Langstrecken-Klassiker Le Mans
Kampf der Hybrid-Titanen

Es geht um die Krone im Langstrecken-Motorsport – und um modernste Hybrid-Technik. Wenn am Samstag um 15 Uhr die 24 Stunden von Le Mans starten, liefern sich Audi und Toyota einen wahren Kampf der Titanen.
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Le Mans/Düsseldorf13,6 Kilometer pro Runde. 24 Stunden lang. Rund 250.000 Fans an der Strecke und Millionen Zuschauer an den Fernsehgeräten rund um den Globus: Die „24 Stunden von Le Mans“ im Herzen Frankreichs sind nach wie vor eines der wichtigsten Motorsport-Events der Welt – und ein wichtiger Werbeplatz für die Hersteller.

Das Rennen ist in seiner 90. Ausgabe der Höhepunkt der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Immer noch lebt das Rennen von den rasanten Überholmanövern, weil vier Rennklassen gleichzeitig auf der Strecke unterwegs sind. Wenn die Boliden am Samstag ab 15 Uhr mit bis zu 330 km/h über den Circuit de la Sarthe jagen, liefern sich vor allem Audi und Toyota eine spannende Fortsetzung eines bereits laufenden Technik-Duells um die bessere Hybrid-Technik.

Die beiden Hersteller gehen in der Klasse „Le-Mans-Prototyp 1“ (LMP 1), der Königsklasse des Rennens, mit technisch komplexen Rennfahrzeugen an den Start. Im Gegensatz zu Rennserien wie der Formel 1 weist die Antriebstechnik der Fahrzeuge direkte Bezüge zur Serie auf, was die so gesammelten Erfahrungen für den späteren Einsatz in der Massenproduktion relevant machen. Ein Argument, um die massiven Etats der Rennställe intern zu rechtfertigen. Allein Audi soll über 100 Millionen Euro in den Rennsport investieren. Offiziell will Audi-Sprecher Jürgen Pippig diese Zahl zwar nicht bestätigen, doch für ihn ist klar: „Rennsport ist einer der Grundpfeiler der Markenidentität von Audi.“

Die Serie der Ingolstädter ist beeindruckend: In 14 Jahren konnte Audi in Le Mans elf Mal an die Spitze fahren. Im vergangenen Jahr sicherten sich die Ingolstädter die drei ersten Plätze, nach dem ersten Training gehen sie auch dieses Jahr von den ersten drei Starplätzen ins Rennen.

Überheblichkeit soll trotzdem nicht aufkommen. „Um hier zu gewinnen, muss man einen Null-Fehler-Job abliefern“, sagt Pippig. Für Audi ist der Rennsport die Gelegenheit, den eigenen Werbeslogan „Vorsprung durch Technik" in die Realität zu übersetzen. Ausdauer und Verlässlichkeit sind die Attribute, die Le Mans ausmachen und auf die auch die Werbestrategen der Ingolstädter abzielen. „Genau diese Eigenschaften werden Audi durch den Kunden zugeschrieben, das zeigen unsere Befragungen“, sagt Sponsoring-Experte Friedhelm Lange vom Marktforscher Repucom.

Für Audi war das 24-Stunden-Rennen in den vergangenen Jahren vor allem eine Bühne, um neue Technologien zu erproben und bereits vor der Serienreife bekannt zu machen. Audi, deutscher Pionier der Direkteinspritzung bei leistungsstarken Dieselmotoren, setzte 2006 erstmals im großen Rennsport einen Diesel-Direkteinspritzer ein und siegte prompt, wie auch 2007, 2008, 2010 und 2011. Auch die Quattro-Technologie feierte in Le Mans ihre Premiere.

Dieses Jahr soll der Diesel-Hybrid seinen zweiten Sieg einfahren – und somit beweisen, dass sportliche Dynamik und ein umweltfreundlicher Antrieb sich nicht ausschließen. „Audi gelingt dieser Transfer beispielsweise besser als Toyota, weil man Sportlichkeit und Dynamik schon heute mit der Marke verbindet“, sagt Oliver Kaiser, Präsident den Fachverbandes für Sponsoring.

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