Mehr Platz im Fünftürer
Mini entdeckt die Hinterbänkler

Den neuen Mini gibt es nun für 900 Euro mehr auch als Fünftürer. Er verspricht einfacheren Zugang auf die Rücksitze, und ist dank 16 Zentimetern mehr Länge auch geräumiger als der Dreitürer. Die ersten Fahreindrücke.
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Jeden Werktag die gleiche Prozedur. Kurz vor der Schule stoppen, Handbremse anziehen, schnell aussteigen und um das Auto herumhetzen. Beifahrertür öffnen und den Sitz nach vorne klappen. Ungeduldig krabbelt der Siebenjährige von hinten ins Freie, bleibt wieder mal mit dem viel zu vollen Schulranzen am schmalen Spalt zwischen Lehne und Türpfosten hängen. "Genau wegen solcher Szenen bauen wir jetzt die erste Mini-Limousine mit fünf Türen", sagt Peter Schwarzenbauer, im BMW-Vorstand für den englischen Ableger zuständig. "Wir wissen, dass viele treue Kunden lange darauf gewartet haben".

Ein Mini mit fünf Türen also, der noch dazu gut 16 Zentimeter länger ist. Den zusätzlichen Zugang in den Fond bietet zwar schon der hochbeinige Mini Countryman. Doch der ist eher ein Lifestyle-Kombi mit Dachreling und für viele Fans der Kultmarke eben kein typischer Mini.

"Unser neues Familienmitglied hat wohl die längste Entwicklungszeit in der Automobilhistorie hinter sich", schmunzelt der deutsche Chef der britischen Ikone. "Bereits 1957 gab es den Prototyp eines Fünftürers, der aber nie in Serie ging", berichtet er. Leider ist das einzige handgefertigte Modell verloren gegangen und wurde nie wiedergefunden. "Jetzt haben wir ihn gleichsam zu Ende entwickelt".

Der Neugeborene der Familie Mini fällt nur dann wirklich auf, wenn er neben dem vertrauten Dreitürer parkt. Hier wird der um über sieben Zentimeter längere Abstand zwischen den Achsen deutlich, das Wachstum auf vier Meter Gesamtlänge und bei genauem Hinschauen auch der gute Zentimeter mehr an Höhe. All das soll vor allem den Hinterbänklern zu Gute kommen, die im Schwestermodell schon auf Kurzstrecken litten. Die beiden zusätzlichen Türen mit den großen verchromten Griffen fügen sich gut in die Gesamtlinie ein.

Sie wirken optisch zwar etwas schmal, öffnen aber so weit, dass der Zugang in den Fond durchaus keiner Verrenkungen bedarf. Hat man seinen Platz erst mal erreicht, eröffnet sich eine neue Mini-Welt. Ausreichend Kniefreiheit (sieben Zentimeter mehr als im Dreitürer), mehr Luft über dem Haupthaar und trotz identischer Breite gut sechs Zentimeter mehr Spielraum für die Ellenbogen.

Wenn drei Erwachsene sich nebeneinander drücken, wird es naturgemäß dann doch knapp. Aber der Mini ist nun mal ein Kleinwagen der Polo-Klasse.

Das Wachstum wird auch im Gepäckraum deutlich: Er fasst mit 278 Litern deren 67 mehr als beim Kurzmodell. Nutzt man die diversen Umklapp- und Einstellmöglichkeiten kann er im Zwei-Personen-Betrieb bis auf 941 Liter erweitert werden. Das macht ihn zwar immer noch nicht fit für den Baumarkt, doch beim großen Wochenend-Einkauf passen jetzt einige Schnäppchen mehr in den Laderaum als in den anderer Mini-Fahrer.

An der Grundform der Anfang des Jahres erschienenen zweiten Mini-Generation wurde nichts verändert. Der gleiche freundliche Gesichtsausdruck mit dem verdutzt-neugierigen Blick aus den großen Scheinwerferaugen, bei dem ein wenig wohl der bunte Clownsfisch aus dem Film "Findet Nemo" Pate stand.

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