nicht nur Aufnahmen von Sennas wichtigsten Rennen und Interviews mit Größen der Formel 1.

Was fasziniert an einem Film, dessen Ende von vorneherein feststeht? Das Tempo, die Machart der unverhohlenen Heldenverehrung, die authentischen Rennszenen und die Dramatik, mit der der Rennbesessene schließlich dem eigenen Ende entgegenrast.

Senna verunglückte am 1. Mai 1994 auf der Rennstrecke im italienischen Imola beim Großen Preis von San Marino. Das wissen die meisten Zuschauer, und doch rührt der Film wohl auch Zuschauer, die mit Rennsport gar nicht viel verbindet.

Pure Driving

"Senna" zeigt zu Beginn einen stillen, fast schüchternen jungen Mann, der in Brasilien alles gewonnen hat, was man mit einem Renn-Go-Kart gewinnen kann. Nun sucht er in Europa nach neuen Herausforderungen, will sein "gottgegebenes Talent" nutzen, weiter am perfekten Fahrstil arbeiten. „Es war pures Fahren, echter Rennsport. Und das macht mich glücklich.“ Mehr wollte der Formel-1-Pilot Ayrton Senna eigentlich gar nicht.

Doch sein Leben endete wegen seiner Leidenschaft - und der Brasilianer wurde erst recht zur Legende. Geliebt von seinen Fans, abgöttisch verehrt von seinen Landsleuten, mehr als respektiert von seinen Rivalen. Im Dokumentarfilm "Senna" mit dem einfallslosen Untertitel "Genie. Draufgänger. Legende" sehen wir das Rennsport-Leben eines Mannes, der später in der Formel 1 lernen muss, dass es eben nicht nur um pures Fahren, um echtes Racing geht. Sondern um Team-Orders, Politik, und viel Geld. Und das machte den begnadeten Brasilianer bisweilen unglücklich - die Bilder sprechen hier eine klare Sprache.

Man sieht einen Mann, der weint, weil Kollegen verunglückt sind. Man sieht aber auch einen perfektionistischen Draufgänger, der absolut kompromisslos auf der Strecke ist. Man sieht den privaten Senna, der nach dem Gewinn des WM-Titels mit seiner Familie auf einer Jacht innere Zufriedenheit ausstrahlt. Man sieht einen konzentrierten Profi, der vor seinem Tod am 1. Mai 1994 beim Großen Preis von San Marino in Imola aufgewühlt wirkt.

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Ein Monument für den Regengott

Kommentare zu " Kino-Doku über Ayrton Senna: Unbedingter Siegeswille, bis in den Tod"

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  • Senna-der Film ist ein trauriger Film...

    Man weiß im voraus, dass es kein Happyend geben wird doch wenn man genau auf die Zeilen im Nachspann achtet so gibt es doch etwas gutes.

    Das Institut Ayrton Senna hat seit Sennas Tod rund 12 Millionen Kinder und Jugendlichen geholfen. Über 500.000 Lehrer wurden ausgebildet. Senna hat mehr Menschen geholfen als irgendein anderer Sportler auf der Welt. Mir fällt auf Anhieb auch kein Politiker ein der in den letzten 2 Jahrzehnten ähnliches geleistet hat. Wie beliebt ein Mensch war erfährt man auf seiner Beerdigung. Rund 3 Millionen Trauernde "vor Ort" sprechen eine eindeutige Sprache.

    Senna-der Film zeigt nur wenig über das wahre "Heldentums" Sennas. Vermutlich bewusst den Senna war kein Mensch der sich damit brüstete seinem Land zu helfen.

    Gott kann sehr stolz auf Senna sein.....







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