Maserati GranCabrio Sport im Test
Antidepressivum für 139.000 Euro

Pünktlich zur sonnigen Jahreszeit frischt Maserati sein Modellprogramm auf. Wohlhabenden Auto-Fans vertreibt der offene GranCabrio Sport ebenso den Winter-Blues wie der über 300 km/h schnelle Granturismo MC Stradale.
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MünchenDer italienische Luxussportwagen-Hersteller Maserati steht vor dem Umbruch. Im Juli diesen Jahres präsentieren die Italiener die völlig neu konstruierte Limousine Quattroporte, die ab Frühjahr 2013 erhältlich ist. Mitte des nächsten Jahres stellen die Italiener dann ein völlig neues Modell vor. Diese zweite Limousinenbaureihe soll mit der Mercedes E-Klasse, Audi A6 und Fünfer BMW in Wettstreit um prestigebewusste Kunden der automobilen Businessclass treten.

Laut Aussage der Maserati-Verantwortlichen soll der Neue sich auch preislich in einem durchaus vergleichbaren Segment zu den deutschen Konkurrenten bewegen. Die Motoren für den dann kleinsten Maserati kommen von Ferrari und werden exklusiv für Maserati gebaut. Ein weiteres Jahr später, also 2014 soll dann auch noch der schon lange angekündigte SUV von Maserati auf den Markt kommen. Er wird in den USA gebaut werden und basiert auf der Plattform des allradgetriebenen Jeep. Aber niemand muss jetzt ein amerikanisches Fahrzeug erwarten, der SUV soll ein echter Maserati sein.

Neben den in der weiteren Zukunft liegenden Produkten haben die Italiener aber auch jetzt nochmals Hand an ihre komplette Modellpalette gelegt. Besonders das Maserati GranCabrio Sport soll zeigen, wie sportlich und dennoch komfortabel ein viersitziges Cabrio sein kann.

331 kW/450 PS leistet der V8-Zylinder des offenen Spitzenmodells. Dazu kommen 510 Newtonmeter maximales Drehmoment die allerdings erst bei hohen 4 750 Umdrehungen anliegen. Diese Werte weisen schon darauf hin, dass das Maserati Sportcabrio geradezu nach Drehzahlen giert. Also einsteigen und per Knopfdruck das Stoffverdeck im Kofferraum versenken. Mit einem Cabrio steht schließlich das Openair-Vergnügen im Mittelpunkt. Kaum hörbar öffnet sich der Kofferraumdeckel und verschluckt die Stoffmütze. Ein Dreh am Zündschlüssel und der 4,7 Liter große Motor erwacht mit einem heiseren Schrei zum Leben. Um danach sofort seidenweich und kaum vernehmlich vor sich hin zu surren.

Für die Kraftübertragung ist der Italiener mit einem Sechstufen-Automatikgetriebe ausgerüstet. Diese lässt sich entweder im Automatikmodus eingesetzen. Oder manuell über große, gut zugängliche und feststehende Wippen am Lenkrad schalten. Im Automatikmodus schaltet das Getriebe ganz sanft und sucht sich immer den höchstmöglichen Gang. Mehr Spaß bereitet aber die manuelle Anzahl über die Wippen. Hier kommt der sportliche Charakter des starken Cabrios viel genussvoller zur Geltung, besonders wenn der Pilot den Fahrmodus per Knopfdruck auf Sport stellt.

Durch diesen Vorgang verändert sich die Charakteristik des Motormanagements - die Schaltvorgänge vollziehen sich schneller, aber auch etwas ruppiger und die Auspuffanlage intoniert einen völlig neuen, heißer kreischenden Sound. Dies geschieht mittels Bypass-Ventilen, die sich im Sportmodus öffnen.

Nach nur 5,2 Sekunden pfeift der Fahrtwind bereits mit 100 km/h um die Nase. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Maserati im geöffneten Zustand 276 km/h an. Dann weht allerdings ein Orkan durch den mit Alcantara- und Kohlefaserelementen aufgerüsteten Innenraum. Bis 100 km/h kommen die Insassen dagegen nahezu zugluftfrei über die Runden.

Die Lenkung arbeitet direkt und leichtgängig und vermittelt ein gutes Gefühl zur Straße. Auch auf kurvigen Strecken kann der heckangetriebene Italiener mit seiner Agilität durchaus überzeugen. Neutral meistert das straffe aber keinesfalls unkomfortable Fahrwerk jede Biegung. Weniger Spaß vermittelt dagegen die Karosserie, die bei Bodenwellen und schlechtem Geläuf deutliche Vibrationen aufweist.

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  • ....ich hab soeben erfahren, daß der Spritverbrauch bei 2.5 Liter liegt. Die angegebenen 14.5 wären falsch, so die Fiat-Zentrale. Ja dann kaufen wir ihn, nicht wahr?
    Leute, was hällt uns denn davon ab? Garnix. Die 139 Tausend machen sich dann bezahlt. Also nix wie ran.

  • Nö, aber spricht da ein Prinzipienreiter, der noch keinen Elektro-Sportwagen gefahren ist?

  • So? Also der offizielle Standard ist heute, dass ein Sportwagen 250 PS hat und damit in 3,0 Sekunden von 0 - 100 beschleunigt? Sind das die offiziellen Vorgaben des Kraftfahrtbundesamtes?

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