Mitsubishi baut Geländewagen der Franzosen
2007 kommt erstmals ein Peugeot aus Japan

Der französische Autobauer Peugeot lässt erstmals in seiner Geschichte ein komplettes Auto in Japan bauen: Der geplante Geländewagen im Stil eines BMW X3 wird bei Mitsubishi vom Band rollen. Das bestätigte der Peugeot-Markenvorstand Frédéric Saint-Geours bei einem Gespräch in Frankfurt.

hof FRANKFURT. Die Zusammenarbeit mit Mitsubishi bleibe auf dieses Projekt beschränkt, betonte der Franzose. Das Geschäft mit den Japanern ist ein weiterer Baustein der Strategie von Konzernchef Jean-Martin Folz, sich jeweils für genau definierte Projekte einen Partner zu suchen. Mit Ford werden Diesel-Motoren entwickelt und gebaut, mit BMW Benziner, mit Fiat Transporter, mit Toyota Kleinwagen. Saint-Geours begründete die Kooperationen mit Kostenvorteilen.

Nach Aussagen von Mitsubishi-Präsident Osama Masuko soll die Produktion für Peugeot im Juni 2007 anlaufen. Die Motoren und das Design werden von PSA Peugeot/Citroën kommen, betonte Saint-Geours. Auch die Partnermarke Citroën wird dann auf der Mitsubishi-Basis einen Allrad anbieten können. PSA war neben Fiat der einzige europäische Hersteller, der in diesem Fahrzeugsegment – eines der wenigen mit konstantem Wachstum in den vergangenen Jahren – bislang nicht vertreten war. Der französische Konkurrent Renault deckt die Nachfrage nach solchen Autos über die Produktpalette seines Allianzpartners Nissan ab. VW hat bereits einen Geländewagen unterhalb des Touareg auf Golf-Basis angekündigt.

Das von Mitsubishi für Peugeot gebaute Auto soll dazu beitragen, den Fahrzeugabsatz der Franzosen von gut drei in den nächsten Jahren auf über vier Millionen zu erhöhen. Wichtigster Baustein dieser Wachstumsstrategie sind aber neue Kleinwagen. Zurzeit rollen mit dem Peugeot 107 und dem Citroën C1 die neuen Einstiegsmodelle des Konzerns auf den europäischen Markt. Die Autos werden gemeinsam mit Toyota in Tschechien gebaut. Zwei Drittel der Kapazität des Werkes von 300 000 Autos im Jahr ist für die Franzosen reserviert. Zusätzlich errichtet PSA in der Slowakei ein Kleinwagenwerk mit einer Kapazität von 300 000 Autos jährlich. Saint-Geours betonte, dass es sich bei beiden Werke um Zusatzkapazitäten handelt: „Wir schließen keine Standorte, wir ersetzen keine Standorte, wir ziehen keine Kapazitäten ab.“ Drei Viertel der Gesamtinvestitionen des Konzerns würden weiter nach Frankreich fließen.

Der Strategie des französischen Konkurrenten Renault, der mit dem Billigauto Dacia Logan seit Freitag auch auf dem deutschen Markt antritt, kann Saint-Geours nichts abgewinnen: „Ich sehe bei Peugeot keinen Platz für ein solches Modell. Wer ein günstiges Auto sucht, greift lieber zu einem modernen Gebrauchtwagen.“

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