Kleinwagentochter muss endlich Gewinne bringen
Smarts letzte Patrone

Das Vorgeplänkel ist vorbei. Für Smart-Chef Ulrich Walker hat der Ernstfall begonnen. Der neue Zweisitzer der zu Daimler-Chrysler zählenden Kleinwagen-Marke, der am Donnerstag Abend auf dem obersten Parkdeck eines Stuttgarter Kaufhauses seine Weltpremiere feierte, ist für den Autokonzern ein entscheidender Prüfstein.

FRANKFURT. Im nächsten Jahr muss die Marke erstmals Gewinn schreiben, sonst droht Daimler-Chef Dieter Zetsche endgültig, den Stecker zu ziehen: Nach milliardenschweren Verlusten ist der Fortwo nun die letzte Patrone des durch eine harte Sanierung gegangenen Böblinger Unternehmens.

Während das Abenteuer Mini fünf Jahre nach dem Start ein großer Erfolg für BMW ist, zählt die Kleinwagentochter Smart zu Zetsches Baustellen. Vor anderthalb Jahren hat Daimler die Notbremse bei Smart gezogen und der Marke einen drastischen Stellenabbau, weniger Modelle und deutlich reduzierte Fixkosten verordnet. Erst im März dieses Jahres warf Zetsche dann auch den Smart Viersitzer aus dem Programm. Smart ist seitdem nur noch der Fortwo, was veranschaulicht, welche Bedeutung die Weltpremiere für die Marke hat. Schnitzer kann sich Smart bei der Markteinführung des neuen Modells nicht erlauben. Der neue Wagen ist zum Erfolg verdammt.

Viel Glück war Daimler mit Smart bisher nicht beschieden. Schon das Debüt des Smart ging 1998 daneben. Elchtest und utopische Planungen verhagelten der Marke den Start, die ursprünglich als radikal neues Mobilitätskonzept vermarktet werden sollte. Der zur Hilfe gerufene neue Smart-Chef und heutige Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler baute Smart erfolglos zur Modellfamilie aus – doch schwarze Zahlen blieben weiter aus.

Der neue Smart-Chef Ulrich Walker setzt nun alle Hoffnungen auf den neuen Fortwo. Ein komplett neues Auto ist der Zweisitzer optisch nicht, vielmehr eine dezent veränderte, größere Variante des bekannten Vorgängers. Knapp 20 Zentimeter ist der Nachfolger des Cityflohs länger, der Kühlergrill ist stärker ausgeprägt und eine neue Scheinwerferform soll die Brücke zum Mercedes-Design schlagen.

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