Kosten für Aktion soll 16 Millionen Euro betragen
Schlappe für Premiumhersteller BMW

Der Autobauer BMW ruft weltweit mehr als 75 000 Fahrzeuge seiner Baureihen 5er und 7er wegen Problemen mit der Sitzheizung zurück. Damit müssen die Münchener, die ebenso wie andere deutsche Premiumhersteller im Qualitätsvergleich mit der Konkurrenz aus Asien zurückliegen, eine erneute Schlappe hinnehmen.

HB MÜNCHEN. Bei Untersuchungen sei festgestellt worden, dass Heizungsmatten in den Vordersitzen durch mechanische Beanspruchung beschädigt werden könnten, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag in München. Hierdurch könne es auch zu Schäden an der Polsterung kommen. Im Extremfall seien darüber hinaus Verletzungen der Insassen, etwa leichte Verbrennungen, nicht gänzlich auszuschließen. Hierzu sei es bislang jedoch nicht gekommen. „Wir rechnen mit Kosten für diese Aktion von etwa 16 Millionen Euro“, ergänzte der Sprecher mit Blick auf die Belastungen durch den Rückruf.

Die BMW-Aktie zeigte sich von der Nachricht unbeeindruckt und notierte im frühen Handel 33,29 Euro um 0,3 Prozent im Plus. Der Gesamtmarkt legte 0,4 Prozent zu. Dem Sprecher zufolge sind weltweit etwa 69 750 Fahrzeuge der relativ neuen 5er-Baureihe betroffen, die erst Mitte 2003 auf den Markt gekommen war. Gut 29 000 davon befänden sich in Deutschland, sagte er. Hinzu kämen weltweit weitere 5 550 Automobile der 7er-Baureihe. Insgesamt handele es sich um Fahrzeuge, die zwischen Februar 2003 und Juni 2004 produziert worden seien. „Weltweit sind bislang einige hundert Fahrzeuge (mit dem Problem) auffällig geworden“, sagte der Sprecher weiter. Seit Anfang Dezember würden nun die betroffenen Halter angeschrieben und gebeten, ihre Werkstatt aufzusuchen. Die Umrüstung dauere etwa drei Stunden und sei kostenlos.

Für BMW handelt es sich nicht um den ersten Rückruf im laufenden Jahr. So orderten die Münchener im Sommer rund 4 000 Fahrzeuge der 5er-, 6er- und 7er-Baureihe sowie des Geländewagens X5 wegen Problemen mit der Motorsteuerung in die Werkstätten zurück. In Japan startete zudem im April ein Rückruf für mehr als 18 000 Automobile der alten 5er-Serie.

BMW-Chef Helmut Panke hatte in der Vergangenheit angesichts der Qualitätsmängel bereits mehrfach Handlungsbedarf eingeräumt, zugleich aber vor einer Dramatisierung gewarnt. Weit schwerer als die stets entstehenden Kosten wiegt für den Premiumhersteller der negative Image-Effekt eines Rückrufs.

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