Mercedes E-Klasse Mehr Sicherheit, weniger Stress

„Wir können alles - außer Hochdeutsch“, so warb Baden-Württemberg vor einigen Jahren. Der im Ländle heimische Autobauer Mercedes kann zumindest was autonomes Fahren angeht alles, darf aber noch nicht alles umsetzen.
  • Elfriede Munsch
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  • Spotpress
Für eine bessere Sicht sorgen neue Scheinwerfer. Diese verfügen nun je über je 84 einzeln angesteuerte LED Quelle: Daimler
Für eine bessere Sicht sorgen neue Scheinwerfer.

Diese verfügen nun je über je 84 einzeln angesteuerte LED.

Mit der neuen Mercedes E-Klasse, die im Januar 2016 in Detroit debütiert und anschließend im Frühjahr auf den Markt kommt, erweitert der schwäbische Autobauer sein Angebot an Assistenzsystemen und ermöglicht teilautonomes Fahren.

Bis Tempo 200 oder bei Stop-and-Go-Verkehr: Das um viele Funktionen erweiterte „Intelligent Drive Next Level“-System entlastet den E-Klasse-Fahrer auf Wunsch, indem es das Reagieren auf den voranstehenden oder rollenden Verkehr übernimmt. Der Abstands-Tempomat hält dabei automatisch den korrekten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, bremst selbständig ab und beschleunigt wieder. Das ist nichts Neues, jetzt ist es aber bis zu einer Geschwindigkeit bis 200 km/h möglich.

Bis Tempo 130 kommt der Lenk-Pilot, der nun sogar in leichten Kurven unterstützt, dank der verbesserten Stereo-Multi-Purpose-Kamera hinter der Windschutzscheibe und neuen Radarsensoren mit weniger Orientierungshilfen aus. Er ist nicht länger auf Fahrbahnmarkierungen oder das Vorderfahrzeug angewiesen, er erkennt auch Straßenbahnränder und berechnet so den richtigen Kurs.

Hat der Kunde noch Comand Online an Bord, werden die im Navigationssystem hinterlegten und die über die Kamera erkannten Geschwindigkeitsbeschränkungen selbständig eingehalten. Da der Gesetzgeber autonomes Fahren noch nicht erlaubt, muss der Fahrer die Hände am Lenkrad halten, so dass er jederzeit die Kontrolle über die Lenkung übernehmen könnte.

Neue E-Klasse schützt Fußgänger, Insassen – und Ohren
Im kommenden Jahr bringt Mercedes den Nachfolger der seit 2009 gebauten E-Klasse auf den Markt.
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Von dem einst typischen Vier-Augen-Gesicht verabschieden sich die Stuttgarter nun endgültig – bereits seit der Modellpflege 2013 fanden sich die vier Scheinwerfer nur noch in Form des Tagfahrlichts wieder. Bei dem jetzt gezeigten Prototypen stecken die Scheinwerfer unter einer Tarnfolie – das finale Design will Mercedes noch nicht zeigen. Reden wollen die Stuttgarter aber über die elektronischen Helferlein. Zum Beispiel den Fußgänger-Assistenten.

Assistenz von 7 bis 250 km/h
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Der aktive Brems-Assistent, wie das System offiziell heißt, soll Kollisionsgefahren erkennen und automatisch bremsen, falls der Fahrer nicht auf die drohende Gefahr reagiert. Laut Mercedes arbeitet der Assistent bei fahrenden Objekten in einem Geschwindigkeitsbereich von 7 bis 250 km/h, bei stehenden Hindernissen noch zwischen 7 und 70 Stundenkilometer.

Damit soll es unter optimalen Bedingungen möglich sein, einen Auffahrunfall auf ein stehendes Auto oder eine Kollision mit einem Fußgänger bis zu einer Geschwindigkeit von 65 km/h zu verhindern – oder die Folgen des Unfalls zumindest stark abzumildern.

Der aktive Brems-Assistent soll an Kreuzungen auch den Querverkehr erkennen und autonom bremsen, um eine Kollision zu vermeiden.
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Ist der Fahrer abgelenkt oder ein anderes Fahrzeug nimmt wie auf dem Schaubild gezeigt die Vorfahrt, soll – je nach Situation – die Kreuzungsfunktion den Unfall im Geschwindigkeitsbereich bis etwa 50 Stundenkilometer vermeiden können.

Die Einschränkung "je nach Situation" macht klar: Das System kann und will die Aufmerksamkeit und Verantwortung des Fahrers nicht ersetzen – im Zweifelsfall aber unterstützen. Darauf verlassen darf sich der Fahrer aber nicht.

Das System "Intelligent Drive next Level" bezeichnet Daimler als "nächsten Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren".
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Konnte ein Mercedes bislang mit dem Abstandsradar "Distronic" auf der Autobahn den Abstand zum Vordermann exakt einhalten oder aber mit dem Spurverlassenswarner per Lenkeingriff in der Spur halten, haben die Ingenieure beide Systeme weiterentwickelt und vor allem kombiniert: Bis Tempo 200 kann das Auto dem vorausfahrenden Auto jetzt folgen, selbst wenn die Fahrbahnmarkierung, an der sich das Auto sonst orientiert, nicht genau erkennbar ist.

Dieser erweiterte Tempomat kann auch um einen Geschwindigkeitslimit-Piloten ergänzt werden.
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Per eingebauter Stereo-Kamera oder über GPS-Daten kann das Auto auf Wunsch die maximal erlaubte Geschwindigkeit selbst regeln. Das System arbeitet aber teilautonom. Das bedeutet, es kann immer und jederzeit vom Fahrer übersteuert werden, sobald der Gas gibt, bremst oder lenkt.

Nie wieder vom Benz geblendet?
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Bei den LED-Scheinwerfern haben die Techniker die Anzahl der Einzelleuchten auf 84 mehr als verdoppelt. Mit einer zusätzlich verbesserten Auflösung der Lichtverteilung soll das Fernlicht deutlich besser und vor allem in mehr Situationen genutzt werden können. Entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge sollen – zumindest in der Theorie – gezielt aus dem Lichtkegel ausgeblendet werden können.

Verkehrsschilder leuchten die Multibeam-Scheinwerfer nur mit verringerter Helligkeit an: Da die meisten Schilder über eine Reflexionsfolie verfügen, würde die volle Leistung der Scheinwerfer das Schild überstrahlen.

Fließende Lichtverteilung
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Über die Daten des Navigationssystems weiß das Auto stets, wo es ist. Das bringt auch den Scheinwerfern Vorteile: Fährt die E-Klasse auf eine Kreuzung zu oder in einen Kreisverkehr ein, passt sich die Lichtverteilung der 84 Leuchten automatisch an und leuchten die Umgebung besser aus.

Auch das Wetter (über den Regensensor für die Scheibenwischer) und die Geschwindigkeit in der Stadt verändern die Lichtverteilung: Bei Regen soll eine gezielte Steuerung das Blenden des Gegenverkehrs verringern.

Fährt das Auto langsam durch eine Dreißiger-Zone, leuchten die Scheinwerfer die Randbereiche verstärkt aus – um schwer erkennbare Bereiche auf dem Gehweg besser einsehen zu können.

Der Bremsassistent, der die Daten der Kamera sowie der Radarsensoren nutzt, kann nun ebenfalls mehr: Er erkennt jetzt Querverkehr und Fußgänger, die sich im Gefahrenbereich vor dem Fahrzeug befinden, bei Gefahr warnt er und bremst bei Handlungsbedarf selbständig, um eine Kollision zu verhindern. Er ist in einem Geschwindigkeitsbereich von 7 bis 250 km/h auf fahrende Objekte aktiv und kann von 7 bis 100 km/h auf stehende Objekte reagieren.

Somit soll der Bremsassistent einen Auffahrunfall auf ein stehendes Fahrzeug oder eine Kollision mit Fußgängern bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 65 km/h verhindern können. Bei Ausweichmanövern wird der Fahrer vom Ausweich-Lenk-Assistenten unterstützt.

Unterstützung kommt auch von der Vernetzung der Fahrzeuge untereinander. Erstmals geht bei der E-Klasse die „Car-to-X Kommunikation“ in Serie. Erkennen die Sensoren oder die Kamera gefährliche Situationen wie Unfälle, Pannenfahrzeug oder ein Rettungswagen im Einsatz, werden diese Informationen über eine Mobilfunkverbindung an andere E-Klasse-Fahrzeuge in der Umgebung weitergegeben.

So werden die Fahrer rechtzeitig gewarnt. Mercedes plant, dieses System auch in anderen Modellen einzusetzen, dann könnte die Kommunikation untereinander deutlich erweitert werden.

Der Bremsassistent erkennt jetzt Querverkehr und Fußgänger Quelle: Daimler
Der neue Bremsassistent

Erkennt jetzt Querverkehr und Fußgänger.

Für eine bessere Sicht sorgen neue Scheinwerfer. Diese verfügen nun je über je 84 einzeln angesteuerte LED. Das ermöglicht, die Lichtverteilung des rechten und des linken Scheinwerfers unabhängig voneinander zu steuern und somit eine gezieltere und bessere Ausleuchtung der Fahrbahn.

Falls es doch zu einem Unfall kommen sollte, werden die Frontpassagiere nun besser geschützt. Um bei einem seitlichen Aufprall den Abstand zwischen Insasse und Tür zu vergrößern, wird der Insasse durch sich schnell füllende Luftkammern in den Seitenwangen der Rückenlehnen weg vom Gefahrenbereich bewegt.

Für die Fondnutzer stehen jetzt wie schon in der S-Klasse Beltbags, also aufblasbare Sicherheitsgurte zur Verfügung. Um die Ohren der Insassen vor einem lauten Aufprallgeräusch zu schützen, ertönt vor der Kollision über die Soundanlage ein kurzes Rauschsignal. Das soll das Gehör vor dem zu erwartenden Unfallgeräusch vorkonditionieren und dadurch schützen.

Unangenehme Geräusche durch Kontakt mit Beton oder Blech soll auch der neue Parkassistent vermeiden helfen. In engen Stellplätzen in einem Parkhaus kann die neue E-Klasse mittels Smartphone von außen ein- oder ausgeparkt werden. Dazu aktiviert der Fahrer vor dem Fahrzeug eine App, sein Auto rangiert sich dann selbständig in die oder aus der Lücke. Das Ein – und Aussteigen macht dann keine Probleme.

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