Meissen-Chef vor neuer Aufgabe: Jürgen Geßler verlässt Porsche Design

Meissen-Chef vor neuer Aufgabe
Jürgen Geßler verlässt Porsche Design

Bei der Porsche Design Group steht ein Führungswechsel an. Jürgen Geßler gibt seinen Chefposten bei der Design-Tochter des Sportwagenherstellers auf. Sein Nachfolger ist ein Porzellan-Experte.
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DüsseldorfEdle Sonnenbrillen, feine Lederschuhe, luxuriöse Taschen – dafür steht die Marke Porsche Design. Seit 2007 führt Jürgen Geßler die Tochterfirma des Autoherstellers. Nun wird er das Unternehmer verlassen. Noch am Freitagnachmittag wollte der Sprecher von Porsche Design in Ludwigsburg dazu keine Stellung nehmen. Doch am Abend wurde der Wechsel offiziell: Christian Kurtzke wird Nachfolger von Geßler und übernimmt den Vorsitz der Geschäftsführung. Der 45-Jährige war seit 2008 Vorsitzender der Geschäftsführung und Kreativdirektor der Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH.

Bernhard Maier, Vorsitzender des Gesellschafterausschusses, sieht in Kurtzke vor allem in einen Experten für Luxusmarken: „Herr Kurtzke hat bereits in seinen bisherigen Funktionen seine Weitsicht und Qualitäten zur Markenführung unter Beweis gestellt.“

Jürgen Geßler gab sich im Interview mit dem Handelsblatt vor knapp einem Jahr noch sehr selbstbewusst: „Wir wollen die relevante deutsche Luxusmarke werden, die im internationalen Wettbewerb mithalten kann“, sagte Geßler damals. Er meldete damit den Anspruch an, sich künftig mit internationalen Topmarken wie Louis Vuitton, Gucci oder Prada zu messen.

Lange Jahre fristete die Marke eher ein Mauerblümchen-Dasein. Die früheren Manager brachten vieles auf den Markt, von der Bohrmaschine bis zu den tropfenförmigen Sportbrillen. Geßler reduzierte die Zahl der Produkte deutlich, die für Porsche in Lizenz gefertigt werden. Er versuchte immer mehr, im Markt für Luxusmode mitzumischen. Er konzentrierte das Geschäft auf klassische Luxusbereiche wie Mode, Schuhe, Koffer, Taschen, Uhren, Sonnenbrillen und Smartphones. Außerdem wollte er den Frauenanteil am Gesamtumsatz steigern. So bietet Porsche Design seit vergangenem Jahr eine Damenhandtasche an.

Geßlers Ziele waren ehrgeizig. So wollte er den Umsatz von 128 Millionen bis 2018 mindestens verdoppeln. Vielleicht waren die Ziele zu ambitioniert. Im vergangenen Jahr konnte Porsche Design nur leicht zulegen. Auch die Ziele für den weiteren Ausbau des Vertriebsnetzes waren ambitioniert.

So wollte Geßler das Vertriebsnetz bis 2018 von 152 auf rund 290 Verkaufspunkte ausdehnen. Alleine die Zahl der eigenen kapitalintensiven Filialen sollte sich auf 60 verdoppeln.

Branchenexperten erkennen zwar die Leistung von Porsche Design in der Modewelt an. Aber mancher sieht die Chancen kritisch: „Ich habe große Zweifel, dass sich die einzigartige, technisch geprägte Marke Porsche in der kurzlebigen, extravaganten Welt der Luxusmode durchsetzen wird“, merkt Mode- und Luxusexperte Franz Maximilian Schmid-Preissler an.

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