Mirai tankt Wasserstoff

Toyotas Brennstoffzellenauto fährt früher vor

Der „Mirai“ soll mit einer Tankfüllung rund 500 Kilometer weit kommen, in fünf Minuten aufgetankt sein und lediglich Wasserdampf ausstoßen. An dem Antrieb forscht Toyota schon seit mehr als 20 Jahren.
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Im Sommer 2015 soll der umweltfreundliche Mirai auch in den USA und in Europa auf den Markt kommen. Quelle: dpa

Im Sommer 2015 soll der umweltfreundliche Mirai auch in den USA und in Europa auf den Markt kommen.

(Foto: dpa)

TokioDer weltgrößte Autobauer Toyota hat seinem mit Spannung erwarteten Brennstoffzellenauto den Namen „Mirai“ (Zukunft) gegeben. Der umweltfreundliche Wagen stelle einen „Wendepunkt“ in der Automobilgeschichte dar, sagte Konzernchef Akio Toyoda am Montag in einer Videobotschaft.

Der viertürige Sedan könne mit einer einzigen Tankfüllung 300 Meilen (rund 500 Kilometer) weit fahren und in weniger als fünf Minuten aufgetankt werden, sagte Toyoda am Vortag des offiziellen Startschusses für das Fahrzeug. Das Auto stoße lediglich Wasserdampf aus.

Toyota hatte im Juni angekündigt, das Brennstoffzellenauto ab dem kommenden Frühjahr zunächst in Japan zum Preis von rund sieben Millionen Yen (48.000 Euro) anzubieten. Im Sommer 2015 soll das Fahrzeug dann auch in den USA sowie Europa auf den Markt kommen. In Europa kalkuliert Toyota allerdings mit einem Preis von über 78.000 Euro. In Deutschland gehe Toyota mit einer limitierten Serienproduktion von einigen Hundert Fahrzeugen an den Start, erläuterte ein Sprecher von Toyota Deutschland im Juni.

Dampfende Revolution, um 80.000 Euro
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Toyota bringt das erste serienmäßige Auto mit Brennstoffzelle früher als gedacht auf den Markt. Ursprünglich war der Verkaufsstart für 2015 geplant. Der Wagen namens "Mirai" soll schon im Dezember über Japans Straßen rollen. Das Wasserstoffauto wurde auch unter der Abkürzung FCV für "Fuel Cell Vehicle" bekannt.

Der Konzern forscht bereits seit mehr als 20 Jahren an der umweltfreundlichen Brennstoffzellentechnologie. Nun soll sie in Japan für umgerechnet etwa 48.000 Euro auf den Markt kommen ...

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Toyotas erstes in Serie produzierte Brennstoffzellenauto soll ab September 2015 soll als "Mirai", so das japanische Wort für „Zukunft“, auch in Deutschland zum Leasen angeboten werden. Toyota kalkuliert hierzulande aber mit einem Verkaufspreis von 78.540 Euro. Die Limousine verzichtet völlig auf CO2- und Schadstoffemissionen, aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf.

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Die viersitzige und 4,89 Meter lange Limousine hat eine Systemleistung von 113 kW / 154 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 335 Newtonmetern. Die Betankung mit Wasserstoff dauert rund drei Minuten. Toyota spricht beim Mirai vom Einsatz der weltweit effizientesten Brennstoffzelle.

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Blick auf den Antrieb: Zu sehen ist der Hochdruck-Wasserstofftank (gelb). Er speichert den Wasserstoff bei einem Druck von 700 bar - dafür ist er in drei Schichten mit Kohlefaser verstärkt. In einer chemischen Reaktion wird in den Brennstoffzellen aus Wasser- und Sauerstoff Elektrizität gewonnen, die wiederum den Elektromotor des Autos antreibt. Der Wagen soll laut Toyota in nur drei Minuten aufgetankt sein.

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Die neuen Brennstoffzellen-Stacks nutzen weltweit erstmals feinmaschige 3-D-Kanäle, die eine gleichmäßige Stromerzeugung auf den Zelloberflächen garantieren. So ist die Leistungsdichte 2,2 Mal höher als beim Versuchsträger Toyota FCHV-adv, außerdem ist nicht länger ein Befeuchter erforderlich. Der kompakte Konverter steigert die Spannung zudem auf bis zu 650 Volt, wodurch die Größe des Elektromotors und die Anzahl der Brennstoffzellen verringert werden konnten.

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Die aus drei Schichten kohlefaserverstärkten Kunststofftanks speichern den Wasserstoff bei einem Druck von 700 bar. Obwohl ihr Gewicht und ihre Größe im Vergleich zum Toyota FCHV-adv verringert wurden, stieg ihre Speicherkapazität um 20 Prozent.

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Die unterflurige Montage der Brennstoffzellen-Stacks und Wasserstoff-Tanks reduziert den Fahrzeugschwerpunkt des Mirai, die Unterbodenverkleidung und aerodynamisch geformte Leuchten den Luftwiderstand. Das Brennstoffzellenfahrzeug verfügt neben dem Kühlergrill über zwei weitere Lufteinlässe rechts und links. Sie versorgen die Brennstoffzelle mit Sauerstoff, der für die chemische Umwandlung des Wasserstoffs nötig ist, und kühlen zugleich das System.

Seit mehr als 20 Jahren forscht Toyota an der Brennstoffzellentechnik. Das Antriebsystem besteht aus Hochdruck-Wasserstofftanks und sogenannten Brennstoffzellen-Stacks, die bei der chemischen Reaktion von Wasser- und Sauerstoff Elektrizität produzieren.

Stück für Stück tasten sich auch andere Autobauer an den großen Wurf mit der Brennstoffzelle heran. Der südkoreanische Hersteller Hyundai will bis 2015 auf 1000 Exemplare seines Kompakt-SUV ix35 mit Wasserstoff-Antrieb kommen. Honda plant ebenso wie Toyota für 2015 ein Serienmodell mit Brennstoffzelle.

Schon 2010 schickte Daimler in einem ersten Testlauf 200 Exemplare seiner B-Klasse mit Wasserstoff-Antrieb auf die Straße. Zusammen mit Nissan und Ford arbeiten die Stuttgarter an der weiteren Entwicklung und wollen von 2017 an im größeren Stil loslegen.

  • dpa
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