Messe Eurobike startet
Alte Käufer stützen jungen E-Bike-Markt

Was der Autobranche Sorgen macht, freut die Fahrrad-Hersteller und -Händler: Ihre Kunden werden immer älter, und greifen immer öfter zum etwas teureren Elektroantrieb. Die neuesten Trends der weltgrößten Fahrradmesse.
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Friedrichshafen/DüsseldorfDie Revolution findet langsamer statt als erwartet, und auf zwei statt vier Rädern. Nur wenige tausend E-Auto sind auf Deutschlands Straßen unterwegs. Doch bei Fahrrädern hat der Elektromotor den Durchbruch längst geschafft. Und die Fahrradbranche ist durchaus dankbar für eine demografische Entwicklung, die der Autobranche so ihre eigenen Imageprobleme bereitet: Die Käufer werden immer älter. Was aber bei Zweirädern kein Problem ist, weil die Senioren gerne für bequeme und sichere sowie alternativ angetriebene Bikes durchschnittlich etwas tiefer in die Geldbörse greifen.

Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) rechnet mit 430.000 verkauften E-Bikes in diesem Jahr. Dies entspricht einem Zuwachs des Marktvolumens von rund 50.000 Rädern. Obwohl – statistisch gesehen – bereits jeder Deutsche ein Rad hat. Mit Spannung blickt die Branche nun nach Friedrichshafen. Dort startete am Mittwoch die weltgrößte Fahrradmesse „Eurobike“.

Und das Thema E-Bike prägt die Branche, weil es zweistellige Wachstumsraten bringt. Die Fakten sprechen für sich: Der Anteil der verkauften E-Bikes am Gesamtmarkt hat sich seit 2007 mehr als vervierfacht, auf 380.000 Stück im Jahr 2012. Europas größter Fahrradhersteller Accell aus den Niederlanden machte mit den E-Bikes im ersten Halbjahr 28 Prozent mehr Umsatz. Am stärksten stieg nach Angaben des Unternehmens die Nachfrage in Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Norwegen.

Von dem Trend profitiert auch der Fachhandel: Der macht etwa 80 Prozent des Gesamtumsatzes, rund 60 Prozent der verkauften Stückzahlen laufen über den Fachhandel, so der ZIV. „Unsere Kunden kaufen sehr qualitätsbewusst. Davon profitieren die Fachhändler. Sie beraten und bieten Service“, sagt Severine Lönne, Geschäftsführerin der Cycle Union Lönne. Immerhin zahlen Kunden für den Kauf eines E-Bikes rund 2.000 Euro.

 

Dabei stützen vor allem ältere Kunden den Markt: „Während andere Probleme mit der alternden Gesellschaft haben, freuen wir uns“, sagt Lönne. „Unsere E-Bike Kunden sind meist über 50 Jahre alt. Gerade ältere Menschen können wieder öfter an der Gesellschaft teilnehmen, wenn sie mobiler sind.“

Der Produkttrend geht vor allem in eine Richtung: Noch mehr Elektromobilität. Nicht nur Touren- und Stadträder werden mit Elektromotoren ausgestattet, sondern auch Mountainbikes und Rennräder. Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des ZIV nennt die Vorteile: „E-Bikes bringen einen deutlichen Komfortgewinn. Man kommt nicht verschwitzt auf der Arbeit an, die Parkplatzsuche ist einfacher, die Kosten sind geringer als beim Auto.“

Vor allem E-Transporträder, so genannte Cargo-Bikes werden auf der Messe präsentiert. Sie sollen die Posträder der Zukunft werden, für Briefe, Pakete und jegliche kleinere Lieferungen innerhalb der Stadt.

Aus dem Hause HP Velotechnik kommt ein faltbares „Mountaintrike“. Das Liegerad hat drei Räder und eine Federung, die es möglich macht in nahezu jedem Gelände zu fahren. Exoten wie Räder aus Holz, BeachRace-Bikes fürs Fahren am Strand oder Fat-Bikes, mit besonders breiten Reifen für jede Art von Boden, zählen zu den Trendsettern.

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  • @ Bosch

    Ich bin dafür das jeder eine MPU machen muss bevor er den Autoführerschein bekommt! Sind doch heute fast nur noch Irre unterwegs, die von Vorfahrtsrecht und anderen Verkehrsregeln anscheinen noch nie was gehört haben!

  • @ Silvercoin82

    Solch ein Kommentar kann nur von jemandem kommen der nie Rad sondern nur Auto fährt! Es wird Zeit das mehr Radwege als Strassen für Autos gebaut werden!
    Das wäre nur von Vorteil!

  • @ Radler

    Das ist Blödsinn!
    e-Bikes kann man genauso sicher fahren wie normale Fahrräder! Es gehört halt Übung dazu!
    Wer aber damit nicht zurechtkommt sollte sich ernsthaft überlegen ob er überhaupt für den allgemeinen Strassenverkehr tauglich ist!
    Ein "gutes" e-bike ist in jeder Hinsicht einem normalen durchschnittlichem Fahrrad überlegen (besser Bremsen, bessere Beschleunigung usw...) und wenn man es unbedingt schwer haben will kann man die Unterstützung reduzieren oder ganz ausschalten!
    Gruss

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