Klein, neutral und weltoffen
Hintergrund: Der Genfer Auto-Salon

Der Auto-Salon in Genf feiert 2006 seinen 101. Geburtstag. Dabei spiegel die Branchenschau auch das Land wieder, in dem sie stattfindet: Als klein, neutral und weltoffen wie die Schweiz kann man die Messe bezeichnen.

HB GENF. Mit 77 000 Quadratmetern ist der Genfer Salon deutlich kleiner als die großen Automessen in Frankfurt, Tokio, Detroit oder Paris. Die kurzen Wege, die Überschaubarkeit, der niedrigere Stress-Level machen die Autoshow am Genfer See gleichermaßen bei der Autobranche und beim breiten Publikum beliebt.

Weil es in der Schweiz seit Jahrzehnten keine relevante Autoindustrie gibt, ist der Genfer Salon wirklich offen, müssen sich die Ausstellungsmacher nicht einer dominanten nationalen Automobilproduktion beugen. So kommt es, dass sich neben den etablierten Autokonzernen auch junge Autoländer wie Indien oder Kleinstserien-Spezialisten und Automanufakturen beste Standplätze sichern können.

Die großen Autobauer erhoffen sich jedes Jahr einen automobilen Frühling und lassen die Messehallen am Flughafen zum Schauplatz zahlreicher Weltpremieren werden. Die Neutralität des Landes, aber auch die elegante Atmosphäre am Genfer See, lädt auch die großen Autobosse zu einem Besuch - viele Megadeals der Automobilindustrie wurden hier bereits hinter den Kulissen eingefädelt.

Genf war immer ein Zentrum der schweizerischen Automobilenthusiasten. 1898 wurde hier der Automobilclub der Schweiz gegründet, hier fand vom 29. April bis zum 7. Mai 1905 die erste Schweizer Automobilausstellung statt. In der Jubiläums-Sonderschau vom 3. bis zum 13. März unter dem Motto „100 Jahre automobile Fortschritte“ wird mit dem Thury- Nussberger Dampf-Dreirad das älteste existierende Schweizer Auto präsentiert - es stammt natürlich aus Genf.

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