Laut ADFC
Gerichte muten Radfahrern viel zu

dpa/gms BREMEN. Die Gerichte stellen an die Aufmerksamkeit der Radfahrer hohe Anforderungen. So fasst der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (Adfc) in Bremen den Trend in der Rechtsprechung zusammen.

So haben Radfahrer bei Unfällen auf Grund von Straßenschäden oft nur geringe Aussichten auf Schadenersatz. Das Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig entschied zudem, dass auf einem Radweg neben Bäumen generell mit Baumwurzelaufbrüchen zu rechnen ist. Eine Geschwindigkeit von 35 Kilometer pro Stunde sei dann zu schnell (Az.: drei U 22/01). Wenn Fahrbahnschäden schon von weitem zu erkennen sind, begründen auch tiefe Unebenheiten laut dem OLG Koblenz keinen Entschädigungsanspruch (Az.: zwölf U 124/00).

Besser seien die Erfolgsaussichten nach Stürzen an „künstlichen“ Hindernissen. Zwar müssen laut dem OLG Rostock Sperrpfosten auf einer Promenade auch dann beachtet werden, wenn der weiße Anstrich zum Teil abgeblättert ist (Az.: 1 U 144/99). Dagegen entschied das OLG Hamm, den Radfahrer treffe bei einem Aufprall gegen einen unbeleuchteten, schwer wahrnehmbaren Pfosten nur ein Mitverschulden von einem Drittel (Az. neun U 252/98).

Für Radler besonders gefahrenträchtig sind laut Adfc Baustellen. So muss laut dem OLG Karlsruhe eine 3,50 Meter tiefe Baugrube unmittelbar neben einem Radweg durch einen festen Bauzaun gesichert werden. Für eine schwer verletzte Radfahrerin gab es dennoch nur 50 Prozent Schadenersatz, weil sie in die falsche Richtung gefahren war (Az.: sieben U 161/03).

Einem Radfahrer, der über eine mangelhaft abgesicherte Wasserleitung gestürzt war, sprach das OLG Hamm 50 Prozent des geforderten Schadenersatzes zu (Az.: neun U 61/02). Das OLG München gab in einem vergleichbaren Fall sogar allein dem Bauunternehmer die Schuld, weil Warnschilder und Beleuchtung fehlten (Az.: sieben U 3 820/04).

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