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Kleine Wohnanhänger für kleine Autos

Leichter und kleiner: Bei den Reisemobilen und Wohnanhängern sind in der neuen Saison 2010 kostengünstige Modelle groß im Kommen. Die Hersteller reagieren damit nicht nur auf den Spartrend infolge der Wirtschaftskrise.

dpa DüSSELDORF. Leichter und kleiner: Bei den Reisemobilen und Wohnanhängern sind in der neuen Saison 2010 kostengünstige Modelle groß im Kommen. Die Hersteller reagieren damit nicht nur auf den Spartrend infolge der Wirtschaftskrise.

Auch die Abwrackprämie für Altautos beeinflusst den Zuschnitt von Modellen. Wenn die Verbraucher vorwiegende kleine Autos mit Hilfe staatlicher Zuschüsse kaufen, dann passen dazu eher kleine statt große Wohnanhänger. Die Caravaning-Industrie musste nach dem Rekordjahr 2008 einen Gang zurückschalten. Im ersten Halbjahr 2009 gingen die Neuzulassungen in Deutschland zweistellig zurück. Auch der Export lief schlechter. Kurzarbeit und Stellenabbau sind in der Caravaningbranche derzeit keine Seltenheit. Anders sieht es hingegen bei den Hersteller von Camping-Ausrüstungen aus. Sie profitieren von dem Trend hin zu preisgünstigen Ferien.

Um den Absatz anzukurbeln, setzt die Industrie mehr auf Leichtbau und kompakte, kleine Modelle. Das gilt nicht nur für Reisemobile, sondern auch für die Wohnanhänger. Der Entwicklungsleiter eines Zuliefererunternehmens, Martin Ross, erklärt: "Kleine Autos stehen deshalb im Vordergrund, weil sie wegen der Abwrackprämie vermehrt gekauft werden." Passend sei deshalb auch ein Modell, dass mit 4,20 Meter Länge und 2,20 Meter Höhe gut für einen Fiat 500 gemacht sei. Ross sieht auch einen Wandel in den Innenräumen: "Das Stichwort sind verwandelbare Module." So gibt es bei einigen Modellen Küchen oder Toiletten, die aus Platzgründen im Freien aufgebaut werden sollen. In der Krise sind Innovationen gefragt. "Wir kommen kaum hinterher und müssen ständig neue Entwicklungen nachschieben", verdeutlicht Ross. Andere Aussteller auf der internationalen Messe "Caravan Salon" (29. August bis 6. September) haben Solartechnik auf die Wagendächer gesetzt.

"Leichtgewichte sind ein klarer Trend in der Camping-Ausrüstung", beobachtet Jelle Holtkamp, der Geschäftsführer eines Herstellers. Nur 220 Kilogramm schwer ist ein Anhänger, auf dem ein großes Zelt ausgefahren werden kann. Wichtig sei aber auch, dass der Zeltaufbau schnell gehe. "Lange Urlaube seien lange nicht mehr so gefragt, wie Kurzurlaube", meint Holtkamp. Spontane Reisen, schnelles Einpacken, schneller Aufbau - das sei die neue Form des Urlaubs. Dass Camping aber gleichzusetzen sei mit "Billigurlaub", weisen die Experten zurück. Einstiegsmodelle für Anhänger mit Zeltaufbauten beginnen bei diesem Anbieter beispielsweise bei 8 000 Euro. Aber auch für gut betuchte Besucher, die Luxus lieben, gibt es auf der Messe Angebote. Das teuerste Ausstellungsmodell kostet 1,7 Mill. Euro.

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