Messe Interboot
Bootsbauer treiben in der Flaute

Die deutschen Bootsbauer hat die Krise in Südeuropa voll im Griff. Die Produktion ist im ersten Halbjahr um ein Viertel abgesackt. Lediglich der heimische Markt macht der Industrie noch Freude.
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FriedrichshafenDie Euro-Schuldenkrise sorgt für eine Flaute bei den deutschen Bootsbauern. Im ersten Halbjahr 2012 sank die Produktion von Segel- und Motorbooten um rund 25 Prozent, sagte Patric Polch vom Bundesverband Wassersportwirtschaft (Köln) am Dienstag auf der Messe Interboot in Friedrichshafen am Bodensee. Vor allem im Mittelmeerraum konnten die großen deutschen Werften nur wenige Boote verkaufen.

Doch als „Fels in der Brandung“ präsentiert sich der deutsche Markt. Denn der ist relativ stabil geblieben, sagte der Vizepräsident des Branchenverbandes. Noch besser sieht es am Bodensee, dem größten deutschen Binnengewässer, aus. Die spezialisierten Werften etwa für wertvolle Mahagoni-Boote oder komplexe Restaurierungen sind teilweise auf zwei bis drei Jahre „ausgebucht“, wie Clemens Meichle vom Verband der Bodenseewerften sagte.

Im Premiumbereich gibt es große Parallelen zu den Autoherstellern. Motor- und Segeljachten der gehobenen Klasse seien gut nachgefragt, konstatiert der Kölner Wassersportverband. Meichle bringt es auf die griffige Formel: „Große Boote - die gehen“. Das Geschäft mit kleineren und mittleren Segeljachten bleibt dagegen eher ruhig. Längerfristig könnten die Türkei und Brasilien einen gewissen Ersatz für die darbenden Exportmärkte wie Spanien oder Italien bilden, hofft die deutsche Bootsbranche.

Beim Service ist die Lage dafür umso besser. „In bestehende Boote wird investiert“, sagte Polch. Das liegt allerdings auch daran, dass die Schiffe länger gehalten werden. Denn auf dem Gebrauchtbootmarkt hat es nach den Worten von Polch innerhalb weniger Jahre wegen des zu großen Angebotes einen Wertverlust von 25 Prozent bis 30 Prozent gegeben. Besonders die Bodensee-Werften sind auf die Restaurierung alter Holzboote spezialisiert. „Wir blicken optimistisch ins Jahr 2013“, sagte Verbandsgeschäftsführer Meichle. Am Bodensee gibt es 23.500 Wasserliegeplätze. Die 51. Wassersportmesse Interboot dauert noch bis zum 30. September. Erwartet werden insgesamt 90.000 Besucher.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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