Legendärer BMW 328 Die Hommage bleibt ein Unikat

Der legendäre BMW 328 ist zurück - allerdings nur als Einzelstück: Zum 75. Geburtstag des Sportwagens hat der Hersteller die Studie BMW 328 Hommage präsentiert.
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BMW 328 Hommage

Aufgefrischter Klassiker: Der 328 Hommage ist eine Neuinterpretation des Sportwagens, den BMW vor 75 Jahren präsentiert hat.

ComoWeltpremiere feierte der BMW 328 Hommage am Wochenende (20. bis 22. Mai) beim Concorso d'Eleganza in der Villa d'Este bei Como in Italien. Die Studie des offenen Zweisitzers soll den Geist von gestern einfangen und zeichnet sich wie das Original durch Leichtbau aus. Wurde der 328 weitgehend aus Aluminium gefertigt, kommt bei der Neuauflage stattdessen viel Karbon zum Einsatz.

Mit einem 3,0 Liter großen Reihensechszylinder unter der Haube dürfte der 1300 Kilogramm schwere Wagen sehr sportlich zu bewegen sein. Angaben zu den Fahrleistungen der technisch vom Z4 abgeleiteten Studie machte BMW allerdings nicht. Ohnehin hat die Neuinterpretation des begehrten BMW-Oldtimers 328 keine Serienchancen: «Dieses Auto bleibt ein Einzelstück», sagte Unternehmenssprecher Manfred Grunert.

Bei der Innenausstattung haben die Designer ebenfalls eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft geschlagen: Sie haben stark patiniertes Leder mit Bauteilen aus poliertem Aluminium und Karbon kombiniert und dabei Elemente aus der Rennsport-Historie des 328 aufgegriffen. In der Studie sind zum Beispiel Hosenträgergurte montiert.

Mit Huschke zum ewigen Mille-Rekord
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Seine Konstrukteure hatten sich auf das Wesentliche beschränkt, und so galt der nur 780 Kilogramm schwere und in der Serienversion gerade einmal 80 PS starke BMW 328 Roadster zu einer Zeit, in der leistungsstarke Kompressor-Boliden das Renngeschehen beherrschten, als Sensation. Schon bei seinem Debüt auf dem Nürburgring am 14. Juni 1936 deklassierte der neue BMW die kraftstrotzende Kompressorkonkurrenz ....

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Auch auf der Straße zählte der BMW 328 dann als Serienfahrzeug mit seiner Spitzengeschwindigkeit von 155 km/h zu den Schnellsten. Mit nur 464 produzierten Exemplaren gehört das Modell heute zu den meistgesuchten Liebhaberstücken auf dem Sammlermarkt. Dazu trägt auch die zeitlos schöne Karosserie des offenen Zweisitzers bei.

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Beim Eifelrennen auf dem Nürburgring 1936 bekam die Öffentlichkeit den neuen Wagen erstmals zu sehen. Zuvor hatte BMW absolutes Stillschweigen bewahrt. Nur einige Eingeweihte hatten Ende 1935 von der Existenz eines neuen Zwei-Liter Sportwagens erfahren, der die Bezeichnung Typ 328 tragen soll. Er schlug bei seinem ersten Einsatz die teils deutlich leistungsstärkere Konkurrenz um Längen und brach auch gleich den damaligen Rundenrekord für Sportwagen auf dem Nürburgring. Fahrer war Ernst Jakob Henne gewesen, der in den Jahren zuvor bereits mit zahlreichen Weltrekorden auf BMW-Motorrädern für Schlagzeilen gesorgt hatte.

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Ernst Henne im ersten BMW 328 Prototyp vor dem Start zum Eifelrennen 1936.

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„Wer echten, großen Rennsport sehen wollte, mußte das Eifelrennen auf dem Nürburgring besuchen“, schrieb die Tagespresse nach dem Rennen. „Einer der eindrucksvollsten Erfolge des Tages war der Sieg des Weltrekord-Motorradmannes Ernst Jakob Henne in der Klasse der kompressorlosen Sportwagen bis zwei Liter - er durfte sogar die schnellste Zeit aller Sportwagen für sich verbuchen!“. „Unheimliches holte Henne aus seinem neuen Zwei-Liter“, staunte auch die „Motorwelt“. „Welch prachtvolle Beschleunigung! (...) der Sportwagen ist schneller als die gesamte Kompressor-Konkurrenz! Weit überlegen geht Henne als Sieger durchs Ziel“, hieß es an anderer Stelle.

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Mehr als 200 weitere Siege sollten bis in die 1950er Jahre hinein folgen. Kaum ein anderes Modell hat die Motorsportgeschichte des Unternehmens so nachhaltig geprägt wie der BMW 328 mit seinem 2,0 Liter-Reihensechszylinder-Motor.

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Nach dem Erfolg auf dem Nürburgring machte sich BMW mit drei Prototypen an die Eroberung der Rennstrecken. Nach anfänglichen Problemen unter Dauerlast auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Montlhéry beim Großen Preis von Frankreich, folgten bald weitere Bestzeiten und Siege. Bereits im August 1936 war der englische BMW Importeur H. J. Aldington beim Schleißheimer Dreiecksrennen in einem BMW 328 der Schnellste. Er drängte die BMW-Verantwortlichen zu einem weiteren Auslandseinsatz: Bei der Tourist Trophy in Irland treten die drei Prototypen als grün lackierte Frazer-Nash-BMW an und triumphierten auf den drei ersten Plätzen.

Außerdem gibt es ein digitales Pendant zu den sogenannten Tripmastern: Diese analogen Wegstreckenzähler haben Renn- und Rallyefahrer früher für Sonderprüfungen genutzt. Schließlich wurde das Original vor 75 Jahren nicht auf einer Messe, sondern bei dem Autorennen Mille Miglia enthüllt.

Impressionen von der schönsten Rallye der Welt
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Zu den schönsten und bekanntesten Oldtimerveranstaltungen überhaupt zählt die italienische Mille Miglia. Die "Tausend Meilen" sind ein Autorennen über öffentliche Straßen auf einem Dreieckkurs in Norditalien. Von 1927 bis 1957 fand das Rennen jährlich statt, 1977 wurde der Name für die Neuauflage wieder eingeführt. Nach der Targa Florio galt die "MM" als Klassiker unter den Langstrecke-Straßenrennen, dazu kam in den 50ern noch die Carrera Panamericana. Diesen Rennen verdanken wir auch den Begriff „Gran Turismo“ (GT), der die schnellen Reisesportwagen beschreibt, wie sie etwa von Ferrari eigens für die Mille entwickelt wurden.

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Die Mille Miglia wurde zum ersten Mal 1927 veranstaltet und galt bis zu ihrem vorläufigen Ende 1957 als eine der härtesten Rallyes weltweit. 1977 wurde sie zu neuem Leben erweckt, teilnehmen dürfen seitdem aber ausschließlich Fahrzeuge, die einst bei der Originalauflage dabei waren. Im Bild: Jaguar blickt auf eine lange Tradition bei der Mille Miglia zurück. Schon 1950 nahmen vier XK 120 am berühmten Straßenrennen quer durch Italien teil; ein Jahr später griff bereits der junge Stirling Moss ins Steuer eines Werksautos aus Coventry ...


Mille Miglia 2011
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Inzwischen geht es bei der Mille Miglia nicht mehr um Geschwindigkeit, sie wird (in diesem Jahr vom 12. bis 14. Mai) als Gleichmäßigkeitsfahrt ausgetragen - ausschließlich mit historischen Fahrzeugen. Und mit am Start sind neben den Aufsehen erregenden Boliden von damals auch viele Rennsport-Legenden sowie VIPs aus Wirtschaft und Politik. Als "Patin" der diesjährigen Mille ist beispielsweise das rumänische Model Madalina Ghenea, mit am Start, das mit 22 Lenzen gerade mal Youngtimer-Status erreicht hat ...

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Viele Markenhersteller lassen es sich alljährlich nicht nehmen, ihre Museen zu öffnen und einigen Rennsportfahrzeugen wieder Auslauf zu gönnen, die auch schon früher wichtige Kapitel in den internationalen Langstreckenrennen schrieben ..

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Für Mercedes pilotieren beispielsweise der Finne Mika Hakkinen und der Enkel von Juan Manuel Fangio den Wagen, den der Argentinier 1955 pilotierte.

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Seit der Premiere 1927 gewannen fast ausschließlich Italiener auf einheimischen Fabrikaten wie Alfa Romeo, Lancia und Ferrari, jedoch konnte auch Mercedes zweimal gewinnen, 1931 mit Rudolf Caracciola, und 1955 mit Stirling Moss.

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Audi ist mit fünf Oldtimern vertreten, darunter zwei DKW Monza und drei DKW F91. Hierbei handelt es sich um zwei Klassiker der 1950er Jahre. Der DKW Monza erblickte1956 das Licht der Welt, der DKW F91 schrieb 1954 seine ganz eigene Mille Miglia-Geschichte. Im Jahr, als Deutschland Fußball-Weltmeister wurde, gewann dieser Wagen mit nur drei Zylindern und 900 Kubikzentimetern Hubraum die Wertung für die Autos unter 1.000 ccm mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 104,95 Stundenkilometern. Dafür reichten 34 PS.

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