Mini Moke
Rückkehr einer Strand-Legende

Mini ist ein Meister darin, aus einem Grundprodukt eine Vielzahl von Ableitungen zu entwickeln. Eine besonders populäre Variante des Retro-Flitzers spart man sich aber. In diese Lücke stößt eine australische Firma.
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Kein Dach, keine Türen – keine Sorgen. Kaum eine Fahrzeuggattung steht stärker für grenzenlose automobile Freiheit als der Strand-Buggy der 60er- und 70er-Jahre. Eines der populärsten Modelle dieser Ära steht nun vor der Neuauflage: der Mini Moke.

Simple Technik, klotziges Design, spartanische Ausstattung – der neue Moke ist zumindest von außen besehen eine fast exakte Kopie des alten. Einzig: Es ist kein Mini mehr. Weil der neue Besitzer BMW kein Interesse an dem skurrilen Spaßmobil zeigte, hat sich nun das eigens gegründete, australische Unternehmen Moke International der Aufgabe einer Neuauflage angenommen.

Während das Blech mehr oder weniger unangetastet geblieben ist, wurden Antrieb, Fahrwerk und Sicherheitsausstattung modernisiert. Bewegt wird der gut drei Meter lange Zweisitzer (eine Rückbank gibt es als Option) von einem 1,0-Liter-Benziner mit 37 kW/50 PS, der immerhin für 110 km/h Spitzengeschwindigkeit gut ist.

Für Verzögerung sorgen vorne nun Scheibenbremsen, sollte doch etwas passieren, werden zumindest die vorderen Passagiere von Sicherheitsgurten im Sitz gehalten, der Beifahrer verfügt sogar über einen Airbag, ins dürre Retro-Lenkrad des Fahrers passte der Luftsack jedoch offenbar nicht. ABS und ESP sind ebenfalls nicht vorhanden.

Halb so wild, ist und war der Moke doch kein Auto für den Alltagsverkehr, sondern vor allem ein Spaßmobil für die Tour am Strand oder über die weitläufigen Außengelände von Hotels und Resorts – speziell in warmen Gegenden, denn das Verdeck des Moke muss umständlich drangefummelt werden und schützt kaum vor der Witterung.

In Australien war der weltweit bis in die 90er-Jahre in Lizenz gefertigte Original-Moke ein Kult-Auto. Er schlug in dieser Hinsicht auch Rivalen wie den VW Buggy oder den Citroen Méhari, die vor allem in den USA beziehungsweise Südeuropa Fans haben. Passend dazu soll der Moke nun zunächst noch im laufenden Jahr in Australien, Thailand, den Seychellen und Mauritius eingeführt werden. Preise nennt der Hersteller bislang nicht.

Der Marktstart in der EU ist für die zweite Hälfte 2014 vorgesehen. Später wollen die Australier auch noch eine Elektroversion des Strandautos auflegen. Der eMoke soll dann pro Akkuladung 120 Kilometer weit kommen, aber maximal 60 km/h fahren können – ganz entspannt eben.

Kommentare zu " Mini Moke: Rückkehr einer Strand-Legende"

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  • Dieser MOKE ruft quasi extrem laut nach einer Neuauflage und entsprechender Interpretation des SUZUKI LJ80.

    Der MOKE jedoch in dieser Version sieht mehr wie ein umgebautes kleines Golf-Quad aus, welches ein bißchen MOKE-Nostalgie-Feeling eingehaucht bekommt. Anders als der ehrwürdige SUZUKI LJ80 scheint es aber weniger ein "richtiges Auto" zu sein.

    Es ist aber schön, dass es auch solche Lösungen gibt und das Bewegung in den Markt der Einheitsbreikarossen kommt. Das belebt und führt zu mehr Kreativität und Lösungen im Autobereich. Auch vielleicht bei SUZUKI.

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