Mängelwelle in den USA
Volkswagen ruft 600.000 Autos zurück

Neues aus den USA: Der VW-Konzern muss 600.000 Wagen zurückrufen, überwiegend Audi. Derweil legt die EU-Kommission Volkswagen ans Herz, europäische Dieselgate-Geschädigte freiwillig zu entschädigen.
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Ingolstadt, WolfsburgDer Volkswagen-Konzern ruft in den Vereinigten Staaten knapp 600 000 Autos zurück. Die Fahrzeuge, die größtenteils von der Tochter Audi stammen, wiesen verschiedene Mängel auf, wie ein Audi-Sprecher in Ingolstadt der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag sagte. Betroffen seien Kühlmittelpumpen, Airbags und Gurtstraffer unterschiedlicher Modelle der VW-Oberklassen-Marke.

Eine entsprechende Rückrufaktion in den USA sei schon im kommenden Monat geplant. Genauere Angaben zu den im Einzelnen betroffenen Modellen, zum konkreten Rückrufzeitpunkt und zum Ablauf der Aktion machte Audi zunächst nicht. Besitzer könnten ihre Autos grundsätzlich kostenlos bei den Händlern reparieren oder die mangelhaften Teile austauschen lassen. „Das ist immer so“, sagte der Sprecher.

EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska hat derweil Europas größten Autobauer aufgerufen, seine europäischen Kunden wegen der Abgasmanipulationen freiwillig zu entschädigen. Von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt forderte sie in der „Welt am Sonntag“ zudem, den Konzern wegen Regelverstößen zu bestrafen. Sie setzte auch Italiens Regierung wegen Unklarheiten bei Abgaswerten von Fahrzeugen des dortigen Autobauers Fiat unter Druck: Wenn diese nicht bis Ende Februar eine zufriedenstellende Antwort auf den Vorwurf von Unregelmäßigkeiten bei Fiat-Fahrzeugen gebe, könnte die Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten.

„Ich hoffe, dass Volkswagen einen Weg findet, die europäischen Kunden auf freiwilliger Basis zu entschädigen“, sagte Bienkowska der Zeitung. Das Unternehmen müsse dafür sicher nicht so viel Geld in die Hand nehmen, wie in den USA, wo das rechtliche Umfeld ein anderes sei. „Aber der Druck in Europa steigt“, warnte sie. Drohenden Klagen könnte VW mit rechtzeitigen Entschädigungen zuvorkommen.

Die Kommissarin sieht aber auch die Politik in den EU-Autoländern in einer Bringschuld. „Regierungen müssen Autohersteller, die gegen die Regeln verstoßen haben, auch bestrafen“, sagte sie. Mit Blick auf Deutschland äußerte sie Verständnis, dass man in einem Wahljahr keine Strafen gegen den größten Autohersteller erlassen möchte. „Aber wenn wir die Situation nicht vernünftig abschließen, können wir auch nicht voranschreiten“, warnte sie. Was die Vermutung angehe, dass auch andere Hersteller als Volkswagen betrogen hätten, so fehlten noch „handfeste Beweise“. Die meisten Länder müssten die angeforderten Berichte noch einreichen. Bislang hätten nur Deutschland und Großbritannien geliefert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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