Konzeptstudie für Scirocco-Nachfolger
VW lässt Legende neu aufleben

VW will den legendären Scirocco wieder neu auflegen. In einem Hangar des Berliner Flughafens Tempelhof stellte der Autobauer am Donnerstag die Studie für das Nachfolgemodell des in den 70ern beliebten Wagens vor. Dabei ist mit dem „Iroc“ die Modelloffensive die Wolfsburger noch längst nicht beendet.

HB BERLIN. Vor über 1300 Gästen stellte VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard am Donnerstagabend die Designstudie „Iroc“ vor. Bernhard sprach von einem „Kult-Auto“ und „Juwel“ unter den VW-Modellen. „Dieser Name musste einfach wiederkommen“, sagte er unter dem Beifall der Gäste.

Das Coupé soll ab 2008 in Portugal gebaut werden. Mit der Neuauflage, die auch wieder Scirocco heißen soll, will VW seine Modellpalette weiter auffächern. Die Konzeptstudie zeige, wie ein erschwinglicher Sportwagen aussehen könnten, sagte Bernhard. Zum künftigen Preis des Autos, das auf Golf-Basis aufbaut, machte er keine Angaben. Er werde aber das „Versprechen“ halten, dass VW bezahlbare Autos bauen werde.

Das angekündigte Sportcoupe soll einen neuen Maßstab in der Gleichteilestrategie des Konzerns setzen. Der Anteil der identischen Teile mit dem Cabrio EOS solle "sehr hoch" werden, sagte Bernhard ohne konkrete Zahlenangabe. Beim neuen Scirocco solle ein "Maximum an Gleichteilen" mit dem EOS erreicht werden, nur so könne das Fahrzeug zu einem "erschwinglichen Preis" verkauft werden.

Branchenkenner rechnen zum Start pro Jahr mit mehr als 100 000 Fahrzeugen vom Typ Scirocco. Bernhard wollte sich zu den geplanten Stückzahlen nicht äußern. Der Scirocco werde zunächst aber ein "rein europäisches Fahrzeug" sein, dessen Verkauf auf dem US-Markt vorläufig nicht vorgesehen sei.

Bernhard bekräftigte, VW werde in den kommenden fünf Jahren 20 neue Modelle herausbringen. Davon sollen zehn komplett neue Autos sein, hatte er früher schon angekündigt. Die Iroc-Studie ist das zweite Modell dieser Produktoffensive, die auch dazu beitragen soll, dass VW seine Ertragsprobleme in den Griff bekommt. Bereits im Februar 2006 war die Studie für den kompakten Geländewagen Tiguan vorgestellt worden.

Die Traditionsmarke wird vergleichsweise teuer produziert und hat Überkapazitäten. Neue attraktive Modelle sollen deshalb die Nachfrage bei Europas größtem Autobauer ankurbeln und für bessere Auslastung der Werke sorgen.

VW setzt positiven Trend fort

Im Juli hat VW in Deutschland 48 950 Fahrzeuge verkauft, sagte Vertriebsvorstand Michael Kern am Rande der Veranstaltung. Dies sei im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Zuwachs von 13,6 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres legte der Absatz um 5,4 Prozent auf 319 311 Einheiten zu. Auch im August setze sich der positive Trend fort, sagte Kern.

Kritiker hatten VW in der Vergangenheit vorgeworfen, wichtige Segmente und vor allem seine traditionellen Käufer vernachlässigt zu haben. Das will Bernhard mit bezahlbaren Autos, echten Volkswagen für breite Schichten, wieder ändern. „Das Produkt ist das wichtigste“, sagt er.

Mit dem neuen Modell will VW an die Erfolgsgeschichte des Bestsellers von damals anknüpfen. Von 1974 an war das zweisitzige Sportcoupé mit dem Namen eines Saharasturms bei Karmann in Osnabrück gebaut worden. Bis 1992 wurden 800 000 Exemplare verkauft. Dann folgte als sein Nachfolger der Corrado, der aber ein Flop wurde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%