Limitierte Kleinserie
Lyonheart erschafft den E-Type neu

Es kann nur 250 geben. Gemeint ist die Anzahl der Fahrzeuge namens Lyonheart K, einer modernen Interpretation des legendären Jaguar E-Type. Ein Albtraum ist einzig der Preis des britischen Manufaktur-Sportlers.
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DüsseldorfEs ist der Traum eines Schweizer Geschäftsmannes. Der will einen modernen E-Type. Designt zwar nach dem Vorbild des Klassikers mit der langen Schnauze, aber mit moderner Technik und zeitgemäßer Maschine an Bord. Der Schwede Bo Zolland und der Schweizer Robert Palm von der Designagentur Classic Factory setzen ihn um, präsentieren ihn 2011 erstmals öffentlich. Zunächst unter dem etwas unglücklichen Namen "Growler". Umgangssprachlich bezeichnet das Wort u.a. auch einen stark behaarten weiblichen Schambereich. Dafür ernten sie ordentlich Spott bei Moderatoren und Zuschauern des bekannten britischen TV-Automagazin "Top Gear".

Eigentlich sollte dieser moderne Ableger der Jaguar-Ikone ja ein Unikat bleiben, da wäre die Namens-Panne noch egal gewesen. Doch der Zuspruch fürs gelungene Retro-Design wurde plötzlich so groß, dass sich die Macher zu einer Kleinserie für gut betuchte Auto-Enthusiasten überreden ließen. Zunächst war im Februar 2012 noch von 50 Fahrzeugen die Rede, mittlerweile sind es 250, dann soll aber definitiv Schluss sein.

Aber auch von atemberaubenden 476.000 bis 589.000 Euro ist die Rede, um frühestens 2014 in den Besitz eines offenen oder geschlossenen "Lyonheart K" zu gelangen, wie das Gefährt inzwischen heißt. Das klingt ein bisschen nach Robin Hood, und diesen selbstbewussten Stil findet man auch auf der eigens für das Modell eingerichteten Website.

"Made in England" soll als Label mit dem Löwenherz wiederbelebt werden. Ein mutiges Unterfangen in ausgerechnet jenem Land, in dem im Lauf der Jahrzehnte wohl mehr Groß- und Kleinserien-Hersteller pleite gegangen sind, als in allen anderen.

Gebaut wird natürlich von Hand, Envisage Manufacturing sitzt in Coventry und hat Expertise in der Fertigung exklusiver Kleinserien. Jedes Teil angeblich in England entwickelt, konstruiert und in Handarbeit gefertigt. So kommt der Motor von der bekannten Formel-1-Schmiede Cosworth, die wohl gerade verkauft werden soll. Die technische Plattform bietet der aktuelle Jaguar XKR, der dem Lyonheart auch den Kompressormotor beschert.

Der aufgeladene 5,0-Liter-V8 entwickelt stramme 575 PS (423 kW) und stemmt beeindruckende 700 Newtonmeter Drehmoment an die Kurbelwelle. Der Motor hat leichtes Spiel mit weniger als 1,6 Tonnen Leergewicht. So leicht macht den Wagen u.a. ein Kleid aus Karbon statt Blech.

Weiterhin verfügt der Lyonheart, der sowohl als Coupe, als auch in einer offenen Cabrio-Version angeboten werden soll, über ein Aluminium-Chassis und beschleunigt in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Schluss ist elektronisch begrenzt erst bei 300 km/h. Über eine Sechsgang-Automatik wird die Kraft an die Hinterräder übertragen.

Das Sicherheits- und Ausstattungspaket des Lyonheart K umfasst unter anderem ABS, ESP, elektronisch gesteuerte Dämpfer, aktives Hinterachsdifferenzial, Front- und Seitenairbags, Dreipunktgurte, Reifendruckkontrollsystem, Servolenkung, Klimaanlage, elektrisch verstellbare Sitze, elektrische Parkbremse und optional Navigations- und Multimediasystem.

Und was bedeutet das K im Namenszug? Man könnte meinen, es stünde für die Kompressoraufladung des von Cosworth intensiv bearbeiteten 32-Ventilers. Die Lyonheart-Website lässt auch eine andere Deutung zu. "The King is back", heißt es da. Ganz schön selbstbewusst.

 
Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt Online / Redakteur

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