Mercedes auf der CES 2017 Vier Buchstaben Zukunft

Health-Funktionen, verbesserte Bilderkennung oder intelligente Parkplatzsuche: Auf der CES wirft Mercedes einen Blick in die Zukunft und zeigt, woran die Ingenieure gerade forschen. Einiges davon dürfte bald in Serie gehen.
  • Michael Gebhardt
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  • Spotpress
Mercedes auf der CES 2017 - Vier Buchstaben Zukunft Quelle: Daimler
Ende 2016 hat Daimler die neue Case-Strategie vorgestellt, und die Buchstaben mit Leben gefüllt:

C steht für Connectivity, A für autonomes Fahren; S bedeutet Shared und Service und E bezeichnet den Elektroantrieb. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wird diese Strategie nun teilweise konkretisiert.

Axel Harries hat bei Daimler gerade einen sehr dankbaren Job. Als CEO der „schnellen Einsatzttruppe“ Case kann er mit seinem Team nach Start-up-Manier forschen und entwickeln, gleichzeitig aber steht ihm der Mutterkonzern mit Geld und Ressourcen jederzeit zur Verfügung. Ende 2016 hat Daimler die neue Case-Strategie vorgestellt, und die Buchstaben mit Leben gefüllt: C steht für Connectivity, A für autonomes Fahren; S bedeutet Shared und Service und E bezeichnet den Elektroantrieb. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wird diese Strategie nun teilweise konkretisiert.

Das Thema autonomes Fahren steht bei Mercedes schon längere Zeit ganz oben auf der Agenda. Doch stehen die Stuttgarter aktuell vor den gleichen Problemen wie alle anderen Hersteller: Das Auto verfügt noch nicht über ausreichend künstliche Intelligenz, um komplexe Entscheidungen so gut und sicher wie ein Mensch zu treffen, und auch die Bilderkennung muss noch deutlich besser werden. Zumindest Letzteres scheinen die Ingenieure langsam aber sicher in den Griff zu kriegen.

Ab Anfang 2017 können die Kunden über Google Home mit ihrem Auto Kontakt aufnehmen und zum Beispiel den Tankfüllstand abfragen Quelle: Daimler
Ab Anfang 2017 können Kunden über Google Home mit ihrem Auto Kontakt aufnehmen

Eine Möglichkeit: Einfach mal den Tankfüllstand abfragen

Neue Systeme verarbeiten pro Stunde bis zu sieben Terrabyte an Daten und können nicht nur Straßen, Fußgänger und andere Fahrzeuge ausmachen, sondern auch den Gehweg, Laternenpfosten, Gebäude und den Himmel erkennen und sogar Motorradfahrer von Radlern unterscheiden. Und: Die Technik ist lernfähig. Hat ein Auto in Australien einmal ein Känguru als solches erkannt, kann es die Information ans Backend übermitteln und mit dem nächsten Update können alle Mercedes das hüpfende Beuteltier bestimmen.

Weitere Fortschritte auf dem Feld der künstlichen Intelligenz sollen außerdem dabei helfen, dem Fahrer die Fahrt angenehmer zu machen. Die auf dem Messestand ausgestellte C-Klasse zum Beispiel lernt durch die Auswertung von Verhaltensmustern ihren Fahrer immer besser kennen und ist nach wenigen Wochen in der Lage, die wahrscheinlich gewünschte Route schon beim Einsteigen vorzuschlagen oder vorherzusehen, wann der Lenker wen anrufen möchte.

Was Autobauer auf der Gadget-Messe zeigen
Mercedes EQ
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Mercedes setzt auf CASE. So heißt die neue Unternehmensstrategie, die auf den vier Säulen Connected, Autonomous, Shared & Service und Electric Drive aufbaut. Bei den großen Trendthemen wird es aber wohl bei Ankündigungen bleiben, ein neues Concept-Car hat Daimler wohl nicht im Gepäck. Stattdessen sollen die Elektro-Studie Concept EQ (im Bild) und der Mercedes-Benz Vision Van gezeigt werden. Die „große“ Premiere: Die beiden Studien werden Daimler zufolge zum ersten Mal gemeinsam auf einer Bühne stehen.

BMW wagt einen Blick in das Interieur der Zukunft
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Mit einer neuartigen Touch-Oberfläche wollen die Münchner ein neues Bedienkonzept vorstellen. Die innovative Schnittstelle namens HoloActive Touch zwischen Fahrer und Fahrzeug gleicht einem virtuellen Touchscreen, dessen frei im Raum schwebende Anzeige mit Fingergesten bedient wird und die so erteilten Befehle mit einer haptisch wahrnehmbaren Rückmeldung quittiert.

Ford hat seine Forschungsfahrzeuge in den USA für autonomes Fahren weiterentwickelt
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Die Rechenleistung der als Versuchsträger dienenden Ford Fusion (hierzulande als Mondeo bekannt) wurde wesentlich verbessert, die elektrischen Steuerungen sind deutlich näher an der Serienreife, und die Sensor-Technologie mitsamt den Platzierungen der Sensoren ermöglicht den Autos eine noch bessere Erfassung der Umgebung.

Die neuen LiDAR-Sensoren (Light Detection And Ranging) sind zum einen noch schlanker ausgeführt, zum anderen greifen sie auf einen noch exakteren Zielbereich zu. Auf diese Weise kommt die neue Fahrzeug-Generation mit zwei statt vier Sensoren aus – die aber genauso viele Daten liefern.

Waymo
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Im Mai 2016 kündigten FiatChrysler und die Google-Mutter Alphabet ihre Zusammenarbeit beim autonomen Fahren an. 100 Testfahrzeuge sollten entstehen, die ersten werden auf der CES 2017 gezeigt. Die Sensoreinheit auf dem Dach des Chrysler Pacifica sehen aus wie von den Google Cars entnommen, sind aber im Grunde neu entwickelt.

Waymo, wie die für das autonome Fahren zuständige Abteilung bei Alphabet inzwischen heißt, will mit den Fahrzeugen die Erprobung in drei US-Bundesstaaten fortsetzen.

Mehr ein Mobilitätskonzept als eine Auto-Studie will der Honda NeuV sein.
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Der fahrende Würfel soll elektrisch angetrieben und den Stadtverkehr völlig autonom bewältigen können. Da die Insassen nicht mehr selbst fahren müssen, sollen sie sich dank der tiefgreifenden Vernetzung anderweitig beschäftigen können. Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine will Honda vollkommen neu gestaltet haben.

Continental will die Biometrie ins Auto bringen
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Die Hannoveraner wollen das Ent- und Verriegeln und den Motorstart sicherer machen, indem sich die berechtigten Fahrer per Fingerabdruck identifizieren müssen. Zudem soll eine Innenraumkamera das Gesicht des Fahrers erkennen und so Fahrzeugeinstellungen wie Sitz- und Spiegelposition, Musik, die Klimaanlage oder die Navigation für den jeweiligen Fahrer personalisieren.

Eine weitere Neuheit: Ein intelligentes Glas soll die Scheiben gezielt verdunkeln können, sobald das Auto verriegelt wird. dem Auto, hellen sich dessen Scheiben automatisch auf.

Autovisionär Frank M. Rinderknecht hat sich wieder ein neues Konzeptfahrzeug ausgedacht
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Auf der CES in Las Vegas zeigt der Schweizer das Elektrofahrzeug Rinspeed Oasis. Die Basis für das autonome Auto bildet das „Intelligent Rolling Chassis“ (IRC) von ZF aus Friedrichshafen. Die fahrbereite Plattform verfügt über zwei Elektromotoren mit je 54 PS, ein spezielles Fahrwerk und eine neuartige Lenkung, die den Wendekreis auf Großstadt-taugliche 6,50 Meter schrumpfen soll.

Keine Rinspeed-Studie ohne Skurrilität: Das besondere Innenraumkonzept wird durch einen kleinen Wintergarten hinter der Frontscheibe abgerundet.

Apropos anrufen: Auch mit dem eigenen Heim steht das Auto künftig in Kontakt. Ab Anfang 2017 können die Kunden über Google Home oder Amazon Alexa mit ihrem Auto Kontakt aufnehmen und zum Beispiel den Tankfüllstand abfragen, oder schon von daheim aus Naviziele einspielen. Umgekehrt lässt sich natürlich auch aus dem Auto das Smart Home steuern und zum Beispiel das Licht einschalten.

Im Bereich der neuen Service setzt Mercedes vor allem auf Gesundheitsdienstleistungen. Die zum Konzeptfahrzeug „Fit & Healthy“ umgebaute Maybach S-Klasse bietet zum Beispiel zwei sogenannte Erlebniswelten, die Einfluss auf Beduftung, Massage, Ambientelicht und Ionisation der Klimatisierung nehmen und in ähnlicher Form schon bald mit dem S-Klasse Facelift in Serie gehen könnten. Je nachdem ob einem nach Regeneration oder Aktivierung ist, werden zahlreiche Sinne angeregt – sogar die Bauchmuskeln.

Mithilfe der an Bord verbauten Sensoren scannen Mercedes-Modelle freie Stellplätze am Straßenrand und melden diese an die Cloud Quelle: Daimler
Wenn das Auto aktiv bei der Parkplatzsuche hilft

Mithilfe der an Bord verbauten Sensoren scannen Mercedes-Modelle freie Stellplätze am Straßenrand und melden diese an die Cloud

Beim neuen 4D-Sound wird der Klang derart in mechanische Bewegung umgesetzt, dass er in der Magengegend gut spürbar ist. Spüren kann der Fahrer auch die Tiefenmassage und den Aktivsitz, der im Motion-Modus in Bewegung gerät: Kleine Veränderungen der Sitzposition, zum Beispiel durch Variation der Neigung, sollen auf längeren Fahrten für Entspannung sorgen. Eine ähnliche Technik hat allerdings BMW schon vor einigen Jahren präsentiert.

Ganz neu ist dagegen die Predictive Emergency Defense. Über Sensoren im Lenkrad oder eine Smartwatch kann der Wagen den Puls des Fahrers abfragen und daraus den Gesundheitszustand ableiten. Speziell für Vielfahrer und Berufskraftfahrer hat Mercedes eine Sensor-Weste entwickelt, die es sogar ermöglicht, ein EGK während der Fahrt anzufertigen. Diagnostiziert das Auto einen Herzinfarkt, kann es unverzüglich die Rettung rufen und kontrolliert anhalten.

Die Sitze massieren ihre Insassen Quelle: Daimler
Die Sitze massieren ihre Insassen

Aktivsitz schalten durch Bewegung des Passagiers in den Motion-Modus: Kleine Veränderungen der Sitzposition, zum Beispiel durch Variation der Neigung, sollen auf längeren Fahrten für Entspannung sorgen.

Bei einem medizinischen Notfall ist es zweitrangig, wo der Wagen parkt – in der City aber kann die Suche nach einer freien Lücke sehr nervenaufreibenden sein. Das will Mercedes zusammen mit Bosch ändern: Mithilfe der an Bord verbauten Sensoren scannen Mercedes-Modelle freie Stellplätze am Straßenrand und melden diese an die Cloud. Andere Fahrer können die Info abrufen und direkt einen verfügbaren Stellplatz ansteuern.

Neben der Pkw-Sparte hat Daimler erstmals auch seine Van-Abteilung mit nach Las Vegas gebracht Quelle: Daimler
Neben der Pkw-Sparte hat Daimler erstmals auch seine Van-Abteilung mit nach Las Vegas gebracht

Die letzten Transportmeter könnten zukünftig Roboterfahrzeuge übernehmen, die Pakete zustellen

Neben der Pkw-Sparte hat Daimler erstmals auch seine Van-Abteilung mit nach Las Vegas gebracht. Und die wollen gleich eine kleine Revolution bei der Paketauslieferung auf der letzten Meile anzetteln. Von einem Mercedes-Sprinter mit ausgeklügeltem Ladesystem, der zwischen verschiedenen innerstädtischen Lager-Hubs pendelt, sollen Roboter ausgesendet werden, die die Zustellung einer Bestellung zum Kunden über die letzten ein, zwei Kilometer übernehmen.

Einen entsprechenden Feldversuch will Mercedes zusammen mit seinem Roboter-Partner Starship und einem noch nicht näher benannten Logistikunternehmen noch im ersten Halbjahr 2017 starten.

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