Made in Germany
Melkus RS2000: Zonen-Ferrari reloaded

Sepp Melkus präsentiert zusammen mit seinem Vater auf der IAA den Nachfolger des legendären "Zonen-Ferraris". Den hat sein Großvater zu DDR-Zeiten gebaut und mehr als 100 davon verkauft. Heute müssen die beiden Autotüftler aus Dresden ihren neuen Sportwagen RS2000 allerdings nicht mehr aus alten Teilen zusammenschrauben.
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DRESDEN. Viel Sonne hat Sepp Melkus in diesem Jahr noch nicht abbekommen. Tagsüber hat er die Werkstatt nur selten verlassen. Nur ab und an vertritt er sich ein wenig die Beine, wenn er seinen Irish Setter durch die Reihenhaussiedlung in Weißig am Stadtrand von Dresden spazieren führt. Die meiste Zeit verbringt er in der angemieteten Großgarage, zwischen den Werkbänken, den Schraubenschlüsseln und dem Prototypen. Auf den Böcken der Torso des RS2000, vieles lässt sich schon erahnen, natürlich die Flügeltüren, das Aluminium-Chassis, den Audi-Motor, aber noch ist er unvollendet. An den Wänden hängen die technischen Zeichnungen. "So soll er aussehen", sagt Sepp Melkus. "Das wird der neue

Das war vor zwei Monaten. Jetzt stehen zwei blank polierte Prototypen in der Messehalle fünf auf dem Gelände der IAA in Frankfurt - einer in Silber, der andere in grellem Orange. Sepp Melkus hat sogar Fördermittel beantragt, um sich die 20 Quadratmeter Standfläche leisten zu können, um den RS2000 endlich der Weltöffentlichkeit präsentieren zu können.

Ausgerechnet in der größten Autorezession der Nachkriegsgeschichte bringt die ostdeutsche Familie einen nagelneuen Sportwagen auf den Markt. RS steht für Rennsportwagen, 2000 für den Hubraum, und der Name Melkus für ein Auto, das sie endlich nicht mehr aus alten Teilen zusammenschrauben müssen - für einen nagelneuen Sportwagen, der aus vier Zylindern 270 PS rauspresst und in weniger als fünf Sekunden auf 100 beschleunigt.

Damit die zwei Vorführwagen rechtzeitig zur IAA fertig werden, haben die zehn Mitarbeiter daheim in Dresden in den vergangenen Monaten jede Menge Überstunden angehäuft. Die letzten Kinderkrankheiten mussten sie noch beseitigen. Die quietschenden Bremsen zum Beispiel, die knarrende Federung oder die Scheinwerfer, die bei Regen beschlugen. Jeder wusste, was er zu tun hatte.

Sepp Melkus führt die Geschäfte, kümmert sich um Kunden und Vermarktung. Er trägt keinen Blaumann, sondern einen dunkelblau gemusterten Pullunder über dem weißen Hemd. Er ist gerade erst 26 geworden, früher hat er Gitarre und Schlagzeug gespielt, und eigentlich wollte er an der Hochschule für bildende Künste studieren. "Die haben mich nicht genommen", sagt er. "Aber was wir hier machen, ist ja auch Kunst."

Und vielleicht kann er auch nicht anders, schließlich kann diese Familie bis heute nicht atmen, wenn nicht irgendwo Benzin in der Luft hängt. Bruder Ronny hat es bis in die Formel3 geschafft, hat sogar mal Ralf Schumacher überholt. Robert vermietet Dienstwagen, der Neffe betreibt eine Kartbahn. Die Mutter leitet das Büro der Melkus Sportwagen GmbH.

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