Lexus LX 570: BigMac für den amerikanischen Markt

Lexus LX 570
BigMac für den amerikanischen Markt

Lexus bietet so viele Modelle mit Hybridantrieb wie kein anderer Premiumhersteller. Auf dem amerikanischen Markt folgen die japanischen Öko-Musterknaben aber auch den Gesetzen des Marktes und servieren den LX 570.
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DetroitNein, der Lexus LX 570 ist kein neues Modell für den europäischen Markt der noblen Toyota-Tochter. Nicht einmal japanische Kunden dürfen sich an dem gewaltigen SUV erfreuen. Der 2,7-Tonner ist vornehmlich dem amerikanischen Markt vorbehalten. Auch wenn sich Lexus zurecht seiner ökologisch mustergültigen Hybridantriebe rühmt, die aktuell in vier Modellreihen vertreten sind, so kann der Hersteller nicht die ökonomischen Gesetze seines wichtigsten Absatzmarkes ignorieren. Solange die Vereinigten Staaten die sogenannten "Fullsize-SUV" nicht offiziell mit dem Siegel politischer Unkorrektheit brandmarken, will und muss Lexus gegen einen Cadillac Escalade oder Lincoln Navigator mit einem angemessenen Produkt gegenhalten.

Den ersten LX stellte Lexus 1996 vor. Der LX 450 war zuerst nicht viel mehr als ein aufgehübschter Toyota Landcruiser. Die zweite Generation mit der Bezeichnung LX 470, von 1998 bis 2007 im Angebot, setzte konsequenter auf einen unverwechselbaren Auftritt, bis der aktuelle LS 570 2007 mit ganz neuem eigenständige Design im Stil der Limousine LS 460 erschien. Die nun anstehende Modellpflege hat Anlass zur offiziellen Premierenvorstellung im Rahmen der Detroit Motorshow gegeben.

Für den Antrieb des genau fünf Meter langen Siebensitzers sorgt ein standesgemäßer V8 mit 5,7 Liter Hubraum. Ein Hohlmaß, das im amerikanischen Motorenbau seit dem "Small-Block" von Chevrolet mit gleichem Brennrauminhalt kultischer Verehrung genießt. Natürlich verfügt der Lexus-Motor über zwei obenliegenden Nockenwellen pro Zylinderbank für die Steuerung der 32 Ein- und Auslassventile und variable Ventilsteuerzeiten. Das mechanische Walten der Hightech-Komponenten erzeugt 383 PS bei 5 600 Umdrehungen der Kurbelwelle pro Minute. Dieses Kraftangebot gelangt via Sechsgangautomatik an die beiden Achsen und ihren permanenten Allradantriebs. Da der LX 570 kein hoch gebauter Poser für den Sunset-Bouleward ist, sondern ein wahrhaftiges Offroad-Fahrzeug für die steinigsten Anstiege der Rocky Mountains, ist der LX-Antrieb mit einem zusätzlichen Untersetzungsgetriebe ausgestattet. Hier hat in der Entwicklung einmal mehr der Landcruiser seinen Organ-Spendeausweis vorgelegt.

Den eindrucksvollen Auftritt des LX 570 unterstreichen mächtige Räder mit 20 Zoll Durchmesser, auf denen Reifen der Dimension 285/50 aufgezogen sind. Zeitgemäßen Fahrkomfort und sichere Fahreigenschaften gewährleisten aufwendige Achskonstruktionen mit Einzelradaufhängung rundum: vorne an doppelten Dreiecksquerlenkern und hinten an Multilenkern.

Die Ausstattung des LX 570 feiert eine wahre Orgie mit allem, was ein Luxusauto schmücken und hochrüsten kann. Dazu gehört unter anderem ein Soundsystem von Mark Levision mit 19 Lautsprechern oder ein Unterhaltungspaket für die Fondpassagiere mit 3D-fähigen Flachbildschirmen. Die Auflistung der Ausstattungsdetails kann sich quantitativ locker mit dem Telefonbuch von Chicago messen. Das US-Preisschild für den LX 570 weist 79.455 Dollar aus. Noch einmal rund 10.000 "Bucks" sind fällig, wenn die komplette Liste der optionalen Angeboten in den SUV gepackt werden. Das wären dann rund 90.000 Dollar oder gerade einmal 60.000 Euro. Dafür würde sich auch so mancher Genussmensch in der alten Welt diesen automobilen BigMac von Lexus munden lassen.

Kommentare zu " Lexus LX 570: BigMac für den amerikanischen Markt"

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  • ein wahrhaft hässlicher Kübel -

    stillos wie die Amis

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