Mercedes-Modelloffensive
Daimler bringt den Maybach zurück – schon wieder

Aller guten Dinge sind drei: Daimler bringt die Luxusmarke Maybach zurück. Wegen Erfolglosigkeit eingestellt, soll das Statussymbol nun Rolls Royce Dampf machen. Es ist nicht die einzige Veränderung in der Modelpalette.
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StuttgartDaimler will im Werben um die gut betuchte Kundschaft eine Neuauflage der Nobelmarke Maybach auf den Markt bringen. Die Produktion des Mercedes-Maybach S 600 werde im kommenden Jahr beginnen, kündigte Mercedes-Vertriebschef Ola Källenius am Dienstag in Sindelfingen an. Das größte Potenzial für die Luxuslimousine, die in der kommenden Woche auf den Automessen in Guangzhou und Los Angeles präsentiert wird, gebe es in China und den USA. Der neue Maybach solle weniger kosten als das 2012 eingestellte Modell, der Absatz nach Worten von Källenius aber deutlich darüber liegen.

Erste Marktreaktionen fielen positiv aus. „Sie räumen mit Fehlern auf, die für Chaos gesorgt haben“, sagte Analyst Jürgen Piepe vom Frankfurter Bankhaus Metzler der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Es ist eine gute und logische Entscheidung.“

Mercedes-Benz hatte die Produktion der Traditionsmarke 2002 neu aufgenommen, sie 2012 aber wegen eines zu geringen Absatzes eingestellt. Insgesamt wurden damals nach Angaben von Daimler gut 3200 Exemplare gefertigt. Wieviel der mit Marken wie Rolls-Royce und Bentley konkurrierende Luxuswagen kosten soll, will Mercedes im Dezember bekanntgeben. Das Modell ist 20 Zentimeter länger als die Langversion der S-Klasse, hat bis zu 530 PS und kann mit Sonderausstattungen wie versilberten Champagnergläsern geordert werden.

Der Autobauer Daimler trägt außerdem der immer größer werdenden Zahl neuer Modelle Rechnung - und benennt einzelne Autos um. Wie der Konzern am Dienstag in Stuttgart ankündigte, sollen die Namen stärker auf die fünf Modellreihen A, B, C, E und S hinweisen.

Ein Beispiel: SUV-Modelle beginnen nach dem Prinzip künftig mit GL und bekommen je nach Herkunft einen dritten Buchstaben zugefügt. Etwa GLS, wenn sie auf dem Flaggschiff S-Klasse aufbauen oder GLA bei Zugehörigkeit zur kompakten A-Klasse. Aus dem GLK wird der GLC, weil er zur Modellreihe der C-Klasse gehört. Auch für die verschiedenen Antriebsarten gibt es spezielle Buchstabenkürzel.

Daimler will bis 2020 mehr als 30 Modelle auf den Markt bringen, darunter noch mindestens elf völlig neue ohne Vorgänger. Der Konzern führt die neue Nomenklatur Anfang 2015 ein.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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