Mehr als 20 Unternehmen sind mit ihren Produkten auf der IAA Nutzfahrzeuge vertreten
Chinesische Anbieter bauen Messepräsenz aus

Die chinesische Nutzfahrzeugbranche streckt die Fühler nach Westeuropa aus - erstmals sind ein LKW-Anbieter und ein Bushersteller aus China auf der IAA vertreten. Der Drang nach Europa hatte sich schon auf der IAA PKW im vergangenen Jahr abgezeichnet.

DÜSSELDORF. Dort zeigte sich die chinesische Autoindustrie mit drei Fahrzeugherstellern und 14 Zulieferern. "Die Nutzfahrzeugindustrie in China ist ein Bereich, der sich im Aufwind befindet, die Hersteller wollen nicht mehr nur auf den Heimatmärkten Präsenz zeigen. Das ist ein deutliches Signal an die europäischen und amerikanischen Hersteller, dass man am Image arbeitet", sagt Michael Raab, der bei Sal. Oppenheim Equity Research für die Bewertung der Automobilindustrie zuständig ist. Der Wettbewerb der Branche in China und Asien sei hart - das gelte für den Absatz, aber auch für den Aufbau von Produktionsstätten.

Die Automobilhersteller werden zusätzliche Fertigungskapazitäten künftig fast ausschließlich in Wachstumsmärkten aufbauen, so das Automotive Institute von Pricewaterhouse Coopers in seiner jüngsten Erhebung "Light Vehicle Assembly Outlook". 84 Prozent des Zuwachses bei der Montage von PKWs und Kleinlastwagen sollen zwischen 2005 und 2010 aus Schwellenländern stammen - eine vergleichbare Tendenz gibt es bei LKWs. "Vor allem in den Schwellenländern sind die Ansprüche an die Fahrzeuge nicht so hoch", so Raab. Dort haben chinesische Hersteller gute Absatzchancen. Insgesamt gelten die chinesischen Hersteller als ehrgeizig, derzeit genügt aber die Qualität europäischen Standards noch nicht. Dennoch "nehmen wir jeden Wettbewerber ernst, auch wenn manch einer sich noch in einem frühen Stadium befindet", so Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

"Bei PKWs werden in sieben bis zehn Jahren größere Stückzahlen chinesischer Hersteller in Europa und den USA erwartet, von einer ähnlichen Entwicklung gehe ich auch bei LKWs aus", sagt Michael Raab. Ein wesentliches Hindernis sind aus seiner Sicht die derzeit fehlenden Servicestrukturen. Die LKW-Kunden müssten wissen, dass sie in ihrem Wirkungsbereich ein zuverlässiges Servicenetz haben, so Raab. Das könnten Nischenhersteller kaum leisten. Eine Kooperation mit Werkstattketten sei eine denkbare Alternative zum Aufbau eigener Infrastrukturen.

Chancen für europäische Hersteller auf dem chinesischen Markt gibt es vor allem bei Verfahren zur Abgasreinigung und bei Sicherheitssystemen. So sind nur wenige Nutzfahrzeuge in China mit der ABS-Technologie ausgerüstet - was sich aber zügig ändern wird: Ende 2004 hat die chinesische Regierung angeordnet, dass alle Busse mit einem Gewicht von mehr als zwölf Tonnen sowie sämtliche Lastwagen und Anhänger mit einem Gewicht von mehr als zehn Tonnen mit ABS ausgestattet werden müssen. "Die Regierung wird in Zukunft der Entwicklung und Sicherheit von Nutzfahrzeugen mehr Beachtung schenken und die Gesetze in Bezug auf Produktion, Vertrieb und den Einsatz von Nutzfahrzeugen durchsetzen", so Zhao Hang, Direktor des China Automotive Technology and Research Center.

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