Lichthupe und zu laute Musik: Häufige Irrtümer im Straßenverkehr

Lichthupe und zu laute MusikHäufige Irrtümer im Straßenverkehr

Über die Benutzung des Handys, der Lichthupe oder der Lücke zwischen den Fahrstreifen im Stau kursieren immer wieder falsche Annahmen unter Autofahrern. Experten geben Auskunft zu StVO-konformem Verhalten.

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    Kommentare zu " Lichthupe und zu laute Musik: Häufige Irrtümer im Straßenverkehr"

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    • Das was ein Motorradfahrer auf der Autobahn beim Stau macht, ist kein Überholen sondern gerade mal ein Vorbeifahren; und vorbeifahren ist nicht verboten. Das steht ganz klar und deutlich in der StVO, ohne wenn und aber. Auch wenn Sie den Motorradfahrern Platz machen, müssten diese laut StVO auch in dieser Schlange stehenbleiben (an Ampeln ist es oft genug zu sehen, das sie an den Fahrzeugen vorbei schlängeln um als erster losfahren zu können)obwohl ich es so wie Sie sehe, denn wozu alles versperren wenn die doch zügiger weg sein können.

      Nun was das Niveau angeht, schließe ich mich Ihnen an. Fraglich ist aber doch, ob die Richter nicht einfach dazu übergehen sollten, deutliche höhere Bußgelder zu verhängen, wie es z.B. in der Schweiz üblich ist.
      Auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar könnten sie das ausgiebig besprechen, doch scheint man mehr diesen Kuschelkurs fahren zu wollen. Sicher behauptet man immer wieder, das die Bußgelder Einkommensabhängig sind, doch das ist völlig unmöglich.
      Eine Anzeige gegen einen Fahrer einen Audi A8 (Geschäftsführer eines größeren Unternehmens) hat mit einer sehr riskanten Aktion fast meine Fahrschülerin von der Autobahn gefegt weil sie sich dermaßen erschrocken hat und das Lenkrad fast verrissen hatte. Wir wurden beim überholen eines Lkw bei ca. 150 km/h von dem genannten genötigt - er ist nachweislich auf knapp unter 3 m aufgefahren!!! - und hat uns anschließend rechts überholt, als wir knapp 20 Meter vom Heck des Anhängers entfernt waren. Die Polizei hat das aufgenommen und ermittelt, die mutmaßliche Fahrer hat geleugnet das er gefahren sei. Durch Hilfe von Kommissar Zufall wurde er allerdings dann doch überführt und die Staatsanwaltschaft verfügte per Strafbefehl ein Bußgeld in Höhe von 450,-€, zahlbar in drei raten a' 150,.€

      Einzig und alleine die Nötigung wurde bemessen, das rechts überholen ist lediglich eine OWi und ist "unter den Tisch gefallen". Soviel also zu Einkommensabhängigen Bußgeldern.

    • Wenn man denn schon Bilder von "rechts überholenden" Motorrädern zeigt, sollten die nicht in England gemacht worden sein! Im weiteren kann ein Motorradfahrer sehr wohl rechts an einem Pkw vorbeifahren - der Unterschied zwischen Vorbeifahren und Überholen sollte eigentlich jedem geläufig sein, oder ist schon mal jemand stehen geblieben, wenn jemand nach links abbiegen wollte und man könnte weiterfahren? Kaum anzunehmen - soviel zu den Experten der ARAG.
      Leider ist bei der Aufzählung in 4 auch ein grober Schnitzer, denn innerorts ist lediglich das Fernlicht verboten, nicht die Lichthupe - die in allen Fällen als Ankündigungssignal für einen Überholvorgang gilt.
      Ein kurzer Abstecher in eine Fahrschule könnte die Fachleute der ARAG wieder auf den aktuellen Stand bringen (wobei dieser Part schon mehr als 30 Jahre Gültigkeit hat).

    • So weit die Rechtslage.
      Doch in wieweit diese sinnvoll ist, bleibt außer Betrachtung.
      Das Überholen von Motorrädern im Stau mag von der Strassenverkehrsordnung nicht gedeckt sein, eben weil Regeln für den rollenden Verkehr darauf angewendet werden.
      Ich persönlich mache Matorradfahrern jedenfalls Platz, weil es nicht einzusehen ist, warum diese, trotz günstigerer Möglichkeit, stehen bleiben sollen. Das ist für mich ein Gebot der Rücksichtnahme und Gönnen können. Freilich muss dabei die nötige Vorsicht berücksichtigt werden, das ist selbstverständlich.
      Hinsichtlich der Knöllchen ist festzustellen, das selbstverständlich mit zunehmenden Beschränkungen, die Delikte zunehmen. Denn nur Idioten lassen sich klaglos gängeln und Bevormunden, weil andere Idioten nicht mit Ihren Freiheiten umgehen können. Das macht das Thema schwierig, weil für diejenigen, die gerne nach Vorschriften leben, alle Übertreter "Idioten" oder "Raser" sind.
      Speziell Geschwindigkeitsübertretungen und auch zu Nahes Auffahren ist aber in den meisten zur Anzeige gebrachten Fällen eher sinnlos. Die wenigen Raser, wie man sie in manchen Videostreifen sieht, wenn zivile Polizeifahrzeuge sie verfolgen, rechtfertigen eher nicht die restriktive Vorgehensweise. Es drängt sich meistens der Eindruck auf, das die Ohnmacht solche Idioten wirkungsvoll verfolgen zu können durch generelle Kontrolle ersetzt werden soll. Zumal das für das öffentliche Budget auch noch so lukrativ ist.
      Letztlich stellt sich die Frage ob es sinnvoll ist, das die immer engeren Vorschriften letztlich sinkendes Niveau zum Maßstab machen, statt das Niveau zu heben.
      Eine weitere Frage stellt sich, wieweit es wirklich hilfreich ist so einigen Menschen das Gefühl zu geben dem Verkehr gewachsen zu sein, was sie definitiv nicht sind.
      Zu dichtes Auffahren ist zudem sinnvoll durch stationäre Messstationen nicht beurteilbar.

      H.

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