Nachrichten
Kleine Vans groß im Kommen

Paris/Turin (dpa/gms) - Die ersten Großraumlimousine rollten vor 20 Jahren durch Europa, eine Fahrzeuggeneration später führten Opel Zafira und Renault Scénic das Konzept in die Kompaktklasse ein. Nun rollt die dritte Van-Welle heran.

Paris/Turin (dpa/gms) - Die ersten Großraumlimousine rollten vor 20 Jahren durch Europa, eine Fahrzeuggeneration später führten Opel Zafira und Renault Scénic das Konzept in die Kompaktklasse ein. Nun rollt die dritte Van-Welle heran.

Diesmal übertragen die Hersteller die Idee vom großen Raum auf eine kleine Fläche und schicken im Windschatten von Opel Meriva und Fiat Idea in den kommenden Monaten mehrere Großraumlimousinen auf Kleinwagenbasis ins Rennen.

Den Anfang macht Renault mit dem Modus, der noch vor dem Winter auf den Markt kommen soll. Der kleine Bruder von Espace und Scénic ist 3,78 Meter kurz, bietet aber bei 2,48 Meter Radstand genügend Platz für bis zu fünf Passagiere. So kann die zweite Reihe in vier Stufen um 17 Zentimeter verschoben werden. Das Ladevolumen variiert von 198 bis 621 Litern. Neu ist auch die geteilte Heckklappe. „Damit kommt man auch in engen Parklücken leicht an den Kofferraum“, sagt Thomas May-Englert, Pressesprecher von Renault Deutschland in Brühl.

Kurz nach dem Modus bringt Peugeot den 1007 auf den Markt. Statt konventioneller Klapptüren bekommt der 3,73 Meter lange Van zwei große Schiebetüren, die elektrisch bewegt gleichzeitig den Zugang zur ersten und zweiten Sitzreihe frei geben. Damit will Peugeot vor allem in engen Parklücken mehr Komfort beim Einsteigen erreichen. Zum neuen Türkonzept gibt es einen variablen Innenraum mit vier Einzelsitzen. Das Ladevolumen beträgt 246 bis 416 Liter.

Dritter im Bunde der neuen Mini-Vans ist der Lancia Musa, der im Herbst nach Deutschland kommt. Die luxuriösere Ausgabe des Fiat Idea bietet auf 3,99 Metern Länge Platz für fünf Personen und bis zu 390 Liter Ladung. Die Sitze im Fond lassen sich 32-fach variieren.

Auch in der Kompaktklasse stehen Van-Neuheiten am Start. So bringt Fiat im Herbst eine optisch deutlich überarbeitete Version des Multipla nach Deutschland. Honda kündigt für den Januar den FR-V an und will dabei laut Sprecher Alexander Heintzel in Offenbach vor allem mit einem neuen Sitzkonzept punkten: „Wir haben sechs Plätze in zwei Reihen und schaffen damit größtmögliche Flexibilität.“ Zum Genfer Automobilsalon 2005 wird dann die zweite Auflage des Opel Zafira erwartet, die wieder auf der verlängerten Plattform des Astra steht.

Dass Vans so erfolgreich sind, hat viel mit Psychologie zu tun, sagt Nick Margetts, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Jato Dynamics in Limburg: „Dieser Wagentyp steht nicht nur für Raum und Variabilität, sondern über die höhere Sitzposition subjektiv auch für eine größere Sicherheit und ein entspannteres Fahren.“

Zu leiden hätten unter dieser Entwicklung vor allem die Limousinen der Mittelklasse, sagt Opel-Vertriebsvorstand Uhland Burkhart in Rüsselsheim. So sei das Segment des Vectra eingebrochen, weil immer mehr Kunden den kleineren Van mit dem größeren Platzangebot kauften. Dem Kombi dagegen habe die Großraumlimousine kaum geschadet.

Nick Margetts sieht vor allem Wachstumschancen für kompakte und kleine Vans, weil sie preiswerter und eleganter seien als Maxi-Vans. Zwar erwartet Margetts, dass es auch im Segment der größeren Vans eine Wiederbelebung geben wird. „Dafür sorgen neue Mitstreiter von Mercedes und BMW ebenso wie die Generationswechsel etwa bei Sharan und Galaxy.“ Der Trend gehe aber zu kleinen und flexiblen Konzepten: „Viele Familien werden feststellen, dass ein Meriva, Fusion oder 1007 die pfiffige, günstige und platzbietende Alternative sein kann.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%