Mini-Motorräder und Go-Karts
Nichts für die Straße

HB ERFURT. Spaßfahrzeuge wie Mini-Elektroroller, Mini- Motorräder und Go-Karts gehören nach Ansicht des Adac nicht auf die Straße. Das sagte Wolfgang Herda vom Adac Hessen-Thüringen in Erfurt.

„Diese kleinen Fahrzeuge werden von den anderen Verkehrsteilnehmern schnell übersehen und bergen große Gefahren“, erklärt der Experte. In den vergangenen Wochen hatte die Thüringer Polizei mehrfach junge Leute mit Mini-Motorrädern im Straßenverkehr ertappt. In Berlin bietet ein Verleiher Go-Karts für den Straßenverkehr an.

Die Mini-Motorräder („Pocket-Bikes“), die dreirädrigen Trikes, die vierrädrigen Go-Karts und die Mini-Elektroroller („Elektro-Scooter“) seien reine Sport- und Spaßfahrzeuge, betonte. „Die Trikes wurden in den USA ursprünglich von Forstwirten genutzt, um Baumstämme zu ziehen.“ Dann seien sie in Kalifornien für den Strand entdeckt worden. Bei Unfällen mit den dreirädrigen Kleinkrafträdern seien in den USA schon mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen.

Das einzige im Straßenverkehr erlaubte Fun-Fahrzeug ist nach Aussage des Adac-Experten das vierrädrige Quad. Laut Kraftfahrzeugbundesamt wurden 2001 in Deutschland 700 Quads zugelassen, 2004 bereits 24 000. „Auf acht neu zugelassene Motorräder kommt ein Quad, das ist ein absoluter Wachstumsmarkt“, sagte Herda. „Wir appellieren aber an die Nutzer, einen Helm aufzusetzen, den Gurt anzulegen und mit Licht zu fahren.“

„Ein Quad hat ganz andere Fahreigenschaften als ein normales Auto“, sagte der Experte. Probleme gebe es oft in Kurven sowie bergauf und bergab. „Die Standfläche ist kleiner, deshalb stellt sich das Fahrzeug beim Bremsen in Kurven quer oder kippt um.“ Quads können bis zu 120 Stundenkilometer schnell sein. „Teilweise sind aber die Bremsen nicht für solch hohe Geschwindigkeiten ausgelegt.“ Unfälle seien oft mit schweren Verletzungen verbunden.

Rein theoretisch ist es nach Angaben des Adac auch möglich, eine Straßenzulassung für die Pocket-Bikes zu erhalten. „Sie brauchen eine Allgemeine Betriebserlaubnis vom TÜV, eine Versicherung und eine Fahrerlaubnis“, sagte Herda. Oft scheitere es aber bereits an der Versicherung. „Wegen des großen Unfallrisikos wäre die Police sehr hoch.“ Das Mini-Motorrad sei ein fahrphysikalisch schwieriges Fahrzeug. „Man kann schnell umfallen. Da die Beine angewinkelt sind, hat man praktisch keine Möglichkeit, sich abzufangen“, sagte Herda. Die kleinen Motorräder erreichen bis zu 60 Stundenkilometer.

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