Kostendruck treibt Autokonzerne in die Arme der ärgsten Rivalen
„Spaghetti mit Pommes funktioniert nicht“

Trauen sie sich oder trauen sie sich nicht? Seit Monaten spekuliert die Autobranche heftig darüber, wie stark die Erzrivalen Daimler und BMW in Zukunft zusammenarbeiten wollen.

DÜSSELDORF. Die B-Klasse von Mercedes solle bald mit den Motoren der BMW-Tochter Mini fahren, hieß es. Anderen Gerüchten zufolge sollen ganze Komponenten wie Achsen, Lenkungen und Getriebe in schwäbisch-bayerischer Co-Produktion entstehen.

Von den Beteiligten selbst kommen nur vage Aussagen: „Wir sind nicht auf Kooperationen angewiesen, sondern können alles selbst stemmen“, sagt etwa Daimler-Chef Dieter Zetsche. Es mache aber Sinn zu sehen, ob eine Zusammenarbeit nicht effizienter sein könnte. „Zu unseren potenziellen Partnern gehört auch BMW.“

Die Signale aus München sind kein bisschen konkreter: „Wir sprechen mit anderen Herstellern über die gemeinsame Nutzung von Komponenten“, heißt es bei BMW. Und: „Die Gespräche kommen gut voran, sind aber noch nicht abgeschlossen.“

Schon heute arbeiten Daimler und BMW bei der Entwicklung von Hybrid-Antrieben zusammen. Das spart Geld und beschleunigt die Einführung neuer Produkte. Vor allem liegt es im Trend: Steigende Entwicklungskosten zwingen die Konzerne seit Jahren, ihre Kapazitäten gemeinsam zu nutzen.

„Die Autohersteller investieren etwa fünf bis sechs Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung und fragen sich natürlich, wie sie dieses Geld am effektivsten nutzen können“, sagt Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen. Natürlich könne jeder das Rad für sich allein erfinden. Durch eine Kooperation hätten die Hersteller aber nur etwa die Hälfte der Kosten.

Andreas Baier, Geschäftsführer im Bereich Automobilindustrie beim Beratungsunternehmen Accenture, hält Einsparungen von bis zu 30 Prozent für realistisch, weil die Hersteller auf diese Weise Skaleneffekte nutzen könnten. Zudem bleibe ihnen oft gar nichts anderes übrig: „Mittlerweile ist die technologische Entwicklung so weit vorangeschritten, dass es immer teurer wird, selbst kleine Verbesserungen – etwa am Getriebe – zu erzielen“, sagt Baier. Durch Zusammenarbeit könnten die Hersteller auch den Mangel an Ingenieuren ausgleichen und Testeinrichtungen gemeinsam betreiben.

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