Maybach ist wieder da Totgeglaubte fahren länger

Wer hinten rechts sitzt, hat es geschafft: Mercedes-Maybach ist die neue Daimler-Sub-Marke mit superluxuriösen Chauffeurslimousinen für Staatslenker, Könige und Superreiche. Hierzulande wird man sie selten sehen.
Kommentieren
  • Spotpress
Schon die Langversion der S-Klasse bietet jede Menge Platz und Luxus. Die Mercedes-Maybach S-Klasse toppt das. Quelle: Mercedes

Schon die Langversion der S-Klasse bietet jede Menge Platz und Luxus. Die Mercedes-Maybach S-Klasse toppt das. Wieviel der mit Marken wie Rolls-Royce und Bentley konkurrierende Luxuswagen kosten soll, will Mercedes im Dezember bekanntgeben.

Mercedes kehrt zurück in eine besondere Liga: Auf der Los Angeles Autoshow und der Auto Guangzhou in China präsentieren die Stuttgarter zwei Modelle ihrer neuen Sub-Marke Mercedes-Maybach. Mercedes-Maybach S500 und S600 knüpfen an eine Tradition der Repräsentationslimousinen aus Stuttgart an, die bis in die Vorkriegsjahre zurückgeht.

Mit dem Launch der neuen Modelle lassen die Stuttgarter auch eine totgeglaubte Marke wieder auferstehen. Maybachs Luxus-Tradition geht in die 1920er Jahre zurück, seit den 60ern gehört die Marke zu Mercedes. Die einzigen Serienmodelle seitdem waren die 2002 auf den Markt gebrachten Luxuslimousinen Maybach 57 und 62. Der Name bezog sich auf die Fahrzeuglänge in Dezimetern - 5,70 und 6,20 Meter.

Die Baureihe zielte direkt auf Bentley und Rolls-Royce, allerdings mit mäßigem Erfolg: Die Verkaufszahlen erreichten nie die Erwartungen, und technisch wurde der Maybach rasch von der S-Klasse überholt. Wegen mangelnden Erfolgs wurde die Produktion Ende 2012 eingestellt.

Erste Bilder vom neuen Maybach
Mercedes-Maybach S-Klasse - Luxus aus Tradition
1 von 16

Daimler wirbt um gut betuchte Kundschaft mit der neuen Submarke Mercedes-Maybach. Die Produktion soll 2015 starten. Das größte Potenzial für die Luxuslimousine gibt es in China und den USA. Der neue Maybach solle weniger kosten als das 2012 eingestellte Modell, der Absatz deutlich darüber liegen.

Mit dem Launch der neuen Modelle lassen die Stuttgarter auch eine totgeglaubte Marke wieder auferstehen.
2 von 16

Mit dem Launch der neuen Modelle lassen die Stuttgarter auch eine totgeglaubte Marke wieder auferstehen. Mercedes-Benz hatte die Produktion der Traditionsmarke 2002 neu aufgenommen, sie 2012 aber wegen eines zu geringen Absatzes eingestellt. Insgesamt wurden damals nach Angaben von Daimler gut 3.200 Exemplare gefertigt.

Mercedes-Maybach S500 und S600 knüpfen an eine Tradition der Repräsentationslimousinen aus Stuttgart an, die bis in die Vorkriegsjahre zurückgeht.
3 von 16

Mercedes-Maybach S500 und S600 knüpfen an eine Tradition der Repräsentationslimousinen aus Stuttgart an, die bis in die Vorkriegsjahre zurückgeht.

Schon die Langversion der S-Klasse bietet jede Menge Platz und Luxus. Die Mercedes-Maybach S-Klasse toppt das.
4 von 16

Schon die Langversion der S-Klasse bietet jede Menge Platz und Luxus. Die Mercedes-Maybach S-Klasse toppt das. Wieviel der mit Marken wie Rolls-Royce und Bentley konkurrierende Luxuswagen kosten soll, will Mercedes im Dezember bekanntgeben.

Mit einer Länge von 5,45 Metern und einem Radstand von 3,37 Metern hat die Chauffeurslimousine um 20 Zentimeter zugelegt.
5 von 16

Mit einer Länge von 5,45 Metern und einem Radstand von 3,37 Metern hat die Chauffeurslimousine um 20 Zentimeter zugelegt.

Das Interieur ist noch einmal verfeinert, optional sind Extras wie Klapptische zum Arbeiten oder eine Sprachverstärkung für die Unterhaltung mit dem Chauffeur erhältlich.
6 von 16

Das Interieur wurde im Vergleich zur S-Klasse noch einmal verfeinert, optional sind Extras wie Klapptische zum Arbeiten oder eine Sprachverstärkung für die Unterhaltung mit dem Chauffeur erhältlich.

Das Modell ist 20 Zentimeter länger als die Langversion der S-Klasse, hat bis zu 530 PS und kann mit Sonderausstattungen wie versilberten Champagnergläsern geordert werden.

ampnet_photo_20141111_089534
7 von 16

Bestellt werden können die Mercedes-Maybach-Modelle bei jedem Mercedes-Händler – allerdings will man die bei einigen Händler bereits etablierten S-Class-Lounges nutzen, um dem Kunden das Thema nahezubringen. Denn Maybach, so Källenius, muss „neu gelernt werden“.

Man positioniert sich jetzt nicht mehr in den preislichen Gefilden der Spitzenmodelle von Bentley Mulsanne und Rolls-Royce Phantom, sondern befindet sich in Rufweite der regulären S-Klasse.

Schon die Langversion der S-Klasse bietet jede Menge Platz und Luxus. Die Mercedes-Maybach S-Klasse toppt das: Mit einer Länge von 5,45 Metern und einem Radstand von 3,37 Metern hat die Chauffeurslimousine um 20 Zentimeter zugelegt.

Davon profitieren die Passagiere auf der Rückbank - sie können in den beiden Liegesitzen mit gesteppten Polstern die Beine bequem ausstrecken. Das Interieur ist noch einmal verfeinert, optional sind Extras wie Klapptische zum Arbeiten oder eine Sprachverstärkung für die Unterhaltung mit dem Chauffeur erhältlich.

Auch von außen ist die Veränderung klar erkennbar, wurde doch die hintere Tür im Vergleich zur Langversion der S-Klasse um knapp sieben Zentimeter gekürzt, das Dreiecksfenster in die C-Säule verlegt. Der Promi-Limousinen-Effekt: Die Rücksitze liegen so hinter dem Türausschnitt, schwingt die Tür auf, sind König oder Rockstar nicht unmittelbar dem Blitzlichtgewitter der Fotografen ausgesetzt, sondern haben noch einen Moment Privatsphäre.

Vom alten zum neuen Pullman
Mercedes-Benz-600_Pullman_Limousine_1964_1024x768_wallpaper_03
1 von 19

Auch wenn Daimler-Chef Zetsche im November 2011 die Strategie mit S-Klasse und 600er Pullman als quasi neu darstellt: Bereits in den 1960er ´Jahren gab es parallel eine S-Klasse mit zwei Radständen sowie eine Pullman-Langversion (hier im Bild ein 1964er), der Dienstwagen für viele Staatsoberhäupter war. Ab diese Erfolge will Mercedes nun anknüpfen ...

Mercedes_600_DW_Son_268262a
2 von 19

Sein Debüt feierte der Mercedes 600 im September 1963 auf der Frankfurter IAA. Für Gesamtkosten von damals ungeheuren 100 Millionen D-Mark wurde die intern W 100 genannte Baureihe wird von den Ingenieuren der Rennsportabteilung entwickelt.

Mercedes-Benz-600_Pullman_Limousine_1964_1024x768_wallpaper_02
3 von 19

Der Pullman - hier als sogenannte Landaulet-Version mit offenem Dach für die Passagiere und festem Dach für den Chauffeur ist eine echte Ikone des Autobaus. Als Pullman-Wagen bezeichnete man allerdings ursprünglich Reisezugwagen mit luxuriöser Großraumeinrichtung, die von der amerikanischen Pullman Palace Car Company gefertigt wurden. Diese Bezeichnung ging später auf die Mercedes-Fahrzeuge mit dem besonders langen Radstand über ...

Mercedes_600_DW_Son_268222a
4 von 19

Der mächtige alte Pullman bot bei 6,24 Meter Länge und 3,90 Meter Radstand sieben bis acht Sitzplätze.

Mercedes600Pullman1
5 von 19

Der legendäre Mercedes-Benz 600 übernahm für annähernd dreißig Jahre die Rolle als Staatskarosse. Er diente nicht nur der Regierung der Bundesrepublik Deutschland als Repräsentationsfahrzeug, sondern auch Regierenden zahlreicher Länder und vielen Herrscherhäusern.

486876_851282_3065_2508_882500A95F2152
6 von 19

Der Papst hatte einen, Saddam Hussein, Mao Tse Tung sogar mehr als ein Dutzend: Der 600er und der Pullman waren Autos für Könige, Diktatoren, und als Symbol der Mächtigen auch eines deutscher Stärke. Wer ihn fuhr, wollte Größe und Wohlstand zeigen. Staatsmänner aus aller Welt rissen sich förmlich um das edle Gefährt "made in Germany". Doch wirtschaftlich war das Auto für Mercedes nicht rentabel.

Mercedes_600_a_DW_S_268435a
7 von 19

Aus gewaltigen 6,3 Liter Hubraum schöpft der V8 damals sagenhafte 250 PS. Das genügte, um den 2,5 bis 3,3 Tonnen schweren Wagen in knapp 10 Sekunden auf Tempo 100 zu bringen. Die Höchstgeschwindigkeit betrug rund 200 km/h - und so zählte der 600er trotz seiner gewaltigen Abmessungen und des hohen Gewichts damals zu den schnellsten Serienfahrzeugen der Welt.

Die hier abgebildete Landaulet-Version besitzt Trittbretter und Haltegriffe für den Personenschutz.

Keine Blöße gibt sich die besondere S-Klasse auch leistungsmäßig: Der V12-Biturbo des Topmodells S600 holt aus sechs Litern Hubraum 390 kW/530 PS (830 Nm Drehmoment). Die Kraft verteilt ein Siebengang-Automatikgetriebe. Im S500 kommt ein 4,7-Liter-V8-Biturbo zum Einsatz, der 335 kW/455 PS leistet.

In China wird es auch einen S 400 4Matic mit einem V6-Motor geben. „Das Konzept macht sich nicht an der Zahl der Zylinder fest“, sagt Daimler-Marketingchef Ola Källenius.

Die neue Marke Mercedes-Maybach soll eine Sub-Marke sein, unter der zukünftig Fahrzeuge von Mercedes-Benz in exklusiverer Form angeboten werden. Die zeitgleiche Premiere auf den Automessen in China und den USA markiert, welche Märkte als die beiden wichtigsten für diese besondere S-Klasse vorgesehen sind.

Maybachs zweites Sterben
-
1 von 25

Ein skurriles Motorrad mit Stützrädern, das Gottlieb Daimler am 29. August 1885 zum Patent anmeldet, gilt vielen als die Geburt des Automobils. Die ersten Meter auf dem hölzernen "Reitwagen" legte Daimler vor seiner Werkstatt in Bad Cannstatt zurück. 1886 versetzte Carl Benz mit dem Patent-Motorwagen die Fachwelt sowie die an Pferdekutschen gewohnten Fußgänger in Erstaunen. Das erste Auto mit Gasmotor ist geboren. Als erster echter Mercedes gilt aber ein vom Daimler-Chefkonstrukteur Wilhelm Maybach entwickelter Simplex-Rennwagen des Jahres 1900 ...

100 Jahre Automobilclub
2 von 25

Die Luxusmarke Maybach wurde einst nach dem einstigen Motorenkonstrukteur Wilhelm Maybach benannt. In der Vorkriegszeit stand sie im Ruf, "die besten Autos der Welt" zu bauen. Mit dem Zweiten Weltkrieg endete die Fahrzeugproduktion. Im Jahr 2002 reaktivierte Mercedes die Marke, um mit den Baureihen 57 und 62 gegen Fahrzeuge von Rolls-Royce und Bentley anzutreten.

Foto: Wilhelm Maybach (re.) an der Lenkstange eines Daimler Riemenwages und Gottlieb Daimler (2.v.r.) auf einem undatierten Archivbild.

Oldtimer wirbt für Autosommer 2011
3 von 25

1909 macht Maybach sich mit seinem Sohn Karl selbständig, sie gründen die Firma Maybach-Motorenbau GmbH, die Zeppelinmotoren und später Luxusautos herstellt. Im Bild: Ein Maybach Zeppelin aus dem Jahre 1932 vor dem Schloss Solitude (nahe Stuttgart).

Maybach Motorenbau GmbH in Friedrichshafen
4 von 25

Stilprägend und namensgebend: Ein Zeppelin fliegt über das Fabrikgelände der Maybach Motorenbau GmbH in Friedrichshafen. Die Aufnahme entstand 1917. 2011 ist der Traum wohl endgültig ausgeträumt: Die beiden Luxuslimousinen Maybach 57 und 62 zählen mit Preisen zwischen 405.671 und 545.258 Euro zu den teuersten Fahrzeugen in Deutschland, - und verkaufen sich nur sehr schleppend ...

Oldtimer-Veranstaltung Classic Motorshow
5 von 25

1960 übernahm Daimler-Benz die Maybach-Motorenbau GmbH und damit die Markenrechte. Erst seit dem Jahr 2002 wurde das Segment der reinen Luxus- und Chaffeursautos aber im Zuge der Konzernstrategie wiederbelebt ...

Im Bild: Maybach Zeppelin Sport Cabriolet von 1937 bei der 2011er "Bremen Classic Motorshow"

huGO-BildID: 3475026 Maybach Cabriolet SW 38 von 1938
6 von 25

Maybach Cabriolet SW 38 von 1938

MAYBACH
7 von 25

Mit der nach dem Autopionier August Wilhelm Maybach benannten Edelmarke wollte Daimler damals den Luxusmarkt aufrollen. Während sich VW mit Bentley, Lamborghini und Bugatti gleich drei Luxusmarken kaufte und BMW mit Rolls-Royce ins Rennen ging, dachte Daimler, mit der eigenen Marke Maybach dagegenhalten zu können.


Bestellt werden können die Mercedes-Maybach-Modelle bei jedem Mercedes-Händler – allerdings will man die bei einigen Händler bereits etablierten S-Class-Lounges nutzen, um dem Kunden das Thema nahezubringen. Denn Maybach, so Källenius, muss „neu gelernt werden“. Man positioniert sich jetzt nicht mehr in den preislichen Gefilden der Spitzenmodelle von Bentley Mulsanne und Rolls-Royce Phantom, sondern befindet sich in Rufweite der regulären S-Klasse.

Noch ist es nicht bestätigt, aber schon im Frühjahr dürfte Daimler eine Variante der Mercedes-Maybach S-Klasse mit nochmals verlängertem Radstand vorstellen. Langfristig könnte es außerdem Varianten von S-Klasse Coupé und S-Klasse Cabriolet geben – und sogar ein Geländewagen ist theoretisch denkbar.

Startseite

Mehr zu: Maybach ist wieder da - Totgeglaubte fahren länger

0 Kommentare zu "Maybach ist wieder da: Totgeglaubte fahren länger"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%