Mietwagen
Tarifdschungel im Autohaus

Wenn Autofahrer nach einem Unfall einen Wagen mieten, berechnen Autovermietungen meist den "Unfallersatzwagentarif". Dieser ist deutlich teurer als ein Normaltarif, weil Unfallgeschädigte sofort ein Auto brauchen und in der Regel nicht direkt zahlen.

Das Problem: Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers weigert sich hinterher oft, die kompletten Mietwagenkosten zu erstatten. Streit gibt es vor allem, wenn Autofahrer das erste Angebot ohne Preisvergleich angenommen haben und wenn sie nicht unbedingt auf einen Mietwagen angewiesen waren. Der Bundesgerichtshof hat es Assekuranzen in einem aktuellen Urteil jedoch erschwert, die Kostenerstattung zu kürzen (VI ZR 32/07).

Im Urteilsfall hatte ein Niedersachse von der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners nur 536 Euro bekommen, obwohl seine Mietwagenkosten 1 027 Euro betrugen. Das Argument der Versicherung: Der junge Mann habe nicht bewiesen, dass er sofort auf ein Auto angewiesen sei, etwa aus beruflichen Gründen. Dass seine Mutter angeblich dringend weitergemusst habe, reiche nicht.

Das Landgericht Oldenburg gab der Assekuranz recht, doch der BGH stellte klar: Der Mann und seine Mutter hätten zur Weiterfahrt von der Werkstatt eindeutig einen Mietwagen gebraucht. Sie müssten nicht detailliert erläutern, welchen Zweck die Fahrt hatte. Die Landesrichter hätten die Klage auf volle Erstattung somit zu Unrecht abgewiesen und müssten den Fall erneut prüfen.

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