Mehr Rakete als Auto
Alternative Fahrzeugkonzepte in Genf

dpa/gms GENF. Die großen und schnellen Autos sind zwar die unbestrittenen Stars, doch auf dem Genfer Automobilsalon geht es auch eine Nummer kleiner. In einer Nebenhalle der Schweizer Messe zeigen einige Unternehmen alternative Konzepte.

Die pfiffigen Autos sind für den Stadtverkehr, für den kleinen Geldbeutel oder für staunende Betrachter als eher abgefahrene Zukunftsvision der Mobilität von Morgen. Das italienische Unternehmen Autostudi stellt beispielsweise die Designstudie Minisuv vor. Dabei handelt es sich um einen knubbeligen Geländewagen im Format eines Mini. Der rundliche Zweitürer verfügt wie die großen SUV-Ableger über eine erhöhte Bodenfreiheit, eine massive Dachreling und einen Unterfahrschutz vorn und hinten. Er verkörpert nach Angaben des Unternehmens ein SUV in „erträglichen Dimensionen“, das sich für verschiedene Einsatzzwecke eignet.

Der Loremo, den das gleichnamige Unternehmen aus Ingolstadt am Stand nebenan vorstellt, ist dagegen ein windschnittiger, in Leichtbauweise gefertigter kleiner 2+2-Sitzer. Als Antrieb des 450 Kilogramm schweren Wagens dient ein Zweizylinder-Turbodiesel mit 15 kW/20 PS und Rußpartikelfilter, der sich laut Loremo im Schnitt mit nur 1,5 Litern Diesel auf 100 gefahrene Kilometer zufrieden gibt.

Dabei soll eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern (km/h) möglich sein. Der Loremo vereine damit „die Ökonomie eines Kleinwagens mit der Straßenlage und dem Fahrspaß eines Sportwagens“, verspricht das Unternehmen, das 2009 eine Kleinserie auf die Straße bringen will. Der Verkaufspreis soll dann unter 11 000 Euro liegen.

Dabei sind die angegebenen Fahr- und Verbrauchswerte nicht die einzigen Auffälligkeiten: Statt herkömmlicher Türen verfügt der Loremo über ein „Tor“ zum Ein- und Aussteigen: Die gesamte Fahrzeugfront samt Windschutzscheibe wird dazu nach vorne geklappt. Damit soll der Einstieg „so einfach wie in eine Badewanne“ sein.

Während mit dem Loremo auch Langstrecken ohne Nachtanken bewältigt werden können, ist der Radius des Blue Car auf 250 Kilometer begrenzt. Das Kleinfahrzeug dürfte daher vor allem im Stadtverkehr zum Einsatz kommen. Das ultra-kompakte Elektroauto, das die französische Bolloré-Gruppe in Genf vorstellt, wird von schnellladefähigen Lithium-Metall-Polymer-Batterien und einem 50 kW starken Elektro-Aggregat angetrieben. Damit erreicht der 3+2-Sitzer immerhin eine Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h.

Bolloré will das serienreife Blue Car als eine geeignete Antwort auf die durch Verbrennungsmotoren verursachte Emissionsprobleme verstanden wissen - immerhin fahre das Auto emissionsfrei. Dabei soll das Fahrzeug auch noch vielseitig nutzbar sein: Sind nur drei Insassen an Bord und werden die hinteren Faltsitze umgeklappt, lassen sich noch 810 Liter an Zuladung mitnehmen. Möglich ist das durch eine Platz sparende Anordnung der Batterien im Fahrzeugboden.

Eher eine Zukunftsvision für die Mobilität von morgen ist der Acabion. Das zweirädrige Stromliniengefährt des Luzerner Entwicklers Peter Maskus ähnelt mehr einer Rakete als einem Auto. Als Antrieb dient ein modifiziertes Aggregat des Motorrades Suzuki GSX 1 300 R, das mit Turboaufladung bis zu 515 kW/700 PS leisten soll. Maximal 450 km/h soll der Acabion damit schnell sein.

Das zweisitzige Stromlinienfahrzeug soll zwar noch in diesem Jahr in einer Kleinserie gebaut werden. Damit wäre aber nur der erste Teil des Acabion-Konzepts umgesetzt. Denn der Entwickler wünscht sich zum Ausfahren seines Flitzers auch neue Straßen. Auf Stelzen stehend könnten die schmalen, dem Acabion vorbehaltenen Pisten die Großstädte miteinander verbinden, so die Vision. Doch vielleicht wird sie schneller umgesetzt, als skeptische Besucher vermuten: Angeblich hat bereits ein Scheich aus Dubai angeboten, die ersten 1 000 Kilometer Strecke zu finanzieren.

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